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SpaceX: Elon Musk bastelt neues Macht-Imperium im All

Fabian Peters
Bild: SpaceX

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Elon Musk hat seine Raumfahrtfirma SpaceX und sein KI-Unternehmen xAI im Rahmen eines gigantischen Deals zusammengelegt. Dadurch poliert er die Finanzstruktur beider Firmen künstlich auf. Das augenscheinliche Ziel: einer der größten Börsengänge aller Zeiten sowie eine neue Macht-Dimension im All. Eine kommentierende Analyse.

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SpaceX schluckt xAI

  • Berichten zufolge sollen im Rahmen der Fusion als Übernahme 250 Milliarden US-Dollar von SpaceX an xAI geflossen sein. Die Nachrichtenagentur Bloomberg schätzt das kombinierte Superunternehmen auf einen Wert in Höhe von 1,25 Billionen US-Dollar.
  • Musks selbsterklärtes Ziel ist es, KI-Rechenzentren im All zu bauen. Die Raketen von SpaceX sollen dabei eine tragende Rolle spielen. Zunächst spült der Deal aber frisches Kapital in die klammen Kassen von xAI. Der Grund: Das KI-Unternehmen verbrennt derzeit viel Geld, ohne nennenswerte Einnahmen zu generieren. Die Konkurrenz im KI-Wettstreit ist mit Google und OpenAI zudem enorm.
  • Drei Jahre nach der Übernahme von X (ehemals Twitter) hat Elon Musk das Unternehmen 2025 bereits mit xAI unter ein Dach gebracht. Auch damals waren die Gründe strategisch. Einerseits konnte Musk durch den Deal die Finanzstruktur beider Unternehmen aufpolieren. Andererseits koppelte er die Datenbasis von X mit xAI, um das KI-Modell Grok zu trainieren – und zwar, ohne die Nutzer zu informieren.

Elon Musk bastelt sich neues Macht-Imperium im All

Elon Musk bastelt mit dem neuen SpaceX an einem Macht-Imperium im All. Die Fusion ist wirtschaftlich zwar nicht ganz risikofrei, da vor allem der Erfolg von xAI wie bei nahezu allen anderen KI-Unternehmen in den Sternen steht.

Doch der Energiehunger und die hohen Kosten von Musks Chatbot Grok sind gleichzeitig Gründe für den Zusammenschluss. Denn: Durch die Übernahme erhält das Unternehmen von SpaceX eine gigantische Summe an Kapital.

Das kurzfristige Ziel von Elon Musk dürfte es sein, dadurch den Rückstand im KI-Wettstreit zur Konkurrenz wettzumachen. Langfristig eröffnen sich wiederum Chancen, OpenAI und Co. in den Schatten zu stellen – zumindest, was die Kosten angeht.

Denn mit Rechenzentren und nahezu unbegrenzter Solarenergie im All könnte Musk seine KI-Sparte deutlich effizienter betreiben. Mit dem Satelliten-Internetdienst Starlink verfügt SpaceX zudem über einen ökonomischen Kern, der mittlerweile der eigentliche Werttreiber des Unternehmens ist.

Das neue Macht-Imperium: SpaceX liefert mit seinen Raketen die Infrastruktur, Starlink die Datenströme, Tesla die Energie- und Batteriesysteme und xAI die Auswertung. Ein solches Modell wäre absolut einzigartig und konkurrenzlos. Größtes Risiko bleibt aber xAI, da die KI-Pläne von Musk aufgrund seiner totalitären, rechtspopulistischen und manipulativen Tendenzen auf dem Markt zu scheitern drohen.

Stimmen

  • Elon Musk in einem Blogbeitrag zur Fusion: „SpaceX hat xAI übernommen, um den ehrgeizigsten vertikal integrierten Innovationsmotor auf (und außerhalb) der Erde zu schaffen, mit KI, Raketen, weltraumgestütztem Internet, direkter Kommunikation mit Mobilgeräten und der weltweit führenden Plattform für Echtzeitinformationen und freie Meinungsäußerung.“
  • Analyst Craig Moffett von Moffett Nathanson weist auf das Ungleichgewicht des Deals hin: „xAI ist ein Nachzügler in einem hochkonzentrierten Markt, in dem ohne Ende Cash verbrannt wird. Dagegen gibt es bei SpaceX, ohne ein Urteil über die vorgeschlagene Bewertung abzugeben, zumindest einen klaren Weg zur Rentabilität.“
  • Historiker und Investor Rainer Zitelmann ordnet ein: „Musk baut kein klassisches Unternehmen, sondern ein Ökosystem mit extrem hohen Eintrittsbarrieren. Historisch vergleichbar ist das eher mit Standard Oil als mit heutigen Tech-Konzernen. Wer das All kontrolliert, kontrolliert Kommunikation, Daten und perspektivisch Sicherheit. Das ist Macht in einer neuen Dimension.“

SpaceX vor einem der größten Börsengänge der Geschichte

Vieles deutet darauf hin, dass Elon Musk mit SpaceX einen der größten Börsengänge der Tech-Geschichte vorbereitet. Mit einer Bewertung von über einer Billion US-Dollar würde das neue Firmen-Konglomerat schlagartig in die Topliga der wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen.

Das Narrativ scheint zwar verführerisch, da ein Gang an die Börse eine gänzlich neue Machtstruktur verspricht. Doch diese Vision stellt zunächst eine Rettungsaktion von xAI dar. Mit einer ähnlichen Übernahme scheiterte Elon Musk bereits.

Denn nachdem Tesla 2016 den Photovoltaik-Dienstleister Solar City, der von zwei Cousins von Musk geführt wurde, übernahm, verschwand das Unternehmen in der Versenkung.

Auch jetzt stabilisiert SpaceX mit seinem Cashflow ein KI-Unternehmen, das im gnadenlosen Wettbewerb mit OpenAI und Google bislang hinterherhinkt. Gleichzeitig wächst das politische Risiko. Starlink entwickelt sich zu einer kritischen globalen Infrastruktur, die schwer regulierbar und geopolitisch äußerst sensibel ist.

Wer, wie Musk, Kommunikation, Datenströme und künftig vielleicht sogar militärische Logistik kontrolliert, bewegt sich jenseits der klassischen Marktlogik. Denn das Weltall gleicht einem Wilden Westen, in dem Elon Musk nicht nur Goldgräber, sondern auch Sheriff, Bank und Eisenbahn zugleich sein will.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).
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