Solarkraftwerk Tibet China Höhe Flüssigsalzspeicher Solarthermie

China baut Solarkraftwerk auf 4.550 Metern Höhe in Tibet

Felix Baumann
Bild: Xinhua / Tenzin Nyida

Auf dem tibetischen Hochplateau entsteht eines der höchstgelegenen Solarkraftwerke der Welt. In 4.550 Metern Höhe kombiniert eine Anlage Photovoltaik mit Solarthermie und einem Flüssigsalzspeicher, der Strom auch nach Sonnenuntergang liefert. 

In der autonomen Region Xizang im Südwesten Chinas hat die China General Nuclear Power Group mit dem Bau eines solarthermischen Kraftwerks in 4.550 Metern Höhe begonnen. Die Anlage ergänzt eine Photovoltaik-Sektion, die mit einer Leistung von 400 Megawatt groß dimensioniert ist. Für den solarthermischen Teil mit einer Kapazität von 50 Megawatt kommen Parabolrinnen auf einer Fläche von 242.000 Quadratmetern zum Einsatz.

Ein zentrales Element der Anlage ist das integrierte Speichersystem auf Basis von Flüssigsalz. Es soll Energie für bis zu sechs Stunden speichern, wodurch das Kraftwerk auch nach Sonnenuntergang Strom liefern kann. Innerhalb des Systems fungiert Thermoöl als Wärmeträgermedium, das die eingefangene Sonnenenergie von den Kollektoren zum Speicher transportiert.

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Flüssigsalzspeicher soll tibetische Hauptstadt nachts mit Strom versorgen

Das Projekt kombiniert Solarthermie und Photovoltaik, um eine stabilere Einspeisung in das Stromnetz zu erreichen. Laut den Entwicklern soll die solarthermische Anlage gezielt überschüssigen Strom aus der Photovoltaik aufnehmen, der sonst zu Spitzenzeiten ungenutzt bliebe. Auf diese Weise soll die Anlage die natürlichen Schwankungen bei der Erzeugung von herkömmlichem Solarstrom kompensieren.

Ein Beispiel verdeutlicht die Notwendigkeit dieser Hybridlösung für die lokale Versorgung. Nachts sinken die Temperaturen auf dem Hochplateau stark, wodurch der Bedarf an Wärmeenergie massiv ansteigt. Da die Photovoltaik in der Dunkelheit keinen Strom produziert, übernimmt der Flüssigsalzspeicher die Versorgung. Die Techniker stellen so eine kontinuierliche Energieabgabe für die regionale Hauptstadt Lhasa sicher.

Baustelle mit Sauerstoffversorgung und Überdruckkammer

Der Baustandort im Kreis Damxung liegt in einer Zone mit einem extrem geringen Sauerstoffgehalt. Die Arbeiten können dort wetterbedingt nur in einem begrenzten Zeitraum des Jahres stattfinden. Zur Unterstützung der Arbeitskräfte installierte das Unternehmen Heizsysteme, eine Sauerstoffversorgung und eine Überdruckkammer.

Diese spezielle medizinische Ausrüstung ist für die Sicherheit der Arbeiter unter den Bedingungen der dünnen Luft zwingend erforderlich. Sie dient dazu, mögliche gesundheitliche Folgen der extremen Höhenlage für das Personal direkt vor Ort zu behandeln. Trotz dieser erschwerten Bedingungen schafft das Vorhaben über 2.000 Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung.

Laut Angaben des Unternehmens sollen durch Löhne und den Einsatz von regionalem Gerät bereits mehr als 5,2 Millionen Yuan in die lokale Wirtschaft geflossen sein. Dies entspricht einer Summe von etwa 753.600 US-Dollar. Das Projekt dient somit auch als wirtschaftlicher Faktor in einem klimatisch schwierigen Umfeld.

Was die Anlage ab 2027 leisten soll

Das Kraftwerk soll nach der für 2027 geplanten Inbetriebnahme jährlich rund 719 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Betreiber rechnen damit, dass dies etwa 220.000 Tonnen Standardkohle pro Jahr einspart. Zudem soll die Anlage den Ausstoß von Kohlendioxid um jährlich 652.300 Tonnen reduzieren.

Das Projekt ist Bestandteil des offiziellen Regierungsarbeitsberichts der Region Xizang. Dieser sieht vor, die installierte Leistung von 13 Millionen Kilowatt im Jahr 2025 auf 20 Millionen Kilowatt im Jahr 2026 zu erhöhen. Die Regionalregierung plant dafür den Aufbau großer integrierter Energiebasen, die Wind-, Solar- und Wasserkraft an verschiedenen Standorten bündeln.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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