Pumpspeicherkraftwerk Deutschland Berg EnBW

EnBW baut altes Kraftwerk in Pumpspeicher um – 350 Meter senkrecht im Berg

Maria Gramsch
Bild: PORR

Tief im Schwarzwald baut der Energieversorger EnBW das traditionsreiche Wasserkraftwerk Forbach zu einem modernen Pumpspeicher aus. Eine unterirdische „Wasserbatterie“ soll künftig überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit wieder ins Netz einspeisen.

Wind- und Solarenergie liefern zwar klimafreundlichen Strom, sind jedoch stark von Wetter und Tageszeit abhängig. Das führt zu erheblichen Schwankungen in der Stromerzeugung.

So entsteht bei hoher Sonneneinstrahlung oder starkem Wind zeitweise mehr Energie, als tatsächlich auch benötigt wird. Während Windflauten oder Dunkelheit hingegen reicht die erzeugte Energie nicht aus, um den Bedarf zu decken.

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Für den Ausgleich solcher Schwankungen sind leistungsfähige Speicherlösungen entscheidend. Denn sie können überschüssigen Strom aufnehmen und ihn bei hoher Nachfrage wieder abgeben. Speicher helfen so, Erzeugungsspitzen abzufangen und das Stromnetz stabil zu halten.

Dabei kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz, wie Batteriespeicher, Wasserstoffspeicher oder Pumpspeicherkraftwerke. Auf eine solche Lösung setzt auch der Energieversorger EnBW am Standort in Forbach im Schwarzwald. Dort wird das bestehende Wasserkraftwerk derzeit zu einem modernen Pumpspeicher ausgebaut, der überschüssige Energie aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Stromnetz einspeisen kann.

Pumpspeicherkraftwerk in Forbach soll Stromspitzen abfangen

Bei einem Überangebot an Wind- oder Solarstrom nutzt ein Pumpspeicherkraftwerk die überschüssige Energie, um Wasser in ein höher gelegenes Speicherbecken zu pumpen. Übersteigt der Strombedarf dann die Erzeugung aus Windkraft- oder Solaranlagen, wird das Wasser aus dem Speicherbecken wieder abgelassen.

Auf seinem Weg treibt es dabei durch Turbinen Generatoren an. Auf diesem Weg kann das Kraftwerk Erzeugungsspitzen aufnehmen, kurzfristige Engpässe ausgleichen und gleichzeitig auch zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

Genau das plant EnBW im Nordschwarzwald mit dem mehr als 100 Jahre alten Rudolf-Fettweis-Werk. Dieses wird aktuell zu einem modernen Pumpspeicherkraftwerk umgebaut.

Dafür entstehen im Berg ein unterirdischer Wasserspeicher als neues Unterbecken sowie eine weitere Kaverne für Turbinen und Generatoren. Als Oberbecken dient weiterhin die Schwarzenbachtalsperre, die bis zu 14 Mio. Kubikmeter Wasser aufnehmen kann.

Zwischen der Schwarzenbachtalsperre und dem Kraftwerk liegen rund 357 Höhenmeter. Auf dem Weg nach unten baut das Wasser dadurch einen Druck von etwa 35 bar auf – genug, um die Turbinen mit großer Kraft anzutreiben und Strom zu erzeugen.

Das rund 280 Millionen Euro teure Projekt soll 2027 in Betrieb gehen und künftig innerhalb weniger Sekunden Strom aufnehmen oder bereitstellen können.

Pumpspeicherkraftwerk nutzt Stollen als Speicherraum

Statt eines neuen Speicherbeckens an der Oberfläche will EnBW ein verzweigtes Stollensystem im Berg nutzen. Ein Hauptstollen verbindet die Anlage mit dem bereits vorhandenen Ausgleichsbecken, sechs Nebenstollen schaffen weiteren Platz. So können insgesamt rund 400.000 Kubikmeter Wasser gespeichert werden.

Bisher floss das Wasser im Kraftwerk in Forbach nach der Stromerzeugung weiter. Die neue Unterstufe macht jedoch einen Kreislauf möglich. Denn nach dem Weg durch die Turbinen wird das Wasser in unterirdischen Speichern aufgefangen und bei überschüssigem Strom wieder hinauf in die Schwarzenbachtalsperre gepumpt. Wird erneut Energie benötigt, fließt es wieder nach unten und erzeugt dabei Strom – so kann dasselbe Wasser immer wieder genutzt werden.

Nach dem Ausbau soll das Schwarzenbachwerk eine Turbinenleistung von 54 Megawatt erreichen und im Pumpbetrieb bis zu 57 Megawatt aufnehmen können. Zusammen mit den 22 Megawatt des bereits bestehenden Murgwerks verfügt der Standort damit über eine Erzeugungsleistung von insgesamt 76 Megawatt. Im Tagesspeicherbetrieb soll das Kraftwerk künftig eine Speicherkapazität von rund 456 Megawattstunden erreichen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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