Im Lübecker Hafen sollen künftig zwei Mini-Windräder Strom erzeugen. Mit den Kleinwindkraftanlagen eines deutsch-niederländischen Start-ups Elegant Energy soll eine weitere Form der lokalen Energieerzeugung im Hafenbetrieb erprobt werden.
Die Windenergie ist einer der zentralen Pfeiler für die Energiewende und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Durch den Ausbau von Windkraftanlagen sollen künftig fossile Energieträger in der Stromerzeugung ersetzt werden, um die Klimaziele zu erreichen.
In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil der Windenergie am Strommix in Deutschland immer weiter entwickelt. Im Jahr 2025 lag der Anteil am gesamten Bruttostrom in Deutschland bei 26,6 Prozent, im Jahr 2005 waren es noch 4,4 Prozent.
Doch Windkraftanlagen können nicht beliebig an jedem Standort errichtet werden. Denn für ihren wirtschaftlichen Betrieb benötigen sie vor allem ausreichend starke und möglichst gleichmäßige Windverhältnisse.
Klassische Windräder benötigen außerdem ausreichend Platz, damit sich ihre großen Rotorblätter ungehindert drehen können. Für eng bebaute Standorte kommen sie daher nicht in Frage.
Das deutsch-niederländische Start-up Elegant Energy will mit seinem vertikal laufenden Mini-Windrad genau bei diesem Problem ansetzen. Zwei der Kleinwindkraftanlagen sollen künftig am Lübecker Hafen für grüne Energie sorgen.
Mini-Windräder sollen im Herbst 2026 am Lübecker Hafen Strom produzieren
Die beiden Kleinwindkraftanlagen am Skandinavienkai des Lübecker Hafens entstehen im Zuge des Projekts Baltic-Green-Net, das zum Teil von der EU finanziert wird. Entstehen sollen zwei Mini-Windräder mit einer installierten Nennleistung von acht Kilowatt.
Das Mini-Windrad „Marlene“ des deutsch-niederländischen Start-ups Elegant Energy verfügt über vertikale Drehachsen. Daher eignet es sich besonders für eng bebaute Standorte wie Häfen, Gewerbegebiete oder Bereiche in der Nähe von Gebäuden.
„Wir wollen damit eine Lücke schließen“, erklärt Mark Hopman, einer der Gründer von Elegant Energy, gegenüber Capital. „An vielen Orten sind große Räder verboten, obwohl viel Wind weht, etwa an Deutschlands Küsten oder Gewerbegebieten in Stadtnähe.“
Allerdings sind diese Anlagen aufgrund der Rotorgröße für kleinere Anwendungen ausgelegt, da sie nicht die Leistung großer Windkraftanlagen erreichen. Die Anlage im Lübecker Hafen soll zwei Mini-Windräder umfassen, die ab Ende September Strom produzieren sollen.
Mini-Windrad „Marlene“ liefert Strom für bis zu neun Haushalte
Die Gesamthöhe der kleinen Windräder kann 9,25 bis maximal 20 Meter betragen. Dabei können die drei senkrecht angebrachten Rotorblätter je nach Standort jährlich im Durchschnitt 20.000 Kilowattstunden Strom produzieren.
Die maximale Energie liegt laut dem Hersteller Elegant Energy jährlich bei maximal 70.000 Kilowattstunden. Demnach können im Schnitt damit mindestens sieben bis neun Haushalte für ein Jahr mit Strom versorgt werden.
Außerdem sollen die Anlagen leiser als herkömmliche Windkraftanlagen arbeiten und durch ihre senkrechten Rotorblätter Vögel und Fledermäuse schonen. Zudem wirft das Mini-Windrad nicht so viel Schatten wie herkömmliche Anlagen.
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