Auch die Raumfahrt ist mit weltweiten Engpässen bei kritischen Rohstoffen konfrontiert. Das US-Unternehmen Rocket Lab hat sich diesem Umstand angenommen und liefert mit einer neuen Weltraum-Solarzelle eine mögliche Lösung. Denn diese soll ohne das teure Mineral Germanium auskommen und dadurch nicht nur Kosten reduzieren, sondern auch das Gewicht.
Neben vielen anderen Industrien kämpft auch die Raumfahrtbranche mit Engpässen bei kritischen Rohstoffen. Doch eine potenzielle Lösung kommt jetzt womöglich aus Kalifornien. Denn das Unternehmen Rocket Lab entwickelte mit der Solarzelle IMM Apex einen Ansatz, der ohne das kritische Mineral Germanium auskommen soll.
In den vergangenen drei Jahrzehnten bildete Germanium die Basis für die Energieversorgung im Orbit. Aber die steigenden Materialkosten und immer instabilere Lieferketten zwingen Hersteller zum Umdenken. IMM Apex soll genau an dieser Stelle ansetzen und ein neues Fundament für die Zukunft schaffen.
Weltraum-Solarzelle: 40 Prozent weniger Gewicht für mehr Nutzlast im Orbit
Der Verzicht auf Germanium birgt nicht nur eine Kostenersparnis. Denn die Solarzelle erreicht mit 31,5 Prozent auch einen relativ hohen Wirkungsgrad bei der Energieumwandlung. Zusätzlich reduziert sich das Gesamtgewicht der Konstruktion um bis zu 40 Prozent. Das bedeutet, dass mehr Kapazität für wissenschaftliche Instrumente zur Verfügung steht.
Raumfahrtunternehmen sollen so ab sofort Zeit und Geld sparen können, ohne ihre eigentlichen Satelliten aufwendig und teuer umzubauen. Als sogenanntes Drop-in Replacement lässt sich das System laut Rocket Lab im mechanischen und elektrischen Sinne eins zu eins austauschen. Vergleichbar sei das mit dem Austausch einer Batterie bei einer Fernbedienung.
Erprobte Technik für die Serienfertigung
Auch das Ausfallrisiko bleibt laut Angaben gering. Denn die technische Basis, die sich bereits seit über zehn Jahren im Orbit bewährt hat, bleibt die gleiche. Diese ermöglichte etwa den Antrieb des Mars-Helikopters Ingenuity der NASA. Zudem sei die Zelle besonders widerstandsfähig gegen die Weltraumstrahlung und starke Temperaturschwankungen. Brad Clevenger, Präsident von Rocket Lab USA, dazu:
IMM Apex bietet eine außergewöhnliche Leistung und bewältigt gleichzeitig reale Herausforderungen wie steigende Materialkosten und Lieferkettenengpässe. Mit IMM Apex erhalten Kunden Zugang zu einem hocheffizienten, leichten und germaniumfreien Produkt, das bewährte Zuverlässigkeit mit schnelleren Produktionszeiten vereint.
Durch gezielte Investitionen will das Unternehmen bereits eine Produktion im Bereich von mehreren hundert Kilowatt erreicht haben. Rocket Lab belieferte bisher mehr als 1.700 Missionen und treibt mit den eigenen Produkten über 1.100 Satelliten an.
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