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Politblogs= Splogs

Splogs sind Spamblogs und die bisherigen Wahl/Politblogs kannste alle in diese Spamecke treten!

Lapidarium und Blogbar sind ebenso wie ich über die Wahlblogs enttäuscht. Es ist genau das eingetreten, was viele befürchtet, aber sich nicht gewünscht haben: Der Lesespaß bleibt irgendwo nur nicht auf den Wahlblogs, die Themen sind zum allergrößten Teil politisch eingefärbt hoch zehn (sprich: Einseitig) und die Kommentare kannste so gut wie knicken (Bsp.: Die ziemlich schwache Reaktion von Nico). Die Live-WahlBerichterstattung von den Parteitagen war dann richtig bezeichnend: Below Nullwertlinie.

Ich kann nur für mich sprechen: Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem „wir sind besser als [Politfarbe einpinseln]“ kotzt mich richtiggehend an. Gut, liegt daran, daß ich seit meiner Studienzeit aufdringliche Parteisoldaten nicht ab kann, die mich damals im Cafe immer versucht haben zu belatschern (eigentlich gutes Training, um den Drecksack-Ton zu erlernen, wie man Menschen ganz schnell abwimmelt). Unternehmensbloggern nimmt man übel, wenn sie ihre Produkte/Services schönreden -obwohl sie dahinterstehen- aber Politblogger rühren dermaßen im Politfarbeimer, daß es es nicht mehr schön ist. Für mich sind es bessere Splogs.

Ist denn niemand in der Lage ein spannendes Wahlblog mit Hintegründen, Wissen, Neutralität und von mir wegen Polit-Watching (gerade bei den beliebten Statistikspielereien sehr einfach möglich, wie die Parteien hier Statistiken zu ihrem Nutzen und zur allgemeinen Verarschung setzen) aufzusetzen? Ich will nicht mehr hören, wer das bessere Wahlprogramm hat. Diese Meinung kann ich mir schon selber bilden.

btw, ich kann schon sehr gut trennen zwischen den Personen und ihren Projekten. Einige finde ich menschlich klasse, auch wenn ihre Wahblog-Projekte mE gescheiterte Experimente sind

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

8 Kommentare

  • So schlecht sind die Wahlblogs nun doch auch wieder nicht. Natürlich sind viele von ihnen gefärbt. Das ist doch sonst auch bei vielen Bloggern beliebt. Aber von Spam kann keine Rede sein, schließlich muss niemand die Polit-Blogs lesen. Ich bin überrascht gewesen, wie viele politischen Blogs es überhaupt schon gibt. Diesmal kann man wenigsten wirklich von einem Online-Wahlkampf sprechen. Dass hierbei viel geholzt wird, verwundert mich nicht weiter. Eine tiefgehende Analyse hatte ich mir gar nicht erst erhofft. Und doch gibt es vereinzelt solche Blog-Perlen.

  • Also quasi sowas wie ein Sport-Reporter der
    ein Fußballspiel kommentiert? Fänd ich auch
    gut. Der einfach neutral erzählt was jede Partei gerade so macht und ein bischen über die Hintergründe aufklärt. Vor allem letzteres vermise ich oft. Generell bei Nachrichten. Ein Grund warum ich gerne Logo anschaue und danach die Tagesschau 🙂

  • bei parteitagen wird zwar auch gewählt, aber „Wahlberichterstattung“ habe ich (und die kollegen beim spd-parteitag) nicht gemacht. gewählt wird am 18.9, vorher nennt man das wahlkampf. „lesespass“ ist und bleibt höchst subjektiv und das ist auch — ganz blogdingsmässig — gut so.

    worauf ich aber wert lege ist, nicht „politisch eingefärbt hoch zehn“ von den parteitagen gebloggt zu haben. noch nicht mal hoch eins. leider erschliesst es sich mir auch nicht was sie gelesen haben, denn weder bei dons noch johnnys parteitagsgeblogge konnte ich eine „wir sind besser als [Politfarbe einpinseln]“-haltung erkennen.

    wtf haben sie bloss gelesen, kann es sein dass da in der aufregung und durch fonsis inspiration das eine oder andere durcheinandergeraten ist, „bursche“?

  • @ix, ui, danke für den Hinweis … natürlich geht es nicht um die „Wahl“berichterstattung :-)) Habs korrigiert, thx.

    Was die Sache mit der Einfärbung eingeht: Die Brücke habe ich nicht gebaut, zwischen den Wahlblogs und den Blogartikeln von den Parteitagen. Oben steht, daß die Ersteren viel zu einseitig sind und die Zweiteren Nullwert besitzen.

  • robert, wenn ich eine sache schreibe und in den kommentaren gesagt wird, ich soll zu einer anderen sache stellung beziehen, dann muss ich das noch lange nicht tun. ich bin kein steuerexperte und werde es nie werden. ich lese zum thema, bilde mir meine meinung, aber habe nicht den anspruch, hier eine eigene position zu formulieren. es ging in meinem artikel auch nicht primär um die inhalte des herrn kirchhof, sondern darum, wie er zunehmend in die kritik aus den eigenen reihen gerät.

    ich muss nicht über jedes stöckchen springen, das mir jemand hinhält. das als schwache reaktion zu definieren, finde ich eher uncool.

  • ich finde es nicht uncool, wenn ich die Gutsherrenart im Kommentarbereich auf manchen Polit-Blogs im Sinne einer gewinnbringenden Politdiskussion für nicht förderlich halte (ebenso wenig wie ich niemanden vorschreibe, wie er sein Blog zu gestalten hat). Auch wenn ich Dich verdammt schätze, muß ich das nicht gutheissen. Ich nehme mir eben die Freiheit, darauf einzugehen.

  • gutsherrenart? das ist mein blog, da lasse ich mir doch nicht in den kommentaren vorschreiben, worüber ich schreiben soll. ist doch kein wunschkonzert.

  • @nico
    Aber sicherlich etwas, wo man mit anderen Formulierungen weniger Widerspruch erzeugt. Wobei natürlich es immer schön ist, diesen kleinen Episonden zu folgen. :o)