Die Könige der Sternchentexte

André Vatter

sternchenHayo stand eben am Drucker und wartete, bis sein Ausdruck fertig war. Es ging um irgendein neues Mobilfunkangebot, fragt mich nicht. Erste Seite, zweite Seite, dritte Seite… „Hayo, es nervt. Der Drucker nervt“, sage ich. „Nur eben das Angebot“, meint er. Er bleibt am Auswurfschacht stehen und die Kiste spuckt weiter Seiten aus, die vierte, die fünfte. „Hayo!“ – „Gleich!“. Er sammelt die Blätter ein, geht zurück zum Schreibtisch und setzt sich, dann heult die Laser-Höllenmaschine wieder auf und Hayo geht wieder hin. Die sechste Seite, die siebte Seite. „Was zum Teufel druckst du da?“

Es war tatsächlich nur ein stinknormales Mobilfunkangebot. Aber was da so viele Seiten brauchte, waren nicht die schicken „Jetzt zugreifen, nur 9,99 Euro!“-Sprüche, sondern der Text darunter: Winzig klein, grau, heller als grau – der Sternchentext. Hätten wir die ausgedruckten Seiten einmal hintereinander auf den Boden gelegt, hätte Hayo mit seiner (gefühlten) 2,30 Meter Körpergröße sicherlich bequem daneben gepasst.

Ich habe das Gefühl, dass sich in letzter Zeit im Kundenfang etwas radikal verändert hat: Fußnoten zum Angebot gab es immer, aber das Verhältnis scheint nun so stark gekippt, dass der eigentliche Gegenstand maximal ein Viertel der Anbieterseite einnimmt. Der Rest besteht aus juristisch wasserdichtem Text, der offenbar die öffentliche Missinformation der Werbung wieder wettmachen muss. Schön unleserlich und im besten Beamtendeutsch. Wenn es sich machen lässt, bitte auch ohne Punkt und Komma und Absätze.

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Ich habe gerade einmal ein paar (zufällig ausgewählte) Seiten von Mobilfunkern miteinander verglichen. Das Ergebnis seht ihr hier. Im Folgenden also die Könige der Sternchentexte:

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.