Die Könige der Sternchentexte
Hayo stand eben am Drucker und wartete, bis sein Ausdruck fertig war. Es ging um irgendein neues Mobilfunkangebot, fragt mich nicht. Erste Seite, zweite Seite, dritte Seite… “Hayo, es nervt. Der Drucker nervt”, sage ich. “Nur eben das Angebot”, meint er. Er bleibt am Auswurfschacht stehen und die Kiste spuckt weiter Seiten aus, die vierte, die fünfte. “Hayo!” – “Gleich!”. Er sammelt die Blätter ein, geht zurück zum Schreibtisch und setzt sich, dann heult die Laser-Höllenmaschine wieder auf und Hayo geht wieder hin. Die sechste Seite, die siebte Seite. “Was zum Teufel druckst du da?”
Es war tatsächlich nur ein stinknormales Mobilfunkangebot. Aber was da so viele Seiten brauchte, waren nicht die schicken “Jetzt zugreifen, nur 9,99 Euro!”-Sprüche, sondern der Text darunter: Winzig klein, grau, heller als grau – der Sternchentext. Hätten wir die ausgedruckten Seiten einmal hintereinander auf den Boden gelegt, hätte Hayo mit seiner (gefühlten) 2,30 Meter Körpergröße sicherlich bequem daneben gepasst.
Ich habe das Gefühl, dass sich in letzter Zeit im Kundenfang etwas radikal verändert hat: Fußnoten zum Angebot gab es immer, aber das Verhältnis scheint nun so stark gekippt, dass der eigentliche Gegenstand maximal ein Viertel der Anbieterseite einnimmt. Der Rest besteht aus juristisch wasserdichtem Text, der offenbar die öffentliche Missinformation der Werbung wieder wettmachen muss. Schön unleserlich und im besten Beamtendeutsch. Wenn es sich machen lässt, bitte auch ohne Punkt und Komma und Absätze.
Ich habe gerade einmal ein paar (zufällig ausgewählte) Seiten von Mobilfunkern miteinander verglichen. Das Ergebnis seht ihr hier. Im Folgenden also die Könige der Sternchentexte:


(André Vatter)
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· read: 6244 · today: 3 · last: 13. February 2012





Sowas kann ja wieder nur in Deutschland vorkommen…
Grüße…
Deswegen gilt: Egal wie klein und grau – Lesen!
bei unzählig vielen möglichen kunden, spielt der einzelkunde keine rolle mehr. also muss man sich um ihn auch nicht sonderlich bemühen. und wenn die mitbewerber genauso handeln, umso besser.
die textgrösse online kann man mit der kombi apfel-taste + oder strg + vergrössern. macht den text zwar nicht weniger, aber grösser, haha
ich bin beim billiganbieter. 1 tarif für alle gespräche, 1 tarif für alle sms.
sonst will ich nichts. sonst brauch ich nichts. so ein geschäftsgebahren wie hier stösst mich ab, so dass ich da nicht kunde werden möchte.
und: haha. ich hab ein altes nokia 6310i aus dem jahre 2004.
ps: hat sich hayo jetzt für das 2-meter angebot entschieden?
Nach dem Motto: “Hier, dein neuer Porsche!”
ABER: “Du darfst ihn nur zwischen 12 Uhr und Mittags fahren, nur V-Power tanken, keine Alu-Felgen drauf ziehen, nicht auf den Sitzen Platz nehmen, das Fahrzeug nicht bewegen, nicht anfassen und nicht an andere ausleihen.”
Dir ist aber schon klar, dass Simyo nicht einfach nur ein Drittanbieter ist, sondern einem der großen 4 gehört? Man beachte die leicht grauen Links unten rechts auf der Seite ;) Demnach hat Eplus quasi mit seiner parallelen “Einfach & Günstig”-Marke doch wieder punkten können.
meterlange sternchentexte? ich versteh die welt nicht mehr, das ist doch nicht normal!
Ich bin bei simyo und habe mit diesen geldgierigen Konzernen da oben nix zu tun – zumindest nicht direkt. Und bei simyo gibt es auch nicht fünf Millionen Zeilen Kleingedrucktes. Puh.
“[...] Die Vodafone live! InternetFlat gilt nur [...] für von Vodafone zertifizierte Clients [...]”
Ein Anruf bei Vodafone mit der Frage was denn “zertifizierte Clients” so sind, wurde nicht genau beantwortet. Man verwies mich auf die “Programme die im Vodafone live Portal runtergeladen werden können” …dieses fand ich allerdings nicht auf der Website, zumindest nicht mit runterladbaren Programmen.
…VoIP und IM Ausschluss per Sternchen ist ja leider schon obligatorisch bei so gut wie jeden Provider :/
oweia, ich muss schleunigst meinen vodafone vertrag kündigen, das is ja schon nötigung.
Wobei man auch dazusagen muss, dass die Kunden teils an den 3 Metern Kleingedrucktem selbst Schuld sind. Sobald es in Deutschland irgendetwas zu einem anständigen Preis gibt, wird es solange gnadenlos ausgequetscht, bis der Anbieter sich absichern muss. Es gibt Länder, da funktioniert fair-use – aber nicht in Deutschland.
Konsequenz aus solchen Geschäftsgebaren: Im Internet bestellen, dann hat man 14 Tage Widerufsrecht.
Nie im Shop einen Mobiltelefonvertrag abschließen. Der Kundenverrater erinnert sich im Zweifelsfall an gar nichts. Zudem hat er mit dem Vertrag plötzlich nichts mehr zu tun, weil man nämlich den Vertrag mit der Zentrale in Woauchimmer abgeschlossen hat und nicht mit dem lokalen Shop.
ansonsten bin ich auch beim unter Nr. 15 erwähnten Anbieter und immer wieder erstaunt über die Minutenpreise der PostPaid-Anbieter, wenn man dann mal nicht das super duper immer alles flat Paket buchen möchte.
@22: Mit dem Pearl Crescent Page Saver, einem Firefox-Plugin:
https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/10367
[...] etwas von der angekündigten Sperre an den HotSpots und im Mobilfunknetz mitbekommen? In den AGB steht ja weiterhin die Klausel: “Die Nutzung von VoIP und Instant Messaging ist nicht [...]