Greenpeace vs. Facebook: Mit Kinder-Video gegen den Kohle-Fresser

Zu Beginn dieses Jahres hatte Facebook angekündigt, in Prineville (Oregon) ein eigenes, 180 Millionen US-Dollar teures Rechenzentrum bauen zu wollen. Während sich die örtlichen Politiker und einige Arbeitnehmer aus verständlichen Gründen darüber gefreut haben dürften, stießen die Pläne bei Greenpeace auf starke Abneigung. Grund dafür war, dass der für den Betrieb der unzähligen Server benötigte Strom von PacifiCorp kommen sollte. Das Problem dabei: Der Energiemix des lokalen Versorgers besteht zu 59 Prozent aus Kohlestrom – und liegt damit gut 9 Prozent über US-amerikanischem Durchschnitt. Bei der Verbrennung des fossilen Energieträgers werde aber die Luft über Gebühr verschmutzt und dadurch in der Folge die globale Erderwärmung begünstigt, so die Umweltschützer.
Facebook reagiert natürlich gelassen (mit Ablehnung) und ließ verlautbaren, dass das neue Rechenzentrum sehr energieeffizient arbeiten werde. Das sei im Grunde alles, was das Soziale Netzwerk tun könne, schließlich habe man auf die Wahl der Energie-Quellen des Stromversorgers keinen Einfluss. Es kam also, was kommen musste: Greenpeace rief zum Protest auf und gründete eine Facebook-Gruppe mit dem Namen “Unfriend Coal” (und noch eine weitere Gruppe). Doch Zuckerberg rührte sich nicht. Im September dieses Jahres erneuerte Greenpeace-Geschäftsführer Kumi Naidoo in einem offenen Brief sein Anliegen an den Gründer. Aber wieder nix. Und so holen die Umweltschützer nun zum ultimativen Schlag aus: dem nachfolgenden Video.
So sehr ich das Anliegen der Umweltschutz-Organisation im Kern unterstütze, so wenig überzeugt bin ich davon, dass dieses Filmchen sie auch nur ansatzweise ihrem Ziel nähern bringen wird. Die Message kommt zwar an, und das auf kindlich-naiv getrimmte Werk hat vielleicht die Chance, ein Viral zu werden. Sehr viel bewegen wird sich dadurch aber sicherlich nicht. Ich hoffe allerdings, dass ich mich irre…
(Marek Hoffmann)
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Wäre doch eine Alternative über die er nachdenken könnte, der Facebook-Gründer der ;-)
[...] Basic Thinking) KategorienNetzwelt, Videos Tags: Facebook, Greenpeace Kommentare (0) Trackbacks (0) [...]
Zuckerberg hat ja schon genug mit Datenschützern usw. zu tun, da will er sich doch nicht mit noch mehr Negativ-Publicity rumärgern…
Den Vorschlag mit dem Wind und Solarpark wär doch mal ne Idee :D
@Sven & Hakoni
Facebook ist aber nun mal kein Stromanbieter und will es wohl auch nicht werden. Deswegen ist die Antwort von Zuckerberg genau die richtige. Soll Greenpeace doch Druck auf PacifiCorp oder noch besser auf die kalifornische Regierung ausüben.
Machen sie doch sonst auch nicht anders: Als die Brent Spar versenkt werden sollte, sind sie ja auch nicht die Kunden von Shell (also die Autofahrer), sondern Shell angegangen.
Sich selbst mit Strom zu versorgen ist noch lange nicht der Schritt hin um ein Stromanbieter zu werden.
@Sven
So war mein Kommentar nicht zu verstehen. Die Idee hinter der Aussage war viel mehr, dass jedes Unternehmen Kernkompetenzen hat, auf die es sich meiner Meinung nach konzentrieren sollte.
Die Kernkompetenzen von FB bewegen sich in diesem Zusammenhang sicher nicht in der Stromproduktion. Wenn ich so argumentieren würde wie Du, müsste ich FB ja auch empfehlen in die Serverproduktion einzusteigen.
Grundsätzlich ging es mir eher um die Argumentation von Greenpeace, sie wählen mMn den falschen Adressaten!
Ich denke Facebook kann da sehr wohl was machen!
Ist ja schließlich auch ein bisschen Vorbildfunktion für alle anderen.
OT: Das Video ist ja wohl megagut, ich lach immer noch :D
Ob die Energie aus fossilen Brennstoffen, erneuerbaren Energien oder sonstwoher stammt, ist dabei zweitrangig. Im Grunde genommen sollte Greenpeace den Stromerzeuger und nicht den Abnehmer angehen, sonst müssten vermutlich zahlreiche Privathaushalte auch gleich mit angegangen werden.
[...] Laut Basicthinking wird der Strom im Facebook-Rechenzentrum zu 59% aus Kohlenenergie gewonnen. Wenn wir nun nochmal auf die Grafik gucken sehen wir, das Microsoft mit 79% Stromerzeugung aus Kohlenstoff weitaus schlimmer ist. Doch warum wird Microsoft in der Kampagne nicht an den Pranger gestellt, wo die doch viel schlimmer sind als Facebook? [...]
Ich bin ganz deiner Meinung.
[...] Greenpeace vs. Facebook: Mit Kinder-Video gegen den Kohle-Fresser | Basic Thinking Was ein geiles Kindervideo über Facebook. [...]
Das Video ist sicherlich überspitzt und provozierend. Aber so verbreitet es sich halt schnell. Wie man sieht springt auch basicthinking auf den Zug auf – wie viele andere Seiten auch. Fertig ist das virale Marketing :-)
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[...] Server benötigen widerum Unmengen an Energie. Strom. Wo wir beim Knackpunkt wären, wie bereits Marek Hoffmann auf Basic Thinking [...]
Ich bin in der Nähe eines Kohlekraftwerkes aufgewachsen.
Liebe Grüße aus dem Spinnstübchen