Hast du mal ‘ne halbe Milliarde? Mark Zuckerberg geht unter die Philanthropen

Mark Zuckerberg, der jüngste Self-Made-Milliardär der Welt, geht unter die Großspender und schenkt der „Silicon Valley Community Foundation“ eine halbe Milliarde Dollar. Also der gleiche Mann, der momentan als die Personifizierung des Bösen portraitiert wird, weil er mit seinem neuen Lieblingsprojekt Instagram Geld verdienen will, tritt nun als großer Menschenfreund auf. Echte Wohltat oder kalkulierte PR?

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Von der Kunst und Wissenschaft des Gebens

Die von ihm bedachte Stiftung arbeitet vorrangig im Bereich Gesundheit und Bildung. Sie berät eigenen Angaben zufolge wohlhabende Menschen in der „Kunst und Wissenschaft des Gebens“ und hilft ihnen, ihre philanthropischen Ziele zu erreichen. Mark Zuckerberg darf sich jetzt erst einmal aussuchen, wofür das Geld eingesetzt wird.

Man könnte Zuckerberg nun vorwerfen, dass er sich mal gründlich die Hände reinwaschen möchte und sich in ein positives Scheinwerferlicht rücken will, denn gerade zuletzt erhielten er und sein soziales Netzwerk nicht gerade positive PR.

Wiederholungstäter Zuckerberg

Auf der anderen Seite steht Weihnachten vor der Tür, da kann man schon mal was in den Klingelbeutel legen, zumal es nicht seine erste große Spende ist. Schon 2010 griff er den Schulen im US-Staat New Jersey mit 100 Millionen Dollar unter die Arme.

Wer jetzt spitzfindig sein möchte, kann argumentieren, dass die damals positive PR dem Börsengang von Facebook wohl nicht geschadet hat. Dass die Spende zeitgleich mit der Weltpremiere des Films „The Social Network“ angekündigt wurde, in dem Zuckerberg nicht gerade vorteilhaft dargestellt wird, dürften Kritiker auch genüsslich anführen.

Wenige Wochen später unterschrieb Zuckerberg auch die von Bill Gates gegründete Initiative des „Giving Pledge“, eine Art Ehrenkodex der Reichsten der Reichen, nach dem diese mindestens 50 Prozent ihres Vermögens für wohltätige Zwecke spenden sollen. Dem exklusiven Klub gehören derzeit 57 Milliardäre an, darunter unter anderem Warren Buffett, George Lucas oder Nicolas Berggruen. Auch hier wird kritisiert, dass die Milliardäre sich in erster Linie ein soziales Image erkaufen möchten und selbst darüber entscheiden, wofür das Geld eingesetzt wird.

Soziales Engagement ist erst einmal immer gut

Ich teile diese Kritik nicht. Sicher, die Spender werden sich bestimmt nicht beklagen, eventuell in ein besseres Licht gerückt zu werden. Doch das muss man keinem vorwerfen. Und das als einzigen Antrieb zu unterstellen, finde ich zumindest vermessen. Dadurch wird sich schließlich kein Mensch mehr bei Facebook anmelden oder eine Windows-Lizenz kaufen. Das wissen auch Zuckerberg, Gates & Co.

Den Menschen, denen die Spenden zu Gute kommen, wird es vermutlich auch ziemlich egal sein, ob sich jemand mit der Wohltat schmückt oder nicht. Den Vorwurf, dass der Spender darüber bestimmt, was mit dem Geld passiert, finde ich ebenfalls nur hanebüchen. Das Gleiche macht auch der Otto-Normalbürger, der sich aktiv dafür entscheidet, sein Geld an „Brot für die Welt“ und nicht an „Unicef“ zu spenden. Jemandem daraus einen Strick drehen zu wollen, ist unangebracht.

Mark Zuckerberg kann man nun allenfalls schlechtes Timing unterstellen. Doch für jemanden, der derart unter öffentlicher Beobachtung steht wie der Facebook-Chef, gibt es wohl überhaupt keinen geeigneten Zeitpunkt, um etwas zu spenden, ohne sich zeitgleich der Kritik auszusetzen. Selbst zur Weihnachtszeit wird der Jungmilliardär verdächtigt, Böses im Schilde zu führen, wenn er zunächst einmal etwas Gutes tut. Das muss nun wirklich nicht sein.

Bild: Flickr / kk+

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13 Kommentare

  1. Dave

    *Deshalb* steht er auf deiner Positivliste? Bei mir ist’s irgendwie andersrum: Wenn jemand, der so unfassbar viel Geld besitzt und nicht wahnsinnig viel Geld spendet, landet erst mal auf einer Negativliste :-)

  2. Svennibenni

    Tu Gutes und sprich darüber, dann kommen vielleicht auch andere auf den Trichter. Und sind wir mal ehrlich: die gute PR hat er sich damit auch verdient, kalkuliert oder nicht.

  3. Adrian Kubitza

    Und wenn es Facebook nicht geben würde, würde es eben etwas anderes geben. Vorallem etwas anderes worüber wir uns aufregen, schreiben oder lesen können.

    Auch könnten wir jetzt ein “Was-wäre-Wenn”-Spiel starten, aber lassen wir das mal lieber.

    Solange gutes und nützliches mit dem Geld passiert, ist alles in Ordnung ;)

  4. affe

    Es würde mich keine 500 000 Millionen jucken ob ich gute PR bekomme oder nicht. Und ich denke ihn auch nicht. Facebook kann sich doch sowieso leisten was es will.

  5. Benny

    Grundsätzlich ist spenden eine gute Sache. Da hast du Recht, vor allem wenn es um solche Summen und 50% des Einkommens geht. Aber die Welt wird nicht besser wenn wir nur spenden, es müssen grundsäztliche Strukturen verändert werden. Hilfe zur Selbsthilfe praktisch. Es reicht nicht Decken oder Essen in dritte Welt Länder zu schicken, sondern man muss versuchen den Teufelkreis zu durchbrechen, dass viele arme Länder keine Subsistenzwirtschaft aufbauen können, weil sie preislich nicht mithalten können und somit in eine Abhänigkeit gedrängt werden, aus der sie schwer wieder rauskommen. Mit soviel Geld könnte wikrlich etwas verändert werden. Ich hoffe, sie setzten es richtig um.

  6. Adrian Kubitza

    @Benny da gebe ich dir absolut recht. Helfen ist nicht gleich Helfen. wenn man auch bedenkt das unser Kleiderspenden in manchen Regionen ganze Industriezweige sterstört haben… Hauptsache wir können uns nach dem spenden gut fühlen, aber wir denken dabei keine 3 Meter weit.

    Hilfe zur Selbsthilfe ist denke ich auch immer langfristig der richtige weg. Immerhin hängt man selbst mehr an etwas, was man sich selbst erarbeitet hat, als an etwas was man nur von jemanden “geschenkt” bekommen hat.

  7. Phil

    Der Sprung von Felix Baumgartner soll Red Bull (laut dem Magazin Der Spiegel) angeblich 50 Millionen gekostet haben – und dabei einen Werbewert erzielt haben, der diese Ausgaben um ein Vielfaches übersteigt.
    Entsprechend darf davon ausgehen, dass die 500 Millionen für den Milliardär Zuckerberg nichts weiter als eine publicitytaugliche Investition sind.

  8. Adrian Kubitza

    Auch wenn diese 500 Millionen investition nicht den gleichen Effekt erzielen wird, wie die von RedBull ;)
    Das mit dem Sprung war ja schon ganz schön in den Medien und optimaler als, dass es einmal verschoben werden musste hätte es ja nicht laufen können. Hat das ganze wesentlich verlängert und noch mal die Aufmerksamkeit erhöht… Trinke aber trd. kein RedBull ;)

  9. Texter Jagsch

    Den Typ verseh mal einer. Erst lässt er seine Mitgründer über die Klinge springen und jetzt ist er der großzügige Spendenonkel. Da kann doch was nicht stimmen oder?

    lg

    Wolfgang Jagsch

    Texter & Seo aus Linz

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