Immer mehr Blogs schaffen die Kommentare ab. Zu Recht?

Jürgen Vielmeier


Manchmal könnte man sie alle… Welcher Blogger/Journalist hat schon Spaß daran, sich täglich mit Trollern, Nörglern und Cyberstalkern herumzuärgern? Kommentare unter Blogpostings werden schon seit geraumer Zeit weniger, das Phänomen erlebt praktisch jeder, der seit mehreren Jahren bloggt. Wobei die Interaktion nicht abgenommen hat. Sie hat sich nur verlagert: Wer einen Beitrag mag, der kann ihn liken, plussen oder retweeten. Nicht notwendig, „Toller Beitrag“ zu kommentieren. Und jeder, der schon einmal die Kommentare unter einem YouTube-Video überflogen hat, weiß, dass es im Web sehr, sehr viel gibt, was niemand zu lesen braucht.

Wohl deswegen keimt zur Zeit die Diskussion wieder auf: Warum überhaupt noch Kommentare zulassen? Drei bekannte US-Websites haben sie inzwischen verbannt, zumindest solche Pläne oder haben sie nie zugelassen: Entwickler Matt Gemmell schreibt, er lebe sehr gut ohne Kommentare, die er vor einem Monat ausgeschaltet hat: „Rückblickend war es die richtige Entscheidung“. Er fühle sich seitdem deutlich freier und motivierter. Ex-Techcrunch-Autor MG Siegler stimmt ihm zu und hat die Kommentare in seinem neuen Blog gar nicht erst eingeschaltet. Cody Fink von Macstories kündigt an, im nächsten Redesign Kommentare abzuschalten. Einhellige Meinung der drei: Der Schmutz hat Überhand genommen.

Zusammen in Nostalgie schwelgen, aber auch plumpes SEO

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Es stimmt natürlich: Kommentare können ein Blog bereichern. Oftmals wird die Kommentarfunktion genutzt, um mit dem Autor zu diskutieren oder ihn auf kleine Fehlerchen im Post hinzuweisen. Manchmal entspinnt unter den Kommentatoren eine spannende Ideenschlacht. Und dann gibt es noch Beiträge, wo Autor und Leser gemeinsam in Nostalgie schwelgen können, wie etwa bei unserer Meldung über den 30-jährigen Geburtstag des C64.

Aber sonst? Sonst ist in der Tat in letzter Zeit auffallend viel plumper Spam unter den Kommentaren, um den man sich trotz eines Spam-Filters praktisch rund um die Uhr kümmern könnte. Dann wird gefühlt mehr als die Hälfte der Kommentare aus SEO-Gründen geschrieben. Vermutlich stehen wir noch in den meisten Spam-Listen, obwohl wir vor einigen Wochen den längst überfälligen Schritt gegangen sind und die Links in unseren Kommentaren auf Nofollow gesetzt haben. Dann gibt es üble Glaubenskriege zwischen Apple-Fans und Apple-Hassern. Und natürlich Nörgler, die unter fast jedem Beitrag darauf hinweisen, wie schlecht er mal wieder gewesen sei.

Halte deine Seite sauber

Warum sollte man sich das noch antun? Korrekt ist: Viele Kommentare sind immer noch interessant und hilfreich. Richtig ist aber auch: Die größere Menge ist es nicht mehr. Schaltete man die Kommentare aus, was würde dann aus den so wichtigen Diskussionen zum Thema? Die kann und wird es ja trotzdem geben. Sie verlagern sich ohnehin immer mehr auf Facebook und Google Plus. Und wer den Autor erreichen will, der findet Wege: Facebook, Twitter, Kontaktformular. Auch die gute alte E-Mail ist noch lange nicht aus der Mode gekommen.

Die goldenen Zeiten der Kommentare aber sind vorbei. Und immer mehr Seitenbetreiber sind bestrebt, ihre Seiten „sauber“ zu halten. Was ihr davon haltet, dürft ihr uns gerne noch in den Kommentaren schreiben. Aber wählt eure Worte weise: Was immer ihr wie schreibt, kann später gegen die Kommentarlobby verwendet werden…

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.