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Amen: Neue Version entlockt mir ein erstes müdes Lächeln

Amen ist hübsch und bleibt hübsch. Und auch ein wenig Nutzen hat die App jetzt spendiert bekommen: Diese ganzen Bewertungen à la „Kölner Dom is the best place to have a beer and a nice view over the city“ sollen sich jetzt endlich auszahlen: In der Version 1.5.2 von Amens iPhone App werden Empfehlungen besser katalogisiert. Und auch Ortsbestimmungen kommen hinzu.

Also kann ich für die nähere Umgebung jetzt sehen, dass Klettenberg die (angeblich) beste Wohngegend in Köln ist. 1 Million dieser Bewertungen hat Amen in dem knappen Jahr seines Bestehens gesammelt – was mir wenig vorkommt. Da hilft es mir nicht viel, dass ich Amens über Städte wie New York jetzt in Echtzeit sehen und mit den Locals darüber diskutieren kann. Was bringt mir Echtzeit, wenn dort nichts passiert? Einige der Bewertungen sind allerdings durchaus amüsant zu lesen.

Nach Amen-Empfehlung kein Geheimtipp mehr

Dass die Gottesweg Haltestelle der schlechteste Ort sei, um eine Bahn zu erwischen oder – in Berlin – die KFZ-Zulassungsstelle der beste Ort, bei dem man zum Serienmörder werden könnte, entlockten mir ein Lächeln. Das ist doch auf den ersten Blick deutlich amüsanter zu lesen als Bewertungen auf Qype und Co. Allerdings auch nur auf den ersten Blick. Taucht man bei Qype mal etwas tiefer ein, finden sich dort allerhand Stilblüten und oft ironisch-bissige Rezensionen von Restaurants, Hotels oder Kneipen. Da bietet mir Amen nach wie vor keinen Vorteil, außer dass das Design hübscher ist.

Gründer Felix Petersen kündete diese Neuerungen Anfang Mai auf der NEXT 12 in Berlin an. Im Interview mit Techcrunch sagte er, genau die starken Bewertungen und Empfehlungen seien das, was die Nutzer wollten. Sie wollten sich nicht durch eine Liste der 500 besten Restaurants in New York durchkämpfen, sondern wollten die 5 Besten Knall auf Fall genannt bekommen. Die Frage ist dabei allerdings, wie es dann noch um die Exklusivität der Informationen bestellt ist. Mustafas Gemüsekebap zum Beispiel ist spätestens (aber auch allerallerspätestens) seit Amens cleverer Guerilla-Marketingaktion im Mai gerade kein Geheimtipp mehr.

Aber gut, die Richtung stimmt. Vielleicht kriegt Amen doch noch irgendwie die Kurve, solange das Investorenkapital von Ashton Kutcher und Co. reicht. Ich schau dann bei der nächsten Version wieder rein.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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