Acer-Chef klagt über Microsoft, hat keine Alternative

Jürgen Vielmeier

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Welche Zukunft haben eigentlich Erstausrüster (OEMs) und Hersteller von Tablets und Smartphones ohne eigenes Betriebssystem? Eine düstere, könnte man annehmen. So düster, dass sich Acer-Chef J.T. Wang jetzt öffentlich über Microsoft beschwerte. „Wir haben Microsoft gesagt: denkt darüber nach“, so Wang. „Denkt genau darüber nach.“ Hardware sei nichts, was Microsoft gut könne. Und eine Hardware herauszubringen, habe einen negativen Effekt auf das System und den Markt. Die Einführung des eigenen Tablets/Ultrabooks Surface hat Acer und andere Hersteller eiskalt erwischt. Wang sagte an anderer Stelle bereits, man sei lange im Unklaren darüber gelassen worden und wisse bis heute nicht, zu welchem Preis Microsoft die eigene Hardware mit Windows 8 eigentlich verkaufen wolle.

Der Markt, das sind neben Acer auch die Dells, Lenovos, HPs, Asus‘ dieser Welt. Ende Juli im Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC hat Microsoft zugegeben, dass Surface die OEM-Partner verstimmen und ihren „Zuspruch für unser Ökosystem senken“ könne. Wang sagte im Interview mit der „Financial Times“ (das leider hinter einer Paywall versteckt ist): „Wenn Microsoft sein eigenes Hardwaregeschäft aufbaut, was sollen wir dann tun? Sollen wir uns weiterhin auf Microsoft verlassen oder sollen wir nach einer Alternative suchen?“ Eine Alternative? Es gibt keine Alternative.

Windows unverzichtbar

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Im Prinzip gibt es weitere Betriebssysteme auf dem Markt. Aber welche davon kann Acer schon nutzen, um Privat- und Unternehmenskunden die Software mit allen Anwendungen zu bieten, die sie wollen und brauchen?

  • Mac OS X: von und für Apple und auch nur für Apple
  • Chrome OS: Googles „Betriebssystem light“ für Menschen mit wenigen Ansprüchen, aber ganz sicher nicht für Unternehmen, die SAP oder andere Enterprise-Lösungen benutzen wollen
  • Ubuntu OS oder andere Linux-Varianten: Mögen inzwischen noch so gut und funktionell sein, der Bauer frisst aber nicht, was er nicht kennt. Zaghafte Versuche einiger Anbieter, statt Windows mal einen Rechner mit Linux zu bespielen, waren selten von Erfolg gekrönt. Würde Acer von Windows auf Linux umsteigen, wären die Aussichten noch schlechter.
  • Android: Bislang nur eine Lösung für Smartphones und Tablets. Würde Google Android auch für PCs verfügbar machen, könnte es in der Tat eine Alternative zu Windows sein. Das wäre aber, wenn überhaupt geplant, bislang noch Zukunftsmusik. Außerdem würde sich Acer dann an Google ausliefern statt an Microsoft. Eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Microsoft, Google und Amazon haben in den vergangenen Jahren mit ansehen müssen, wie Apple mit Hardware und Betriebssystem aus einer Hand ordentlich Kasse machte. Eine Strategie, die jeder der Konkurrenten möglichst für sich selbst wiederholen will. Mittelfristig kann man dabei nicht auf Hardware-Partner verzichten. Aber langfristig halte ich Wangs Sorgen für berechtigt. Ich vermute, dass wir in den kommenden Jahren auf dem Markt noch viele Zukäufe und Pleiten erleben werden. Wenn Microsoft in Sachen Hardware noch nicht stark ist, dann könnte man sich neue Stärken durch Zukäufe aneignen.

Letztendlich könnte eine Handvoll Anbieter übrig bleiben, die unter „Ökosystem“ versteht, Hardware, Betriebssysteme und auch noch Content aus einer Hand anzubieten. Für Hardware-Hersteller, die sich auf Systeme anderer verlassen, bleibt in einer solchen Welt wenig Platz.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Asus)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.