Hardware

Schwacher Ausblick: Intel glaubt in diesem Jahr nicht mehr an einen Windows-8-Boom

Ich bin eigentlich der Letzte, der bei einem Unternehmen eine Krise hereinbrechen sieht, wenn es 3 Milliarden US-Dollar Gewinn im Quartal macht. Aber eins wundert mich dann doch: Chiphersteller Intel hat im vergangenen 3. Quartal 13,5 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das sind 5,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal (14,23 Milliarden Dollar) und übertraf doch die Erwartungen der Analysten. Eigentlich liegt das im Plan: Die OEMs werden bereits Chips bei Intel gekauft haben, um die ersten Geräte rechtzeitig zum Start von Windows 8 auf den Markt zu werfen. Zuschlagen werden die Kunden aber natürlich erst, wenn es Microsofts neues System ab Ende des Monats zu kaufen gibt.

Das würde auch erklären, warum Apple als einziger Notebook-Hersteller im 3. Quartal bei den Absatzzahlen zugelegt hat: Die Windows-Fraktion wartet ab – oder steigt auf Apple um, weil sich erst zeigen muss, wie gut Windows 8 in der Praxis funktioniert. Das Weihnachtsgeschäft wird entscheiden.

Und da wundert mich schon, dass Intel einen so pessimistischen Ausblick auf das 4. Quartal gibt: Von jetzt 13,5 Milliarden Dollar soll der Umsatz bloß auf 13,6 Milliarden Dollar steigen. Was man damit impliziert: Von Windows 8 erwartet man keine Wunderdinge, keine höheren Absätze als zuletzt, und auch nicht mehr Umsatz. Autsch.

Vielleicht liegt es daran, dass das Thema Post-PC oder – je nach Definition – PC-Plus im Hause Intel immer noch in den Kinderschuhen steckt. Stolze 120 neue Ultrabook-Modelle mit Intel-Chips sollen nach eigenen Erwartungen Ende des Jahres auf dem Markt sein, aber nur 12 Hybriden und 20 Atom-Tablets. Was aber, wenn die vergleichsweise teuren Ultrabooks bei den Kunden einfach nicht ankommen?

Surface ist ein Ultrabook für 600 Euro

In den Kommentaren zu meinem Beitrag über die Preise für das Microsoft Surface entbrandte gestern eine interessante Diskussion: Einige fanden das Surface teuer, verglichen damit, dass man das aktuelle iPad zu einem vergleichbaren Preis bekommt und Google und Amazon gar gleichstarke – wenn auch kleinere – Tablets bereits ab 200 Euro im Programm haben. Andere halten das Surface für billig, wenn man es mit den Preisen für aktuelle Ultrabooks vergleicht. Die Kunden haben die Frage auf ihre Weise beantwortet: Schon gestern stieg die Lieferzeit des 500-Dollar-Surface wohl aufgrund hoher Nachfrage von „sofort ab dem 26. Oktober“ auf „drei Wochen„.

Windows-Chef Steve Sinofsky nannte das Surface „das beste Tablet und den besten Laptop der Welt“. Unabhängig davon, ob das stimmt oder nicht: Microsoft hat damit den Einstiegspreis für kleine, schlanke und leistungsstarke Windows-8-Laptops auf 600 Dollar (580 Euro) taxiert. Kein Ultrabook-Hersteller wird das in absehbarer Zeit unterbieten. Und hier steht Intel also mit seinen 120 Ultrabooks und nur 12 Hybriden, die preislich mit dem Surface kaum mithalten können. Da ist ein mauer Umsatz durchaus realistisch. Intel hat Gerüchte über seinen CEO Paul Otellini nicht zurückgewiesen, der angeblich noch massive Lücken bei Windows 8 gesehen hatte. Trotz Intels Bekundungen, dass man Microsoft immer noch „liebe“ und von Windows 8 große Dinge erwarte: So recht sieht es danach im Moment nicht aus.

(Bild: Microsoft)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

15 Kommentare

  • Hier im Beitrag wurde vieles „leichtfertig“ etwas durcheinander „Gewürfelt“.
    Surface Tablet ist ARM-Chiptechnik mit Windows RT und Intel ist X68er Chiptechnik mit Windows 8.
    Bei einem Vergleich sollte man daher durchaus die Leistungsfähigkeit beider Plattformen sowohl Hardwareseitig wie auch in der Software mit Berücksichtigen.
    Auf einen ARM Surface laufen längst nicht alle Windows 8 Programme.
    Es durchaus die Frage in wie weit beide OS überhaupt Vergleichen kann ? zumindest sollte man sie nicht in eine „Schublade“ werfen , wie man es auch mit MacOS und iOS nicht kann.

    Intel spricht hier also Explexit vom Windows 8 und da könnte man ihnen sicher Recht geben mit der Einschätzung das W8 den PC Absatz und damit den Chip Verkauf weniger Ankurbeln wird aus verschiedenen Gründen.

    – bisherige Hardware ist schon Leistungsstark genug
    – wegen der GUI und Bedienungs Änderungen werden viele Normalnutzer und Unternehmen eher mit einen Kauf abwarten
    – Post-PC Geräte und andere Plattformen „nagen“ am Microsoft Marktanteil was auch der Windows-PC Sektor zu spüren bekommt.
    – viele sehen ein neues „Vollpreis“ OS als verfrüht und Unnötig an, da sie noch keine „Alterungserscheinungen“ von Windows7 bemerken.

  • „Stolze 120 neue Ultrabook-Modelle mit Intel-Chips sollen nach eigenen Erwartungen Ende des Jahres auf dem Markt sein, aber nur 12 Hybriden und 20 Atom-Tablets.“

    Seit wann sagt die Vielfalt der Geräte etwas über den Erfolg aus? Vielfalt erzeugt Preiskampf und es ermöglicht dem Nutzer das ideale Gerät auszuwählen. Aber Apple zeigt doch das dies nicht maßgeblich für den Markterfolg sein muss wenn der Lifestyle-Faktor der Geräte nur hoch genug ist. 20 Atom-Tablets reichen doch aus um Preisspannen von 100-1000+ Euro abzudecken und so eine ausreichende Vielfalt zu bieten, ohne durch eine zu große Menge zu ähnlicher Geräte (wie bei HTC) mögliche Kunden abzuschrecken.

  • Hier wird einiges verwechselt.

    1) Das vorgestellte Surface ist mit Windows RT bestückt, weshalb man es nicht mit einem Ultrabook vergleichen kann sondern eher mit dem iPad.
    2) Natürlich wird Windows 8 für Intel nicht unbedingt noch mehr Umsatz bringen, da Windows 8- Geräte zukünftig von Intel und zusätzlich von ARM-Chips unterstützt werden.

    Vereinfacht gesagt: Gleicher Intel-Umsatz bedeutet also insgesamt mehr Windows 8 (wegen den ARM-Geräten)

  • Unterschied zu IPAD
    – Man kann drucker, speichersticks, Karten anschließen
    – Es gibt HDMI
    – Es gibt ein Dateimanager
    – es gibt flash
    – Es gibt verschlüßelung
    – Es gibt alles was windows 8 auch hat, lediglich die x86 unterstüzung entfällt, man kann keine Heimnetzwerke erstellen(nur beitretten), und man kann keinen Domainen beitretten (sharepoint-nur online).
    Der Rest ist gleich. Ich würde es schon mit ultrabooks vergleichen. Das ist näher.

  • @jens:
    Niemand. 🙂 Aber die maße der Menschen glaubt, dass man nur damit im internet videos schauen kann und das gang ganz ganz viele Webseiten nur mit flash aufgehen. Sehr lange diskussion darüber schon gehabt. 😀

  • Zudem volle Drucker (Treiber) und USB Unterstützung, und eine „vollwertige“ Tastatur sowie Office mit dabei. Die Game Engines sollen auch alle super laufen was wohl das einfache portieren von vielen XBOX spielen möglich macht, inklusive Game Controller Unterstützung.
    Wirklich unabhängig getestet hat das alles natürlich noch keiner, aber wenn das alles so stimmt wird es Apple und Google in Zukunft ziemlich schwer haben.
    Ich glaub Intel versucht die Erwartungen zu drücken weil die guten CPUs werden erst nächstes Jahr fertig.

  • Egal ob Obst oder Windoof. Ich werde erstmal kein Tablet kaufen. Weder für 80 noch für 800 Euro.
    Meine Bedürfnisse sind erst abgedeckt wenn ich keine Konvertierungen oder aufwendige Synchronisierungen machen muss um die Daten oder Datenverarbeitung meines „PC´s“ auf dem Tablet zu erreichen. Ich denke da an Filme wie Minority Report oder Avatar. Wo ich einfach eine ca. 11 Zoll große Glasscheibe in ein Dock stecke und mit einer Wischbewegung mein aktuellen Desktop auf jene Scheibe ziehe und damit loslaufen kann. Es gab mal eine Werbung für ein Handy in der es so ähnlich hieß wie: „nichts anderes. Einfach nur das Internet“. Bezog sich seiner Zeit auf WAP oder sonstige „angeglichene“ Internetseiten. Nicht Mobil Windows oder iOS. Einach nur „OS“ Das Phonepad geht schon in die richtige Richtung. Aber bitte keinen Laptop mit Handyherz bauen 😉

  • Ich glaube hier haben einige viel zu Hohe Erwartungen an die ARM Architektur und Windows RT wohl der Namensgleichheit wegen?
    Man sollte durchaus was Spiele oder Grafiklastige Programme angeht sich den Vergleich von MacOS zu iOS ansehen.
    Volle Unterstützung von Spielen die selbst einen Intelchip Auslasten, zig Gb Ram und eine High End Grafikkarte benötigen kann es auf einen Tablet gar nicht geben.

  • @BiBo:
    Dann solltest du dir ein windows 8 rechner kaufen. Denn alle Dateien//einstellungen und Co. können synchon gehalten werden zwischen xbox, windows phone 8, windows 8 geräten. Hab das grad im einsatz, mein Grund weshalb ich bei microsoft gelandet bin und mir jetzt auch ein surface geholt habe. Yay!

  • Da Intel bei Tablets noch schlecht aufgestellt ist ist ja klar, dass man nicht sehr optimistisch in das Schlussquartal sieht.
    Früher gab es zu Weihnachten für viele entweder einen PC oder Laptop zu Weihnachten. Wer redet heute noch von sowas? Heute geht es darum, ein Smartphone oder Tablet zu bekommen.

    Da man mit Windows RT praktisch alles wie mit dem vollen Windows machen kann konkurrieren die Tablets auch durchaus mit Intels Ultrabooks. Das Ultrabook braucht man nur, wenn man viel CPU-Power benötigt. Die Tablets sind einfach noch mobiler als Ultrabooks.

  • @mark
    Du weißt schon das „Unreal Engine 3“ eine der wenigen prof. Spiele Engine ist welche unter „Open GL“ läuft und damit auf fast jeder Plattform oder OS?
    Android, Linux , MacOS, iOS verwenden Open GL, nur Microsoft sein eigenes „DirectX“ weshalb auch die Spiele nur unter Windows laufen.
    Es ist schwer vorstellbar das MS sein DirectX auf der ARM Plattform zu gunsten vom freien OpenGL aufgibt, aber auch das sie aus ressourcentechnischen
    Gründen ein vollständiges aktuelles DirectX 11(12) Portieren können.
    Ein eigeschränktes wie bei der XBox wäre vielleicht noch möglich, nur muss man bedenken das diese Box (Plattform)nur deshalb dies mit veralteter HW Leisten kann weil sie daneben nur ein rudimäntäres OS hat.
    Zudem wohl nächstes Jahr auch zum „Alteisen“ zählt und dann kaum noch jemand aktuelle Spiele dafür Herstellt?

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