Haben die da Empfang? Die NASA schießt drei Smartphone-Satelliten in den Orbit

Thorsten Nötges

Dass Smartphones auch nichts anderes als kleine Computer sind, ist uns allen klar. Aber handybestückte Satelliten? Seit Sonntagabend hat die NASA drei neue Satelliten im Orbit. Soweit nichts besonderes. Eigentlich. Denn diese sind jeweils mit Android-Telefonen ausgerüstet – dem von HTC gebauten Google Nexus One, um genau zu sein.

screenshot-phonesat

Die Smartphones übernehmen dabei nicht nur die Funktionen von Bordcomputer und Sensoren, sondern macht auch Fotos von der Erde. Die drei Satelliten, genannt Alexander, Graham und Bell, wurden mit der ersten kommerziellen Trägerrakete Antares in den Orbit gebracht. Jeder von ihnen ist ungefähr so groß wie ein Kaffeebecher, und mit einem Gewicht von etwa 1,5 Kilogramm gelten sie als Nanosatelliten.

Handys im Weltall

Die NASA will herausfinden, ob handelsübliche Smartphones als Bordelektronik eines funktionsfähigen Satelliten eingesetzt werden können. „Smartphones haben eine große Zahl potentieller Fähigkeiten für kleine, kostengünstige, leistungsfähige Satelliten, zur Erforschung der Atmosphäre, der Erde, für Kommunikationszwecke oder andere weltall-basierte Anwendungen. Vielleicht öffnen sie sogar das Tor zu einer neuen Generation kommerzieller, akademischer oder ziviler Weltall-Nutzung“, jubilierte die NASA. Ist ein beliebiges Smartphone, frisch aus dem Regal genommen, also dazu fähig, einen Satelliten zu steuern?

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Ganz ohne Modifikationen natürlich nicht, aber der Aufwand ist relativ gering, genau wie die Kosten. Pro so genanntem „PhoneSat“ wurden zwischen 3.500 und 7.000 Dollar ausgegeben – Peanuts im Vergleich zu der schlappen Million, die sonst für einen Satelliten fällig ist. Dabei wurde an den Smartphones trotzdem ein wenig gebastelt. Mit einer externen Lithium-Ionen-Batterie funktionieren sie über die geplante Laufzeit von zwei Wochen. Der Sender wurde verstärkt, um die Kommunikation mit der Erde zu ermöglichen. Anrufen oder simsen ist leider nicht mehr möglich – die Telefon- und SMS-Funktionen wurden deaktiviert.

Senden und Empfangen

Aber der Kontakt zur Erde besteht, und die Behörde setzt auf Hilfe von begeisterten Amateuren. Die Satelliten senden knapp alle 30 Sekunden Datenpakete in Richtung Erde, die von Amateurfunkern empfangen und dekodiert werden können. Dabei handelt es sich um Tonaufnahmen, Statusmeldungen des Satelliten und Bilder vom Telefon, die am Ende der Mission zu einem großen Foto zusammengefügt werden.

Auf der Seite der PhoneSats kann der Stand der Operation eingesehen und miterlebt werden. Neben der aktuellen Position der Satelliten (jetzt gerade sind sie über dem Pazifik auf dem Weg nach Mittelamerika) sind dort auch die bereits empfangenen Pakete aufgelistet. Wer sich beteiligen möchte, kann sich anmelden und dort eigene empfangene Daten posten.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Bild: Screenshot / phonesat.org

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Programmierer und Softwareentwickler für Verk...
SILA Service GmbH in Bad Zwischenahn
KI Manager/ AI Specialist (m/w/d)
LOTTO Hessen GmbH in Wiesbaden
E-Mail-Marketing-Manager / E-Commerce für Kon...
Reservix GmbH in Freiburg im Breisgau
Digital Marketing Manager (m/w/d)
LOTTO Hessen GmbH in Wiesbaden
Performance Marketing Manager / Managerin Pai...
Grundeigentümer-Versicherung VVaG in Hamburg
Content Writer & Terminologist (m/w/d)
Arthrex GmbH in München
Brand & Content Manager* – „D...
Head Office der Novum Hospitality in Hamburg
KI-Manager/in (m/w/d) Technische Umsetzung un...
DeutschlandRadio KdÖR in Berlin, Köln
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Thorsten Noetges ist Nerd, Gamer,und seit 1995 im Internet zu Hause. Er hat von 2013 bis 2014 über 100 Artikel auf BASIC thinking veröffentlicht.