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Wie klingt eine Zimmerpflanze? Welche Töne macht eine Pizza? Die durchgeknallte Synthesizer-App „ROY G BIV“ im Test

Wie klingt Rot? Wie klingt eine Blume? Oder um es nach „The Creators Project“ zu fragen: Wie klingt eine Pizza? Obwohl diese Fragen recht verrückt klingen, so bringen sie einen zum Nachdenken. Können Farben und Objekte „klingen“? Ja, sagt der Entwickler Julian Glander. Deswegen programmierte er die „ROY G BIV“-App.

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Schräge „Musik“ durch Farbtöne erzeugt

Bei der knapp einen Euro teuren/billigen iOS- und Android-Musik-Anwendung handelt es sich um ein minimalistisches Synthesizer-Keyboard mit 12 Tasten. Diese spucken aber nicht die bekannten Töne aus, sondern haben ihre ganz besonderen Eigenheiten. Denn „ROY G BIV“ greift auf die Kamera des Smartphones zu. Statt einem klaren Bild zeigt die App nur einen einfarbigen Brei der Umgebung. Wer sein iPhone beispielsweise auf eine Zimmerpflanze hält, sieht Grün; bei einer hausüblichen Wand liegt das Ergebnis irgendwo zwischen Weiß und Grau.

Tippt man nun auf die ersten acht Tasten, so ertönen je nach Farbe andere Synthesizer-Klänge. Die jaulen oft so auf, als würden sie aus einem Science-Fiction-Trash-Movie der 50er-Jahre stammen. Zumindest in meinem Test. So schön wie in folgendem Trailer klingt es bei mir nur selten. Ob’s an meiner fehlenden musikalischen Begabung liegt?

Mir tun die Ohren weh!

Wie eingangs erwähnt, bietet die App 12 Tasten. Die restlichen vier werten nicht die Farbe der Kamera aus, sondern sind fest vergeben. Beim Drücken ertönt eine Base-Drum, ein normaler Trommelschlag, eine Kuhglocke oder ein Hundegebell. Zusammen mit den Synthieklängen können Hobby-Virtuosen wahrlich seltsame Musik-Erfahrungen erschaffen.

Auch wenn ich die Idee, Farben Synthesizer-Töne zuzuordnen, echt spannend finde, so bin ich von „ROY G BIV“ ziemlich enttäuscht. Die Sound-Ergebnisse klingen für mich mehr nach Kackophonie als nach einer Erfahrung, die man mit Freunden teilen will. Schade.

Ach ja, und…

…wie klingt nun eine Pizza? Das ist unterschiedlich. Je nach Belag entsteht eine Farbe, die irgendwo zwischen dunklem Orange und Braun liegt. Das sieht nicht nur unappetitlich aus, sondern klingt in meinen Ohren nach purer Synthie-Melancholie. Als würden meine Lenden aufgrund der vorliegenden Kalorien heulen. Dabei verging mir der Appetit. Eigentlich eine gute Möglichkeit, eine Diät zu starten… 🙂

Bild: Julian Glander


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

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