Instagram tippelt zum Geschäftsmodell: Die Werbung soll ausgeweitet werden – und dann?

Jürgen Kroder

instagram-werbung

Twitter macht es. Pinterest seit ein paar Wochen auch. Und Facebook sowieso. Die Rede ist hier von: Werbung einblenden. Nur Instagram blieb bislang „sauber“. Doch das ändert sich jetzt zunehmend. 

Dass Instagram endlich mal durch Werbung Geld verdienen soll, ist nichts Neues. Das verkündete Emily White, COO des Foto-Netzwerkes, bereits im Herbst letzten Jahres. Den Worten folgten damals schon bald erste Taten – aber nur in den USA.

Wie „Techcrunch“ meldet, rollt Instagram nun auch in Großbritannien langsam die „Sponsored Images“ aus. Danach sollen weitere Länder wie Kanada und Australien folgen. Und dann kommt wahrscheinlich bald der weltweite Rollout.

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Bezahlte Foto-Beiträge … na gut

Werbung in Instagram – ein No Go? Nein, das denke ich nicht. Für mich geht das in Ordnung. Jedem dürfte klar sein, dass mit einem kostenlosen Dienst irgendwie Umsatz gemacht werden muss. Und wenn das nicht durch den Verkauf meiner Daten geschehen soll, dann ist Werbung das Naheliegendste.

Nur: Die gekauften Beiträge sollten stilvoll bleiben und zum Kontext passen. Das weiß auch Instagram, weswegen sie zuerst nur mit wenigen ausgewählten Partnern kooperieren, die bereits Mitglieder der Community sind. Ein kluger Schachzug. Denn viele Firmen hatten bereits vor den kaufbaren Posts das Foto-Netzwerk als Marketing-Kanal erkannt. Sie wissen, dass man hier nicht mit platten „Kauf mich!“-Aufforderungen zum Ziel kommt. Stattdessen gilt es, mit schicken Fotos Emotionen zu wecken und den Markennamen mit einem positiven Gefühl aufzuladen. Starbucks macht das zum Beispiel sehr gekonnt.

Nervt mich bitte nicht!

Sollte ich also in Zukunft beispielsweise die Bilder der Kaffeekette auf Instagram sehen, obwohl ich ihnen gar nicht folge, so würde ich das nicht als negativ empfinden. Aber nur, wenn die Einblendungen nicht zu häufig erfolgen. Die richtige Balance aus Auslieferungshäufigkeit und Geldverdienen, das dürfte für Instagram eine interessante Herausforderung werden. Eine, die der Mutterkonzern in seiner Facebook-App meiner Meinung noch ganz gut hinkriegt.

Was ich mich aber frage: Wie geht es weiter? Denn alleine die Sponsored Images dürften nicht genügend Geld in die Kassen bringen, um die Investition und die laufenden Kosten zu decken. Wird also Instagram irgendwann seine hohen Ansprüche senken und auch weniger schöne Werbe-Postings zulassen? Wird die Taktung erhöht?

Oder wird man versuchen, so wie bei Twitter und Facebook daraus eine Art Shopping-Erlebnis zu machen, indem man aus der App heraus einkaufen kann? Ich denke, das eine mögliche Option. Hierfür gäbe es viele gangbare Möglichkeiten: Über Reisebuchungen zu den gezeigten Impressionen, über Fotoprint-Dienste, um die Bilder drucken zu lassen, bis hin zur Bestellung von Klamotten und den Download von passenden Apps. Möglichkeiten gibt es wie Sand am Meer. Ich bin mir sicher, das Management von Instagram hat sie schon alle durchgespielt. Die große Frage ist aber: Wie weit lässt sich der User mit Werbung „penetrieren“, bis er entnervt den Rücken kehrt?

Wo liegt eure Schwelle, an der ihr Werbung duldet? Oder seid ihr komplett gegen gesponserte Fotos auf Instagram?

Bild: Instagram

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.