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So leicht können dich Fremde bei WhatsApp überwachen

Christian Erxleben
(Foto: Pixabay.com / HeikoAL)

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Wann gehst du ins Bett? Wie lange schläfst du? Und warum bist du Mittwoch immer bis vier Uhr nachts wach? All diese Fragen können Fremde über dich beantworten und zwar nur, weil sie dein WhatsApp überwachen.

Robert Heaton ist ein US-amerikanischer Software-Ingenieur und Sicherheitsexperte. Er betreibt einen eigenen Blog, auf dem er sich regelmäßig mit spannenden Themen auseinandersetzt.

Kürzlich berichtete er von einem (fiktiven) Freund, mit dem er an einem Wohltätigkeitslauf teilnehmen wollte. Er hatte das Gefühl, dass sein Bekannter nicht ordentlich trainiert und wollte ihn deshalb kontrollieren. Da ein Detektiv zu teuer ist, hat er sich für eine andere Methode entschieden. Er ließ ihn durch eine Software bei WhatsApp überwachen.

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Fremde bei WhatsApp überwachen – das geht einfach

Was zunächst klingt wie eine erfundene Geschichte ist leider Realität. Die Hauptschuld daran trägt WhatsApp selbst. Der Dienst hat ein ungenügendes System zur Regulierung der eigenen Privatsphäre.

WhatsApp-Nutzer können nicht verbergen, ob sie online sind oder nicht. Sie können lediglich in den Einstellungen bestimmen, ob Freunde sehen können, wann man „zuletzt online“ war. Das jedoch genügt nicht, um einer Überwachung via WhatsApp zu entgehen.

In seinem ausführlichen Artikel erklärt Robert Heaton, wie er mit der Hilfe eines Plugins für Google Chrome und vier Zeilen Code eine Überwachungs-Software für WhatsApp entwickelt hat.

WhatsApp, WhatsApp überwachen
Der von Robert Heaton entwickelte Code, um Fremde via WhatsApp zu überwachen.

Dafür greift das Plugin auf den Online-Status einer beliebigen Telefonnumer bei WhatsApp zu. Der Besitz der Telefonnummer genügt. Es ist folglich nicht nötig, die betreffende Person persönlich zu kennen. Anschließend überwacht das Skript in einem beliebigen Rhythmus, wann eine Person online war.

Daraus lassen sich problemlos Verhaltensmuster ableiten. Wer die WhatsApp-Nutzungszeiten eines Fremden kennt, kann relativ einfach die Schlafzeiten des Betroffenen herausfinden. Wenn jemand über mehrere Tage oder Wochen nicht online ist, lässt sich daraus theoretisch eine Abwesenheit (zum Beispiel ein Urlaub) konstruieren.

Diese Problematik ist WhatsApp übrigens bekannt. Es handelt sich allerdings nicht um eine Sicherheitslücke, sondern um öffentlich einsehbare Daten. Deswegen ist es auch nicht wahrscheinlich, dass das Problem bald behoben wird.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.