Mark Zuckerberg, Facebook, Unsend, Terrorismus

Erst Mark, dann die Welt: Facebook löschte alte Nachrichten

Christian Erxleben
(Foto: Facebook)

Um Mark Zuckerberg besser zu schützen, hatte Facebook im Jahr 2014 ein spezielles Unsend-Feature entwickelt. Dieses ermöglichte es dem Gründer des sozialen Netzwerks, Nachrichten nachträglich zu löschen. Erst nach der Enthüllung will Facebook das Feature allen Nutzer zur Verfügung stellen.

Nach einem Hacker-Angriff auf Sony Pictures im Jahr 2014, bei dem zahlreiche interne E-Mails veröffentlicht worden sind, war die Angst bei Facebook groß.

So groß, dass das größte soziale Netzwerk der Welt „eine Reihe an Veränderungen vornahm, um unser Management besser zu schützen“, wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem US-amerikanischen Tech-Magazin Techcrunch erst jetzt bestätigte.

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Ein Unsend-Feature für mehr Sicherheit

Konkret handelte es sich dabei um ein Unsend-Feature für Nachrichten. Damit ist es möglich, bereits verschickte Nachrichten aus Chat-Verläufen im Nachhinein zu löschen.

Normale Facebook-Nutzer haben diese Funktion in normalen Gesprächen im Facebook Messenger nicht. Lediglich in geheimen Unterhaltungen können Nachrichten mit einem Timer versehen werden, der die verschickte Nachricht zu einem festgelegten Zeitpunkt automatisch löscht.

Laut Angaben des Unternehmens sollen keine Nachrichten von Mark Zuckerberg betroffen sein, die der Facebook-Chef vor 2014 gesendet hatte.

Keine neuen Enthüllungen vor Kongress-Rede

Im Zuge des aktuellen Daten-Skandals rund um Facebook und Cambridge Analytica stellt sich selbstverständlich die Frage, warum einige Nachrichten des Facebook-Chefs auf einmal aus Chat-Verläufen verschwunden sind.

Eine Vermutung könnte lauten, dass Mark Zuckerberg, der diese Woche vor dem US-Kongress aussagen muss, keine weiteren Image-Schäden davon tragen soll. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass sich Zuckerberg in früheren Tagen teilweise herablassend gegenüber seinen Nutzern geäußert hat.

Auf Leck folgt Roll-out

Kurz nachdem bekannt wurde, dass einige alte Nachrichten via Unsend-Feature verschwunden sind, teilte ein Unternehmenssprecher von Facebook mit, dass das soziale Netzwerk eine solche Option für alle Nutzer ausrollen möchte.

„Bis das Feature fertig ist, werden wir keine Nachrichten unseres Managements mehr löschen. Wir hätten das früher machen sollen – und uns tut es leid, dass wir es nicht getan haben.“

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Aussagen, wie diese, haben wir von Facebook in ähnlicher Form in den vergangenen Tagen und Wochen des Öfteren gehört. Wie viel Glaubwürdigkeit diese Aussagen noch ausstrahlen, muss wohl jeder Nutzer selbst entscheiden.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.