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Musikerin zeigt: So viel Geld zahlen Streaming-Dienste wie Spotify und Co.

Zoë Keating, Streaming-Dienste
Die US-amerikanische Cellistin Zoë Keating legt ihre Einnahmen offen. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von Christian Erxleben

Auf mehrere Millionen Aufrufe bringt es Zoë Keating. Das Besondere an der US-amerikanischen Cellistin ist, dass sie ihre Einnahmen für jeden zugänglich offenlegt. Vor allem die Beträge, die Streaming-Dienste wie Spotify und Co. zahlen, erscheinen unfassbar niedrig. Woran liegt das?

Selbst wenn nicht jeder Zoë Keating mit einem Gesicht verbinden kann, so ist die US-amerikanische Cellistin doch eine Ausnahme in der Musik-Branche.

Streaming-Dienste im Vergleich: Die zwei Gesichter von Spotify

Der Grund dafür liegt – wie so häufig – beim Geld. Die 46-jährige Musikern aus San Francisco geht sehr offen mit ihren Einnahmen als Musikerin um.

So hat sie beispielsweise alle Erlöse, die sie 2017 über Streaming-Dienste wie Spotify, Amazon Prime Music und Apple Music generiert hat, in einem öffentlich zugänglichen Dokument publiziert.

Zoë Keating, Streaming-Dienste

Die Streaming-Einnahmen der US-amerikanischen Cellistin Zoë Keating im Jahr 2017.

Bei rund vier Millionen Streams kommt sie auf Einnahmen in Höhe von etwas mehr als 80.000 US-Dollar. Nicht mit einberechnet in diesen Wert, sind die Einnahmen durch die Lizenzierung der Musik für Filme, Provisionen, Nutzungsrechte, Live-Auftritte und (physische) Verkäufe.

Ein detaillierter Blick auf die Einnahmen, die einzelne Streaming-Dienste generiert haben, ist ebenfalls interessant. So wird deutlich, dass Spotify mit 0,038 Cent pro Stream das wenigste Geld zahlt. Zugleich sind die Einnahmen, die Keating über Spotify generiert, auch am höchsten.

Den höchsten Geldbetrag pro Stream (0,32 Cent pro Stream) hatte der Dienst Xbox Music gezahlt. Dieser Dienst wurde jedoch von Microsoft zum 31. Dezember 2017 eingestellt.

Wie lassen sich die Beträge einordnen?

Zunächst stellt sich bei der Einordnung der Werte selbstverständlich die Frage: Wie aussagekräftig sind die Zahlen einer bekannten aber sicherlich nicht weltberühmten Künstlerin?

Die Antwort darauf liefern die Musik-Experten von „The Trichordist“. Diese haben ebenfalls Werte zu den Bezahlungen der Streaming-Dienste veröffentlicht.

Diese basieren auf einer deutlichen größeren Grundlage. Sie stammen von einem Independent Label mit rund 200 Alben und mehr als 200 Millionen Streams im Jahr.

Obwohl das nicht näher benannte Label deutlich mehr Abrufe mit mehr Alben generiert, pendeln sich die Werte bei fast allen Streaming-Diensten auf gleichem Niveau ein. Tendenziell fallen sie sogar etwas geringer aus.

Die Streaming-Dienste sind nicht das größte Problem

Wenn die Margen nun offenbar branchenübergreifend so gering ausfallen, scheinen sich Streaming-Dienste für Künstler nicht wirklich zu lohnen. Doch sind wirklich Spotify, Apple, Amazon und Co. ausschließlich an den geringen Auszahlungen Schuld?

Eine Antwort auf diese schwierige Frage gibt es in der Kommentar-Spalte unter dem Facebook-Post des Mobilitäts-Experten Don Dahlmann.

Darin wird das tatsächliche Problem der Musik-Industrie angesprochen: die Plattenfirmen. An diese treten die Streaming-Dienste mehr als 70 Prozent ihrer Einnahmen ab. (Das könnte ein Grund dafür sein, warum Spotify trotz massivem Wachstum weiterhin Verluste schreibt.)

Die Plattenfirmen jedoch beteiligen die Künstler in nicht ausreichendem Maße an den generierten Einnahmen. Es ist also falsch, die Schuld ausschließlich bei Spotify und Co. zu suchen.

Vielmehr sollte die Marktmacht der großen Gatekeeper der Musik-Industrie hinterfragt werden. Wieso behalten sie einen so hohen Anteil der Einnahmen ein? Warum werden Künstler nicht besser bezahlt und mit Verträgen teilweise ausgeschlachtet? Das sind die Fragen, auf die es Antworten geben muss.

Müssten die Streaming-Dienste weniger Geld an die Plattenfirmen zahlen, könnten sie mehr Geld an Künstler auszahlen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

7 Kommentare

  • Weil Plattenfirmen schon immer mafiaähnliche Sklavenhändler waren und sind…und die geben ihren Skalven meist nur soviel, dass sie gerade noch überleben um weiter arbeiten zu können… 😉

    mfg

  • Hi, du schreibst „Spotify bezahlt 3,2 Cent“. Ich befürchte Spotify bezahlt 0,32 Cent. Da ist dir glaube ich genau das Komma verrutscht welches entscheidend zum überleben wäre 🙂

  • Eine kurze Rechnung: Wenn ein typischer streaming-Kunde den Dienst am Tag 3 Stunden nutzt und ein durchschnittlicher Song 3 1/2 Minuten lang ist, dann kommen im Monat 1500 Songs zusammen. Mit 10€ im Monat wären das 0.7ct pro Song. Die Ausgezahlten Beträge sind also nicht ganz unrealistisch.

  • Homepage Titel passt auf jeden Fall. Das ist sehr sehr „basic“ gedacht und bildet bei weitem nicht die Realität ab. Wenn man behauptet die Verteilung sei das Problem und nicht der zu verteilende Betrag, dann ist das doch sehr kurz gedacht.
    Moderne Labels arbeiten durchaus mit 50:50 Modellen aus physischen Vertrieben. Sieht das dann besser aus 0,15 Cent für den Künstler? Wow.
    Wenn schon hanebüchene Theorien, dann sollten wir doch auch mal Daniel Eks Vermögen anschauen und die sonstigen Gehälter bei Spotify. Daniel Ek verfügt über 2,2 Milliarden US Dollar – ist angesicht dessen die Frage viel angemessener, genau hier nach Verlusten zu schauen und der Fairness bei der Verteilung?

    Die Label – Amme kommt von Content Mafia ala Google, Spotify und co. Das sollte man schonmal hinterfragen und tiefergehender (oder überhaupt mal) recherchieren.

    • Hallo Christoph,

      puh, da hast du ja sehr viele Themen miteinander vermischt und angesprochen. Erkläre doch nochmal im Detail, worauf du hinaus möchtest. Das wird uns leider im Moment nicht ganz klar.

      Der Beitrag selbst ist ein Fallbeispiel. Das wird ja sehr schnell deutlich.

      Liebe Grüße
      Christian

  • Oh oh, Herr Erxleben…ihr Text strotz vor inhaltlichen Fehlern. Seien es die mehrfach falsch zitierten Zahlen (mal ne Kommastelle mehr, mal eine weniger) oder die Aussage dass Xbox die Künstlerin am besten bezahlt, obwohl es Amazon Prime (beim Betrieb über RudeNote ist), ist viel gravierender, dass sie die Tabellen nicht verstanden haben. Es handelt sich hier um die Beträge, die die Labels erhalten (steht sogar in der Überschrift der zweiten Statistik, obwohl sie direkt unter dem Bild von Künstlern sprechen). Von diesem Betrag geht dann ein Teil an die Künstler. Die Dame hat also nicht annährend 80000$ Verdienst, sondern wenn es hochkommt am Ende 20000. Könnte ein Musiker mit gerade einmal 2,5Millionen Streams (und das von mehreren Plattformen zusammengezogen) 80000$ verdienen, wäre die Welt ja in Ordnung.
    Sie sollten sich nächstes Mal besser mit dem Thema auseinander setzen und vor allem die Überschriften der Graphiken lesen, bevor sie sich verrennen und alles durcheinander werfen.

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