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Facebook verschärft Freigabe-Prozess für persönliche Daten

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Facebook überarbeitet seinen Freigabe-Prozess für persönliche Daten. (Foto: Pixabay.com / rawpixel)
geschrieben von Christian Erxleben

Persönliche Daten von Nutzern stehen spätestens seit dem Skandal um Cambridge Analytica im Mittelpunkt der Debatte um Facebook. Um Informationen, die über Name, E-Mail und Profilbild hinausgehen, in Zukunft besser zu schützen, hat das soziale Netzwerk den Freigabe-Prozess verschärft.

Nachdem es zwischenzeitlich etwas ruhiger um Facebook und die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica geworden ist, gab es letzte Woche wieder einen lauten Knall.

Cambridge Analytica ist pleite! Dem Beratungsunternehmen sind nach dem Bekanntwerden des Skandals rund um die Veruntreuung von Nutzerdaten schlicht alle bestehenden Kunden abgesprungen.

Und auch Facebook hat neue Konsequenzen aus der Datenpanne gezogen, von der weltweit rund 87 Millionen Menschen betroffen sein sollen.

Mehr Schutz für persönliche Daten

Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz F8 hat Mark Zuckerberg angekündigt, den Kontroll-Prozess für Apps wieder einzuführen. „Beginning today we will restart App-Reviews“, erklärte der Gründer des sozialen Netzwerks in seiner Keynote.

Konkret geht es darum, dass Anwendungen und Entwickler, die auf persönliche Daten von Facebook-Nutzern zugreifen wollen, einen – jetzt strengeren – Prozess durchlaufen müssen.

Der erfolgte Schritt ist logisch und knüpft an die Strategie von Facebook an. Bereits Anfang April hatte Facebook den Zugriff auf zahlreiche Schnittstellen eingeschränkt oder komplett verboten. Auch die Freigabe von neuen Anfragen wurde pausiert.

Verifizierung und Vertrag

Eben jenen Freigabe-Prozess nimmt Facebook in den nächsten Tagen wieder auf – allerdings unter verschärften Bedingungen. Um Zugriff auf persönliche Daten zu erhalten, müssen Entwickler zukünftig zwei Kriterien erfüllen.

  1. Sie müssen sich mit offiziellen Dokumenten wie einem Handelsregiereintrag bei Facebook verifizieren.
  2. Die jeweiligen Unternehmen müssen mit Facebook in Zukunft außerdem einen zusätzlichen Vertrag zum Schutz der Daten abschließen.

Die angekündigten Veränderungen gelten rückwirkend. Das bedeutet: Auch bereits erteilte Freigaben müssen erneut zur Kontrolle. Aufgrund der höheren Anforderungen rechnet Facebook im Übrigen damit, dass der Freigabe-Prozess mehrere Wochen in Anspruch nimmt.

Entwickler und Social-Media-Verantwortliche müssen also Geduld mitbringen, wenn sie ein neues Projekt starten wollen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

6 Kommentare

  • Und irgendein Anwalt wird auch in diesen Verträgen eine Lücke oder zumindest eine Grauzone finden und dann ist das am Ende der gleiche Spaß wie jetzt

  • Sehe es ähnlich wie meine Vorredner, wirklich was ändern wird sich nichts und es wird nicht lange dauern bis sich irgendwelche Lücken auftun. Wer damit nicht leben kann sollte sich überlegen ob er noch online unterwegs sein möchte.

  • Ich weiß nicht warum das alles so schwarz gesehen wird… Es ist doch wenigstens der VErsuch etwas zu ändern und vielleicht bessert es sich ja wirklich

  • Ich denke uns wird dieser Versuch etwas zu ändern nur vorgespielt. Wir haben doch alle keine Ahnung wie die Programme die da im Hintergrund laufen wirklich arbeiten und was alles von uns gespeichert und ausgewertet wird. Wir sind glaube ich schon länger gläsern als uns wirklich bewusst ist und das ändert sich auch nicht mehr.

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