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Spotify Family: Streaming-Dienst will „falsche“ Familien entlarven

Christian Erxleben
Wer Spotify Family nutzt, könnte demnächst eine Mail von Spotify bekommen. (Foto: Pexels.com / John Tekeridis)

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Der Tarif „Spotify Family“ ist sehr beliebt bei Nutzern. Er ermöglicht es, die Kosten für einen Premium-Account deutlich zu reduzieren. Das machen sich nicht nur Familien zu Nutze. Um den Missbrauch zu stoppen, reagiert nun Spotify – auf eine ungewöhnliche Art und Weise.

Wer nicht andauernd mit kleinen Werbespots beim Musik-Streaming via Spotify unterbrochen werden möchte, muss ein Premium-Abo abschließen. Das kostet in Deutschland derzeit monatlich 9,99 Euro.

Spotify Family: 2,50 Euro statt 10 Euro

Selbstverständlich ist ein Zehner im Monat für die große Auswahl, die Spotify bietet, nicht viel Geld. Trotzdem greifen immer mehr Nutzer auf einen anderen Tarif zurück: Spotify Family.

Dieser ist ursprünglich für Familien gedacht und kostet im Monat 14,99 Euro. Dafür können sich insgesamt sechs Familienmitglieder registrieren. Wird der Betrag dabei aufgeteilt, können die Kosten für ein einzelnes Abonnement von zehn Euro auf 2,50 Euro sinken.

Die Voraussetzung, um am Family-Programm teilzunehmen, ist, dass alle Nutzer „die gleiche Anschrift haben wie du“. Doch es hat nicht lange gedauert und schon haben sich Freundeskreise zusammengeschlossen, die gleiche Adresse angegeben und Spotify so vorgegaukelt, dass es sich um eine Familie handelt, die an einem Ort wohnt.

Spotify-Mailing soll vermeintliche Betrüger entlarven

Seit einiger Zeit beginnt der Streaming-Dienst nun offenbar damit, einzelne Mitglieder einer Spotify Family per E-Mail anzuschreiben. Das berichten Medien aus Deutschland und den USA unabhängig voneinander.

Im Schreiben heißt es:

Um Spotify Premium weiterhin zu verwenden, musst du deine Anschrift bestätigen. Wenn du nicht bestätigst, könntest du Zugang zu deinem Plan verlieren.

Die Bestätigung der Anschrift soll dabei nicht – oder erst im zweiten Schritt bei deaktivieren Ortungsdiensten – über die manuelle Eingabe erfolgen. Vielmehr möchte Spotify einen Zugriff auf den aktuellen Standort des Nutzers.

Spotify hat zu kurz gedacht

Der Gedanke von Spotify: Eine Familie lebt an einem Ort und hat deshalb auch die gleichen Standort-Angaben. Bestätigen mehrere Nutzer die E-Mail nun von unterschiedlichen Orten aus, könnte Spotify den Rückschluss ziehen, dass es sich um eine „falsche“ Familie handelt.

Dieser Rückschluss ist natürlich fatal. Man denke nur an Familien, die getrennt voneinander leben, oder an Kinder, die in andere Städte gezogen sind. Ginge man nur nach dem Standort, dürfte keine dieser Familien Spotify Family nutzen.

Hinzu kommt selbstverständlich noch die Frage, was der Streaming-Dienst mit den Standort-Daten macht. Im Schreiben heißt es zwar: „Spotify verwendet deine GPS-Daten wirklich nur zur Bestätigung des Standorts.“ Doch ob die Daten danach gelöscht oder mit dem Profil verknüpft werden, wird nicht beantwortet.

Obwohl das wirtschaftliche Interesse seitens Spotify durchaus nachvollziehbar ist, ist die gewählte Methode wohl eher wenig zielführend. Kein Nutzer sollte seine Standort-Informationen ohne detaillierte Erklärungen an Unternehmen weitergeben.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.