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Wollen wir bei YouTube wirklich Werbeblocks wie im Fernsehen?

Christian Erxleben
YouTube passt sich dem klassischen Fernsehen an. (Foto: Pixabay.com / jarmoluk)

Das klassische Fernsehen verliert bei der jüngeren Generation weiter an Bedeutung. Dessen Platz eingenommen haben Netflix und YouTube. Letzterer Dienst bringt nun jedoch ein Werbe-Format, das wir aus dem TV kennen und nicht sonderlich mögen. 

Jeden Tag schauen Nutzer mehr als 180 Millionen Stunden an YouTube-Videos auf klassischen Fernsehern – Tendenz steigend. Und auch wenn es unmöglich ist, alle neuen Inhalte zu konsumieren, liegt YouTube in der Gunst der Nutzer auf einem der vorderen Plätze.

Gemeinsam mit Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon Prime ist es YouTube gelungen, das klassische Fernsehen anzugreifen. Insbesondere junge Menschen verbringen ihre Abende tendenziell eher auf einer der Video-Plattformen als im TV-Programm von RTL, ARD und Co.

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Ad Pods: YouTube bringt klassisches TV-Format

Und nicht einmal der Fernseher selbst ist vor den neuen Diensten sicher. Durch die smarten TV-Geräte übernehmen auch in den deutschen Wohnzimmern die digitalen Angebote verstärkt die Kontrolle über das Abend-Programm.

Umso überraschender ist die Ankündigung von Google-Manager Khushbu Rathi im Google Ads Blog. Dort erklärt der Product Manager mit Fokus auf Video-Anzeigen, dass YouTube mit den sogenannten „Ad Pods“ ein neues Werbe-Format auf den Markt bringt.

Dahinter verbergen sich zwei aneinander gekoppelte Anzeigen, wovon sich mindestens eine nicht überspringen lässt. Ein möglicher Ad Pod könnte beispielsweise aus einer überspringbaren Skippable Ad und einem nicht überspringbaren Sechs-Sekünder bestehen.

Weniger Unterbrechungen, dafür mehr Werbung: Brauchen wir ein Fernsehen 2.0?

Doch warum geht YouTube diesen Weg? Laut den Aussagen von mehreren Google-Verantwortlichen bevorzugen es YouTube-Nutzer, wenn sie seltener unterbrochen werden. Durch die Ad Pods gibt es anstelle von vier Unterbrechungen mit je einem Spot beispielsweise zwei mal zwei Spots und damit auch nur zwei Unterbrechungen.

Gegenüber dem US-amerikanischen Branchen-Magazin Ad Age sagt Debbie Weinstein, Vice President of YouTube and Global Video Solutions: „Die Nutzer mögen sie (die Ad Pods; Anmerkung der Redaktion) wirklich.“ Ob das wirklich für alle Nutzer gilt, ist selbstverständlich noch offen.

Offensichtlich ist jedoch, dass YouTube mit dieser Offensive auch Unternehmen ansprechen will, die sonst klassisch im Fernsehen werben und mit anderen Kennzahlen hantieren als ihre Kollegen aus dem Online Marketing.

Da die Nutzer von digitalen Video-Diensten jedoch keine längeren Werbe-Unterbrechungen gewohnt sind, ist die Frage durchaus berechtigt, ob und wie die Ad Pods angenommen werden.

Momentan ist das Format nur in den USA und auf Desktop-Bildschirmen verfügbar. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis die Ad Pods auch auf den mobilen Endgeräten verfügbar sind.

Und gerade am Smartphone dürften nur die wenigsten Nutzer bereit sein, vor dem Video-Konsum zwei Werbe-Spots anzuschauen. Die Alternative seitens YouTube ist der kostenpflichtige, werbefreie Dienst YouTube Premium. Ob mehr Werbung jedoch wirklich ein Argument für ein Premium-Abonnement ist, ist fraglich.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.