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Fußball-Streaming: Was passiert mit der Champions League?

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Werden wir die Champions League bald auf einem eigenen Streaming-Dienst der Uefa verfolgen? (Foto: Pixabay.com / kcanaytekin)
geschrieben von Vivien Stellmach

Wer soll zukünftig die Champions League zeigen? Die europäische Fußball-Union sucht gerade nach Alternativen zu traditionellen TV-Anbietern wie Sky. Offenbar denkt man sogar über eine eigene Plattform fürs Fußball-Streaming nach. Wir sehen uns einmal die möglichen Konsequenzen an.

Erst beim vergangenen Top-Spiel zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund ist es wieder passiert: Der Pay-TV-Sender Sky hatte massive Übertragungsprobleme bei seinen Produkten „Sky Go“ und „Sky Ticket“ – diese waren wegen technischer Probleme schon vor Anpfiff gestört und nicht abrufbar.

Der Sender gerät zunehmend unter Druck. In den sozialen Netzwerken schreiben immer mehr Kunden, ihr Abonnement kündigen zu wollen.


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Sollten die Abonnentenzahlen künftig stagnieren oder sogar zurückgehen, könnte Sky möglicherweise auch nicht mehr das Geld für die attraktiven Live-Rechte an der Champions League aufbringen.

Laut Theodore Theodoridis, dem Generalsekretär der europäischen Fußball-Union (Uefa), deutet sich ein solcher Trend sogar schon an.

Uefa denkt über eigene Plattform zum Fußball-Streaming nach

In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Financial Times sagte Theodoridis, dass die Uefa gegenwärtig viele Fernsehpartner habe und sie sich freuen würde, diese Partnerschaften auch fortzusetzen. „Aber wir wollen auch gewappnet sein. Wir wollen alternative Optionen haben.“

Und wie kann so eine alternative Option zu Sky und DAZN aussehen, die aktuell alle Partien der Königsklasse zeigen? Natürlich wäre eine eigene Plattform zum Fußball-Streaming denkbar. Mit Uefa.tv ist im Juni 2019 sogar schon ein Video-Streaming-Dienst online gegangen.

Abonnenten-Verluste für Sky, DAZN und Co.

Ein eigener Streaming-Dienst würde der Uefa auch als zusätzliche Einnahmequelle dienen. Gleichzeitig würden Pay-TV-Sender und Streaming-Dienste wie Sky und DAZN wohl zwangsläufig Abonnenten verlieren.

Die Champions League ist neben der Bundesliga immerhin der wohl attraktivste Wettbewerb für Fußball-Fans.

Die Uefa dürfte sich nun die Frage stellen, welche Alternative für sie lukrativer wäre. Eine eigene Plattform muss unterhalten werden und für die Rechte erhält die Union schließlich auch hohe Geldbeträge.

Champions League: Comeback im Free TV?

Gerade hat die Uefa erstmal die Medienrechte für die nächsten drei Champions-League-Spielzeiten von 2021/2022 bis 2023/2024 ausgeschrieben. Interessierte (Medien-)Unternehmen konnten noch bis zum 3. Dezember 2019 ein Gebot abgeben.

Laut Medienberichten liegen der Nachrichtenagentur DPA nun schon Informationen dazu vor, dass das Finale der Champions League ab 2022 wieder im Free-TV ausgestrahlt werden könnte.

Momentan darf das Finale hierzulande nur dann im frei empfänglichen Fernsehen ausgestrahlt werden, wenn auch eine deutsche Mannschaft um den Titel spielt.

Das ist noch Zukunftsmusik, aber falls das Finale grundsätzlich wieder im Free-TV laufen sollte, wären das natürlich schlechte Nachrichten für Sky und DAZN. Interesse an der Ausstrahlung der Champions League haben darüber hinaus laut DPA auch schon die Sender ZDF und RTL signalisiert.

Bundesliga und Champions League: Fußball-Streaming auf einem Sender?

Neben den Rechten für die Champions League werden 2020 auch die Übertragungsrechte für die Bundesliga neu ausgeschrieben.

Aus Fan-Sicht wäre es natürlich am schönsten, wenn sich ein Sender die Rechte für alle attraktiven Fußball-Wettbewerbe sichern würde. Das ist allerdings unwahrscheinlich.

Denn wenn ein Anbieter viel Geld für die Rechte der Königsklasse in die Hand nimmt, bleibt nicht mehr viel für die Rechte der Bundesliga übrig. Pay-TV-Sender und Streaming-Anbieter stehen in Konkurrenz. Die Vielfalt ist Fluch und Segen zugleich.

So oder so müssen sowohl Sky als auch DAZN aufpassen, dass sie ihre Kundschaft nicht vergraulen. Denn neben Sky hatte zuletzt auch DAZN beim Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Inter Mailand mit heftigen Störungen zu kämpfen.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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