Social Media Technologie

Diese 4 skurrilen und schönen Social-Media-Trends erobern die USA

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In ihrer Kolumne beschäftigt sich Marinela mit Entwicklungen in den USA.
geschrieben von Marinela Potor

Die USA sind eine der größten Tech-Nationen dieser Welt. Doch wie stehen eigentlich die Amerikaner selbst zu all dem? Welche Trends begeistern sie, welche gehen völlig an ihnen vorbei? Genau darüber berichtet Marinela Potor – direkt aus den USA – in regelmäßigen Abständen im BASIC thinking US-Update. Diesmal plaudert sie über die schönen und skurrilen Social-Media-Trends, die sie in Corona-Zeiten dort entdeckt hat.  

Was machen eigentlich Menschen in den USA während des Lockdowns auf Social Media? Nun, in vieler Hinsicht genau das gleiche, was Menschen überall auf der Welt tun: Sich durch Serien arbeiten, Videokonferenzen führen, Bastelanleitungen für Masken posten und Pornos schauen.

Doch darüber hinaus habe ich in den letzten Wochen auch ein paar sehr spezielle Social-Media-Trends in den USA entdeckt.


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Social-Media-Trends in den USA: Die Zeit der Filter ist vorbei

Wenn ich mich so bei den großen Influencern aus den USA auf ihren Social-Media-Profilen umschaue, scheint mir: Die Zeit der perfekt arrangierten Instagram-Fotos ist offenbar vorbei.

Wozu auch arrangieren?

Schließlich laufen die meisten wahrscheinlich ohnehin fast jeden Tag im Schlabber-Look durch die Wohnung. Entsprechend erfrischend sind viele Posts auf Instagram oder auch Tik Tok und YouTube, in denen Nutzer sich nun erstmals ohne Inszenierung in ihren Wohnungen zeigen.

Klar, Videos wurden auch schon vorher aus Wohnungen gedreht oder gepostet. Meist aber entweder vor irgendeinem speziell dekorierten oder bewusst neutralem Hintergrund.

Jetzt wiederum nehmen die Influencer ihre Fans mit in ihre Wohnungen, in denen man plötzlich persönliche Fotos, seltsame Kaffeetassen und unaufgeräumte Schränke sieht.

Offenbar kommt dieser sehr intime Content sehr gut an. Möglicherweise ist es auch momentan eine schöne Ablenkung von dem typischerweise so perfektem Influencer-Leben. Man sieht: Auch die Social-Media-Stars sind in der Corona-Krise wie wir alle.

Leiser Content statt schrillen Posts

Normalerweise gilt in den sozialen Medien: Je lauter, bunter und schriller, desto besser. Schließlich kann man sich sonst nur schwer von der Masse abheben. Im Moment scheinen die US-Amerikaner aber genau das Gegenteil zu bevorzugen.

Das leuchtet ein. Schließlich ist niemand mehr in Eile und will sich deshalb schnell durch kurzen Content scrollen. Auch kann kaum jemand derzeit aufregenden neuen Reise-Content posten oder ein Video davon drehen, wie er spektakulär mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug springt.

Wenn all dieser Social-Media-Lärm wegfällt und Menschen mehr Zeit haben, bleibt plötzlich Raum für stilleren und auch längeren Content. Und das Erstaunliche ist: Die Menschen lesen und liken diese Posts.

Soziale Netzwerke werden zu lokalen Netzwerken

Ein anderer interessanter Trend ist das Wachsen und Stärken der lokalen Community. Das hat mich etwas überrascht. Doch vielleicht möchte man sich in diesen Tagen der Isolation insbesondere mit denen austauschen, die in der unmittelbaren Nähe sind und die eigene Situation vielleicht am besten nachvollziehen können.

Das reicht von regionalen Bauern, die ihre Produkte in improvisierten Drive-Throughs in die Stadt fahren und damit sehr viel positives Feedback auf sozialen Netzwerken bekommen und reicht bis hin zu örtlichen Gesundheitskräften, die sich täglich für die Kranken einsetzen – und dafür auf Social Media Rückhalt von der lokalen Community bekommen.

Ich selbst habe so zum Beispiel zwei tolle neue Facebook-Live-Videoserien in Cincinnati entdeckt, die ich nun regelmäßig verfolge.

Die eine wird wöchentlich vom Observatorium ausgestrahlt. Astronom Dean Regas blickt dabei jeden Dienstag in den Himmel und erzählt, was wir in dieser Woche dort erleben können. So habe ich zum Beispiel vor ein paar Wochen ein paar unglaubliche Sternschnuppen der Lyriden gesehen.

Meine zweite neue „Lieblingsserie“ kommt von Cincy Music, einer Musikplattform in der Stadt. Hier spielen örtliche Musiker Livemusik aus ihrem Haus. Live-Musik ist eines der Dinge, die ich im Moment am meisten vermisse und so ist es wirklich schön, sie wenigstens auf diesem Weg erleben zu können.

Beide Plattformen bieten darüber hinaus auch immer die Möglichkeit der Unterstützung. Man kann ans Observatorium spenden sowie über die Musik-Plattform die örtlichen Musiker unterstützen. Das finde ich in diesen Tagen auch eine schöne Option, um Menschen in der Stadt zu zeigen, dass man ihre Arbeit schätzt.

Seltsamster USA-Trend: #SexySandwiches

Natürlich wären Amerikaner nicht Amerikaner, wenn es nicht auch ein paar seltsame Auswüchse gäbe.

Einer der skurrilsten Social-Media-Trends, die ich in letzter Zeit gesehen habe, ist der Hashtag-Trend #SexySandwiches auf Twitter. Ja, es geht um Fotos von belegten Broten.

Manche „entdecken“ dabei laszive Körper oder gewisse „sexy“ Dinge in ihren Sandwiches und belegen das mit Fotos. Andere wiederum betreiben Sandwich-Collagen oder Photoshop für den Hashtag.

Ich bin nicht ganz sicher, warum das gerade eine beliebte Beschäftigung im Netz ist. Aber es ist definitiv unterhaltsam.

Insgesamt finde ich aber diese ruhigere, authentischere Atmosphäre auf Social Media in den USA sehr angenehm. Fragt sich natürlich nur, ob das alles wieder vergessen ist, sobald der strikte Lockdown vorbei ist.


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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