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Fortnite-Konflikt: Wer dominiert eigentlich die internationale Gaming-Szene?

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Eigentlich legt sich gerade der größte Gaming-Konzern mit dem drittgrößten an. (Foto: Unsplash.com / Joshua Hoehne)
geschrieben von Christian Erxleben

Der Fortnite-Konflikt zwischen Apple und dem Spiele-Entwickler Epic Games spitzt sich weiter zu. Das wirft unweigerlich auch die Frage auf: Wie ist eigentlich der internationale Gaming-Markt aufgestellt und welche Firmen dominieren ihn? Die Antwort ist durchaus überraschend.

Es war eine Überraschung, wenngleich auch nicht für alle Seiten. Mitte August 2020 hatte das beliebte Online-Game Fortnite virtuelle Käufe günstiger auf der eigenen Plattform angeboten als in den App Stores von Apple und Google.

Darauf folgte von den Betreibern der App Stores die Reaktion, mit der das Unternehmen hinter Fortnite – die Entwickler-Firma Epic Games – gerechnet hatte: der Rauswurf. Denn nur wenige Stunden nach der Eskalation hatte die Plattform vor Gericht eine 60-seitige Klage gegen Apple eingereicht.


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Apple knickt nicht ein – und eskaliert den Fortnite-Konflikt

Hintergrund der Provokation und auch der Grund des Rauswurfs ist die verpflichtende Abgabe von 30 Prozent der In-App-Verkäufe an die Plattform-Betreiber Apple und Google. Dabei können Android-Nutzer immerhin auch über Umwege an neue Fortnite-Inhalte kommen. Auf den Endgeräten von Apple geht das nicht.

Letztendlich war der Schritt von Epic Games also der Versuch, Apple zu einer Ausnahme zu zwingen. Doch der Technologie-Konzern aus dem kalifornischen Cupertino bleibt hart. So teilte ein Apple-Sprecher gegenüber der Tageszeitung Welt beispielsweise mit:

Das Problem, das Epic für sich selbst geschaffen hat, ist eines, das leicht behoben werden kann, wenn sie eine Aktualisierung ihrer App einreichen, mit der sie ihre App so umstellen, dass sie den Richtlinien entspricht, denen sie zugestimmt haben und die für alle Entwickler gelten.

Und es kommt für Fortnite und Epic Games womöglich noch schlimmer. Denn wie das Unternehmen auf seinem Twitter-Account mitteilte, hat Apple darüber informiert, dass schon am 28. August 2020 alle Schnittstellen und Entwickler-Accounts für iOS und Mac geschlossen werden. Dagegen klagt Epic Games nun.

Sollten die Richter allerdings zu Gunsten von Apple entscheiden, hat Epic Games ein Problem. Denn ohne Zugriff auf das Apple-Entwicklersystem können die Spiele-Entwickler auch nicht die Version von Fortnite an mögliche Änderungen der Spiele-Software Unreal Engine anpassen.

Und das bedeutet dann tatsächlich das Aus für Fortnite auf iPhones, iPads und Macs.

Ist der Fortnite-Konflikt ein Kampf zwischen Tencent und Apple?

Wenn wir jedoch den Blick heben und uns auf die nächst höhere Ebene begeben, erhält der Fortnite-Konflikt eine neue Dimension. Denn Epic Games gehört zu 40 Prozent zum chinesischen Technologie-Konzern Tencent.

Dieser hat alleine im vierten Quartal 2019 Schätzungen zu Folge mehr als 5,2 Milliarden US-Dollar mit Spielen umgesetzt.

Dabei ist die hohe Beteiligung an Epic Games keine Seltenheit. So hält Tencent derzeit 84 Prozent an Supercell – dem Unternehmen hinter Clash of Clans. Komplett zu Tencent gehört sogar das Gaming-Studio Riot Games. Dieses wiederum steckt hinter dem erfolgreichen Spiel League of Legends.

Wenn also Epic Games die Konfrontation mit Apple und Google sucht, sucht indirekt das größte Gaming-Unternehmen das Duell mit dem drittplatzierten (Apple; 2,89 Milliarden US-Dollar Umsatz im vierten Quartal 2019) und dem sechstplatzierten (Google; 1,88 Milliarden US-Dollar Umsatz im vierten Quartal 2019).

Technologie-Konzerne dominieren auch die Gaming-Szene

Wirft man einen weiteren Blick auf die Liste der Unternehmen mit den höchsten Gaming-Umsätzen fällt auf, dass Nintendo auf dem fünften Platz (2,29 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2019) das erste klassische Spiele-Unternehmen ist.

Mit Activision Blizzard (siebter Platz), EA (neunter Platz) und Ubisoft (14. Platz) reihen sich weitere bekannte Namen ebenfalls hinten in der Rangliste ein. An der Spitze stehen mit Tencent, Sony, Apple, Microsoft und Google stattdessen Technologie-Konzerne.

Diese haben sich durch eigene Ökosysteme (Apple und Google) in den letzten Jahren relativ unbemerkt eine führende Rolle aufgebaut. Eine andere Strategie verfolgen dabei Tencent, Sony (Playstation) und Microsoft (Xbox und Minecraft). Sie haben sich ein Standbein durch gezielte Übernahmen aufgebaut.

Welches Modell dabei auf lange Sicht erfolgreicher ist, kommt auf die Perspektive an und lässt sich pauschal nicht beantworten. Fest steht jedoch, dass die globale Gaming-Szene schon lange nicht mehr von unabhängigen Spiele-Entwicklern dominiert wird. Auch sie sind nur ein Spielball der großen Tech-Konzerne.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

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