Tik-Tok-Algorithmus, Bytedance, Algorithmus, Tik Tok

Bytedance verkauft den Tik-Tok-Algorithmus an Interessierte

Fabian Peters
Unsplash.com / Markus Spiske, Montage: BASIC thinking

Zahlreiche Digital-Unternehmen hüten ihre Algorithmen wie ein sagenumwobenes Geheimnis. Das trifft vor allem auf soziale Netzwerke zu. Bytedance bricht nun mit dieser Tradition. Der Tech-Konzern bietet seinen Tik-Tok-Algorithmus fortan zum Verkauf an.

Algorithmen gelten als wesentlicher Bestandteil des Erfolgskonzepts sozialer Netzwerke. Daher ist es nur wenig verwunderlich, dass die Plattformen ein wohlgehütetes Geheimnis um sie hegen.

Der Tik-Tok-Algorithmus ist beispielsweise ein großer Teil dessen, was das soziale Netzwerk so berühmt gemacht hat. Er lenkt das Verhalten der Nutzer:innen und entscheidet, wem welche Inhalte angezeigt werden.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Diese Empfehlungen wiederum basieren auf individuellen Interaktionen – einschließlich der Inhalte, die ein User teilt, kommentiert und likt. Die Geräte- und Kontoeinstellungen wie die Sprache und der Standort spielen ebenso eine Rolle.

Eben jenen Empfehlungs-Algorithmus und das Erfolgskonzept von Tik Tok bietet Bytedance nun zum Verkauf an.

Byteplus vermarktet den Tik-Tok-Algorithmus

Für die Vermarktung des Tik-Tok-Algorithmus hat Bytedance eine eigene Abteilung gegründet: Byteplus. Den Angaben auf der Website zufolge zählen die US-Mode-App Goat, der Reiseanbieter Wego, die indonesische Shopping-App Chilibeli und die Gaming-Plattform Games App bereits zu den Kunden.

Laut Berichten bietet Byteplus seinen Kund:innen die Möglichkeit, auf den Algorithmus zuzugreifen und ihn für ihre Apps und User zu personalisieren. Das Angebot umfasst zudem automatisierte Sprach- und Textübersetzungen, Echtzeit-Videoeffekte sowie Datenanalysetools.

Aufgrund seiner undurchsichtigen Richtlinien sowie Datenschutzmängeln stand Tik Tok in jüngster Vergangenheit immer wieder in der Kritik. Daher hat der Mutterkonzern Bytedance schon 2020 ein Transparency Center eröffnet, in dem externen Expert:innen Einblicke hinter die Kulissen erhalten.

Zudem erklärt Tik Tok auf seiner Website seither grob, wie sein Algorithmus funktioniert. Mit Byteplus geht der Tech-Konzern nun noch einen Schritt weiter. Doch was bedeutet das für die Zukunft und welche Auswirkungen hat das auf die Konkurrenz?

Algorithmen als Service: Ein neues Geschäftsmodell?

Byteplus könnte dazu beitragen, Algorithmen als Service-Dienstleistung zu etablieren und AI einer breiten Masse zugänglich zu machen. Ein solches Geschäftsmodell könnte zahlreichen Unternehmen zu mehr Effizienz verhelfen und für mehr Transparenz sorgen.

Expert:innen sprechen in diesem Zusammenhang bereits seit einigen Jahren von AI as a Service. Vor allem Microsoft, Google und Amazon könnten die Hauptakteure der weiteren Entwicklung sein und ein solches Geschäftsmodell realisieren.

So könnte in naher Zukunft eine komplett neue Service- und Infrastruktur rund um Algorithmen und AI entstehen. Von der Entwicklung und Prozessautomatisierung über das Marketing bis hin zur Analyse und Wartung.

Für Bytedance und Tik Tok erschließt sich dabei bereits jetzt eine komplett neue und lukrative Einnahmequelle. Spannend bleibt zu beobachten, wie die Konkurrenz mit dem Vorstoß des chinesischen Konzerns umgeht. Schließlich haben zahlreiche Unternehmen wie Facebook, Google und Twitter jahrelang selbst die Geheimniskrämerei rund um ihre Algorithmen befeuert.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Auch interessant: 

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Paid Media Manager (w/m/d)
IW Medien in Köln
Marketing Manager (w/m/d) Digital, Content un...
ECKELMANN AG in Wiesbaden
Praktikant (m/w/d) im Online Marketing
Rodenstock GmbH in München
Social Media Manager (m/w/d)
Paul Reber GmbH + Co KG in Bad Reichenhall
Junior Social Media Manager (m/w/d)
ORTHOMOL pharmazeutische Vertriebs GmbH in Langenfeld
Online Marketing Manager (m/w/d)
EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft mbH ... in Bad Nauheim
Werkstudent/in Online Marketing (m/w/d)
Sorglos GbR in Köln
Praktikant Mediendesign und Social Media (d/m...
Mercedes-Benz Tech Innovation in Stuttgart
Teile diesen Artikel
Chefredakteur
Folgen
Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).