Social Media Wirtschaft

Bytedance verkauft den Tik-Tok-Algorithmus an Interessierte

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Unsplash.com / Markus Spiske, Montage: BASIC thinking
geschrieben von Fabian Peters

Zahlreiche Digital-Unternehmen hüten ihre Algorithmen wie ein sagenumwobenes Geheimnis. Das trifft vor allem auf soziale Netzwerke zu. Bytedance bricht nun mit dieser Tradition. Der Tech-Konzern bietet seinen Tik-Tok-Algorithmus fortan zum Verkauf an.

Algorithmen gelten als wesentlicher Bestandteil des Erfolgskonzepts sozialer Netzwerke. Daher ist es nur wenig verwunderlich, dass die Plattformen ein wohlgehütetes Geheimnis um sie hegen.

Der Tik-Tok-Algorithmus ist beispielsweise ein großer Teil dessen, was das soziale Netzwerk so berühmt gemacht hat. Er lenkt das Verhalten der Nutzer:innen und entscheidet, wem welche Inhalte angezeigt werden.


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Diese Empfehlungen wiederum basieren auf individuellen Interaktionen – einschließlich der Inhalte, die ein User teilt, kommentiert und likt. Die Geräte- und Kontoeinstellungen wie die Sprache und der Standort spielen ebenso eine Rolle.

Eben jenen Empfehlungs-Algorithmus und das Erfolgskonzept von Tik Tok bietet Bytedance nun zum Verkauf an.

Byteplus vermarktet den Tik-Tok-Algorithmus

Für die Vermarktung des Tik-Tok-Algorithmus hat Bytedance eine eigene Abteilung gegründet: Byteplus. Den Angaben auf der Website zufolge zählen die US-Mode-App Goat, der Reiseanbieter Wego, die indonesische Shopping-App Chilibeli und die Gaming-Plattform Games App bereits zu den Kunden.

Laut Berichten bietet Byteplus seinen Kund:innen die Möglichkeit, auf den Algorithmus zuzugreifen und ihn für ihre Apps und User zu personalisieren. Das Angebot umfasst zudem automatisierte Sprach- und Textübersetzungen, Echtzeit-Videoeffekte sowie Datenanalysetools.

Aufgrund seiner undurchsichtigen Richtlinien sowie Datenschutzmängeln stand Tik Tok in jüngster Vergangenheit immer wieder in der Kritik. Daher hat der Mutterkonzern Bytedance schon 2020 ein Transparency Center eröffnet, in dem externen Expert:innen Einblicke hinter die Kulissen erhalten.

Zudem erklärt Tik Tok auf seiner Website seither grob, wie sein Algorithmus funktioniert. Mit Byteplus geht der Tech-Konzern nun noch einen Schritt weiter. Doch was bedeutet das für die Zukunft und welche Auswirkungen hat das auf die Konkurrenz?

Algorithmen als Service: Ein neues Geschäftsmodell?

Byteplus könnte dazu beitragen, Algorithmen als Service-Dienstleistung zu etablieren und AI einer breiten Masse zugänglich zu machen. Ein solches Geschäftsmodell könnte zahlreichen Unternehmen zu mehr Effizienz verhelfen und für mehr Transparenz sorgen.

Expert:innen sprechen in diesem Zusammenhang bereits seit einigen Jahren von AI as a Service. Vor allem Microsoft, Google und Amazon könnten die Hauptakteure der weiteren Entwicklung sein und ein solches Geschäftsmodell realisieren.

So könnte in naher Zukunft eine komplett neue Service- und Infrastruktur rund um Algorithmen und AI entstehen. Von der Entwicklung und Prozessautomatisierung über das Marketing bis hin zur Analyse und Wartung.

Für Bytedance und Tik Tok erschließt sich dabei bereits jetzt eine komplett neue und lukrative Einnahmequelle. Spannend bleibt zu beobachten, wie die Konkurrenz mit dem Vorstoß des chinesischen Konzerns umgeht. Schließlich haben zahlreiche Unternehmen wie Facebook, Google und Twitter jahrelang selbst die Geheimniskrämerei rund um ihre Algorithmen befeuert.

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Über den Autor

Fabian Peters

Schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor), Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master). Hat bereits für die Frankfurter Rundschau sowie die Magazine Pressesprecher und Politik&Kommunikation geschrieben.

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