Wirtschaft

Steigt Delivery Hero beim 10-Minuten-Lieferdienst Gorillas ein?

Delivery Hero, Essenslieferung
Delivery Hero / Max Threlfall
geschrieben von Marinela Potor

Der Lieferdienst Delivery Hero will offenbar beim 10-Minuten-Lieferdienst Gorillas einsteigen. Beide Unternehmen halten sich zu den Finanzierungsgerüchten aber bedeckt. 

Die Gerüchteküche im deutschen Markt der Lieferdienste brodelt. Angeblich will nun der Lieferdienst Delivery Hero offenbar beim 10-Minuten-Lieferdienst Gorillas als Investor einsteigen. Das hat heute das Manager Magazin mit Berufung auf Insidern berichtet.

Auf Nachfrage von BASIC thinking wollte keins der beiden Unternehmen den Bericht bestätigen.


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Von Gorillas hieß es lediglich in einem Presse-Statement: „Wir beteiligen uns grundsätzlich nicht an Spekulationen über Finanzierungsrunden.“ Und auch Delivery Hero hält sich bedeckt. „Wir kommentieren keine Markt-Gerüchte“, sagte das Presseteam gegenüber BASIC thinking.

Gorillas: Probleme, wo man hinschaut

Gerüchte um den Lieferdienst Gorillas gibt es schon seit einiger Zeit. Erst vor wenigen Wochen gab es Spekulationen um eine Beteiligung des US-Lebensmittellieferdienstes Doordash an Gorillas.

Dabei soll es in einer Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von 2,1 Milliarden Euro gekommen sein. Das ist ein tiefer Fall von den angeblich angepeilten fünf Milliarden Euro. Dennoch ist der Deal aber offenbar am Ende geplatzt.

Ob nun stattdessen Delivery Hero oder auch andere Investoren bei Gorillas einsteigen, ist unklar. Doch klar ist: Gorillas braucht Geld. Denn das Start-up wächst momentan rasant, das Geschäftsmodell steht aber auf wackligen Füßen.

Das Geschäftsmodell des Lieferdienstes, der Waren und Lebensmittel innerhalb von zehn Minuten per E-Bike an Kund:innen liefert, ist langfristig kaum finanziell nachhaltig. Darüber hinaus gibt es seit geraumer Zeit auch immer wieder Probleme mit unzufriedenen Mitarbeitenden, mangelndem Datenschutz und behördlichen Ermittlungen.

Es ist also nicht überraschend, dass Gorillas nach neuen Finanzquellen sucht. Und die nach eigenen Angaben „weltweit größte lokale Lieferplattform“ Delivery Hero könnte als Investor durchaus infrage kommen.

Was macht Delivery Hero?

Delivery Hero ist 2008 in Schweden gestartet und liefert, ähnlich wie Lieferando, Essen von Restaurants an Kund:innen, aber mittlerweile auch andere Waren aus örtlichen Geschäften. Wie Gorillas arbeitet auch der Essenslieferdienst mit Lieferungen per Fahrrad, die von den „Ridern“ ausgeführt werden.

Bis Ende 2018 war der Lieferdienst auch in Deutschland vertreten, hatte sich dann aber auf andere Märkte konzentriert. Seit Mai 2021 ist Delivery Hero unter seiner Marke Foodpanda, wieder in Deutschland aktiv.

Interessanterweise äußerte sich Mitgründer Niklas Österberg heute auf Twitter zu dem Thema und legt damit zumindest die Vermutung nahe, dass das Unternehmen über eine weitere Expansion in Deutschland nachdenkt.

Wie diese Expansion genau aussehen könnte und ob dies mit oder ohne Gorillas sein werde, lässt Österberg offen. Das Unternehmen sagte gegenüber BASIC thinking lediglich, dass man regelmäßig „potenzielle Transaktionen“ betrachte, um seinen „Fußabdruck zu optimieren.“

Bislang keine Gewinne

Delivery Hero ist insbesondere in Asien sehr aktiv und wächst momentan stark. In seiner aktuellen Halbjahresbilanz verzeichnet das Unternehmen weltweit über 1,2 Milliarden Bestellungen, was einem Plus von knapp 136 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 entspricht.

Auch seinen Umsatz konnte Delivery Hero im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit rund 2,68 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Gleichzeitig kann Delivery Hero immer noch keinen Gewinn aufweisen.

Unterm Strich weist der Lieferdienst ein Minus von rund 918 Millionen Euro auf. Im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei rund 448 Millionen.

Aus Sicht von Delivery Hero würde eine Investition in Gorillas das eigene Modell gut ergänzen. Gorillas wiederum kann die Finanzspritze sicher gut gebrauchen. Letztlich muss man aber abwarten, ob der Deal am Ende wirklich zustande kommt.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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