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Vorgeführt! Schweizer YouTuber legt mit absurden Corona-Lügen Querdenker herein

Lichtmacher, Blog, Schweizer YouTuber Corona,
Screenshot / Lichtmacher.info
geschrieben von Marinela Potor

Kann man Corona-Leugnende mit völlig absurden und frei erfundenen Falschinformationen hereinlegen? Offenbar, ja. Das hat ein Schweizer YouTuber in einem Corona-Experiment demonstriert. Selbst ärztliches Personal fiel auf die abwegigen Theorien herein. 

Eigentlich veröffentlicht Sascha auf seinem YouTube-Kanal „Sputim“ Spongebob-Parodien und Twitch-Videos mit lustigen Akzenten. Doch als er in diesem Jahr in verschiedenen Telegram-Gruppe mit mitunter 20.000 Corona-Leugnenden landete, war er erstaunt, wie leichtgläubig die Menschen dort waren.

Denn während diese Menschen einerseits extrem skeptisch gegenüber gängigen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind, sind sie andererseits extrem leichtgläubig, wenn es um komplett absurde Verschwörungstheorien geht. Je absurder, desto eher schienen diese Menschen die Theorien zu glauben – und massiv zu verbreiten. Das brachte Sascha auf eine Idee!


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Einfach irgendwelchen „Dünnschiss“ erfunden

Der Schweizer YouTuber beginnt zunächst damit, frei erfundene Corona-Impfsymptome in seinen Videos zu beschreiben, die „Sputim-Krankheit“, die er auch mit den Telegram-Gruppen teilt.

So beschreibt er auch, wie in den USA eine „enorme Anzahl von Kindern“ wenige Stunden nach der Corona-„GENImpfung“ ein weißgelbes Sputum (Auswurf) husten würden. Das deute auf eine viral bedingte Infektion der Lungen hin. Diese frei erfundene These untermauert er dann mit einer Reihe medizinischer Ausdrücke, die er einfach wild zusammenfügt.

Um diese Behauptungen weiter zu untermauern, startet Sascha einen Blog, lichtmacher.info, auf dem er die Sputim-Theorien weiter vertieft. Damit dort aber nicht nur sein „Dünnschiss“ erscheine, postet der Schweizer YouTuber auch Corona-Behauptungen der bizarren amerikanischen Quanon-Bewegung, die er schlicht durch den Deepl-Übersetzer jagt.

Zur Krönung verfasst er dann einen Nachrichtentext, in dem die bereits von ihm verbreiteten „Sputim-Symptome“ nochmals aufgegriffen werden.

„Fabrizierter Bullshit“ hunderttausendfach geteilt

Darin behauptet er in bester Verschwörungsmanier, dass diese Nebenwirkungen der Corona-Impfung bewusst von Regierungen und großen Pharmakonzernen verheimlicht würden.

Er erwähnt auch einen sehr abenteuerlichen Effekt, bei dem Körperteile oder sogar das Gehirn explodieren können oder die Kinder sich in Luft auflösen. Diesen Blogartikel teilte er in der Telegram-Gruppe.

Kurze Zeit später verbreiteten hunderttausende impfskeptische Telegram-User seinen „fabrizierten Bullshit-Artikel“ im Netz. Und das, ohne „überhaupt abzuchecken, ob irgendwas von dem behinderten Scheiß, der da geschrieben war, stimmt“, wie Sascha später in seinem Enthüllungsvideo berichtet.

Schweizer YouTuber: Corona-Lügen selbst von Ärztevereinigung geteilt

Insbesondere Gruppenmitglieder aus Deutschland scheinen den Artikel zu teilen. So teilte etwa die AfD seinen Artikel, genauso wie Verschwörungstheoretiker Xavier Naidoo. Sogar eine Corona-skeptischen Ärztevereinigung, Ärzte für Aufklärung, legte er mit seiner medizinischen Fabel herein.

Teilweise ist offensichtlich, dass die Personen, die den Artikel im Netz teilen, den Text gar nicht gelesen haben können. Und wer auch nur einen Blick darauf wirft, sagt Sascha, müsste bei dem Märchentext eigentlich sofort feststellen, dass hier etwas nicht stimmen kann.

Besonders bitter: Viele Menschen glauben derartige Behauptungen und spenden sogar Geld für fragwürdige Zwecke. Allein in einer Telegram-Gruppe seien so 15.000 US-Dollar in Bitcoins eingesammelt worden.

Social Media profitiert von den Anti-Corona-Gruppierungen

In einer Social-Media-Analyse zeigt der Schweizer YouTuber zudem, wie vor allem soziale Netzwerke von Corona-Lügen profitieren. Denn es sind genau diese Falschmeldungen, die sich rasant auf Social Media verbreiten und so für hohe Engagement-Zahlen sorgen.

Das ist kein Einzelphänomen. Verschiedene Studien haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sich Falschmeldungen und Lügen viel schneller im Netz verbreiten als die Wahrheit.

Dass er mit seinem Experiment die querdenkende Bewegung zum Nachdenken gebracht hat, glaubt Sascha aber nicht. Sein Fazit: „Gerade die, die sich Skeptiker nennen und alles infrage stellen, glauben alles, solange es ihrem verstörten und paranoiden Weltbild entspricht.“

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

8 Kommentare

  • Mit einem Schmunzeln soll hier offenbar die querdenkende Bewegung auf’s Korn genommen werden. Leider macht der Artikel vor allem aber deutlich, wie leicht die Massen zu lenken sind: Mit Falschmeldungen! Und dies wiederum ist eigentlich Öl im Feuer der Querdenker und beweist, wie Recht sie eigentlich haben.
    In meinen Augen geht der Artikel „nach hinten los“.

  • 1. Querdenker sind keine Massen
    2. Die Massen lassen sich nicht leicht lenken, sondern nur die kleine Gruppe der Querdenker
    3. Diese Gruppe hat mit nichts Recht

  • Manipulierbar sind wir alle. Und Dinge ohne Faktencheck auf Social Media teilen tun auch zu viele. Allerdings wird es schwierig, genau dieses Beispiel auf die „Massen“ zu übertragen. Denn offensichtlich befinden sich die Querdenkenden genau in einer derartigen Gedankenblase, dass sie selbst grundlegend und sehr offensichtliche Falschmeldungen gar nicht erst hinterfragen. In dem Experiment hat der YouTuber es ja bewusst ganz extrem angehen lassen. Mit etwas geschickteren Manipulationen kann man aber sicher auch eine große Gruppe an Menschen „hereinlegen“.

  • Nachdenken und recherchieren ist wirklich nicht jedermanns Sache. Unser Schulsystem ist ja auch nicht darauf ausgerichtet, aus uns Bürger zu machen, die sich vertieft mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Es ist häufig nur ein Kratzen an der Oberfläche. Warum hat aber der Youtuber ausgerechnet die Querdenker als Ziel genommen? Hat die Autorin Kenntnis darüber, ob er dafür bezahlt wurde? Oder ob sein Ziel bevorzugt massnahmenkritische Gruppen sind?

    Spannender wäre es doch, gezielt die Institutionen von mächtigen Playern der Finanzaristokratie aufs Korn zu nehmen. Ich bin sicher, dass auch andere Gruppen darauf hereingefallen wären, vor allem, wenn der Inhalt zum Program passt. Ich denke nur an die sehr dürftige Information der Regierungsorganisationen zum Virus und der Wirkungsweise der Impfstoffe. Oder zu den katastrophalen Auswirkungen der Massnahmen in der dritten Welt (z.B Hunger).

    Gegerell habe ich als historisch interessierte Person immer Bedenken alle solchen grossen Bewegungen wie den Querdenkern und vielen anderen. Meist werden sie gezielt eingesetzt und dienen auch gerne der Manipulation der Massen. Dazu empfehle ich der Autorin wärmstens das Buch von Rainer Mausfeld „warum schweigen die Lämmer“.

    • Hallo Rafa,
      der YouTuber hat sich aus persönlichem Interesse für das Thema entschieden, es gab keine Bezahlung dafür. Für Sascha war die Einstellung der Querdenken-Bewegung in verschiedenen Messenger-Gruppen so auffällig (einerseits alles in Frage stellen, andererseits alles ohne Hinterfragen glauben, selbst die abstrusesten Theorien), dass es ihn beschäftigt hat.

      Es gibt auch YouTuber, die genau das tun, s. Rezo 😉 Letzlich ist es jeder Person freigestellt, womit er oder sie sich in der Freizeit beschäftigen möchte und welche Themen jemanden bewegen.

  • Ich finde es erschreckend, dass man sich damit brüstet, absichtlich Falschinformationen verbreitet zu haben und dafür auch noch gelobt wird. Dabei spielt es meiner Meinung nach keine Rolle wen es „getroffen“ hat und was diejenigen daraus gemacht haben. Es werden massenhaft Videos auf Youtube und Facebook usw. gelöscht weil sie angebliche Falschinformationen enthalten. Hier wird der Ersteller der Falschinformationen dafür gelobt.
    Ich finde es zum K***** diese Spaltung der Gesellschaft, egal aus welcher Richtung.

    PS: Wurden eigentlich die Angaben, dass das die Geschichte Hunderttausendfach geteilt wurde und von wem auch geprüft, bevor dieser Artikel erschien? 😉

    • Ich finde es erschreckend, dass man sich damit brüstet, absichtlich Falschinformationen verbreitet zu haben und dafür auch noch gelobt wird.

      –> Weil er dann über seine Fehlinformation informiert… .

      Warum hat aber der Youtuber ausgerechnet die Querdenker als Ziel genommen?

      Ganz einfach deswegen, weil besonders diese Szene dazu neigt, sich gerne von ungeprüften Informationen leiten zu lassen.

  • Der YouTuber hat lediglich einen Artikel voller Falschinformationen geschrieben und in einer Telegram-Gruppe gepostet. Das kann man natürlich kritisieren. Dort wäre er aber untergegangen, wenn die Personen ihn wirklich auch nur halbwegs kritisch gelesen hätten. Ist er aber nicht. Es waren schließlich die Gruppen-Mitglieder, die ihn ungeprüft hunderttausendfach auf Social Media verbreitet haben.

    P.S. Ja, wurden sie.

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