Wirtschaft

Was kosten (vermeintliche) Schnäppchen-Angebote wirklich?

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Pexels.com/ Tima Miroshnichenko
geschrieben von Fabian Peters

„Black Friday“, „Cyber Week“ oder „Cyber Monday“: Mit diesen Begriffen versuchen viele Unternehmen Kund:innen zu akquirieren oder ihre Bestandskunden aus der Reserve zu locken. Sie versprechen unglaubliche Sonderangebote und satte Rabatte. Doch wie viel Preisnachlass gibt es wirklich?

Was ist der Black Friday?

Der Black Friday ist von den USA nach Deutschland herübergeschwappt. In den Vereinigten Staaten wird so der Freitag nach Thanksgiving genannt.

Da das US-amerikanische Pendant zum Erntedankfest stets auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende Freitag beziehungsweise Black Friday als Start in ein traditionelles Familienwochenende.

Gleichzeitig läutet er das Weihnachtsgeschäft ein. Der Cyber Monday gilt wiederum als Antwort der Online-Versandhändler auf den klassischen Handel – und damit auch den Black Friday. Damit ist der Montag nach dem Thanksgiving-Wochenende gemeint.

Im Rahmen der Preisschlacht rund um das umkämpfte Weihnachtsgeschäft haben sich zudem Begriffe wie Black Week oder Cyber Week etabliert. Doch sowohl für das Online- als auch Offline-Geschäft gilt: Die Werbeanzeigen und Sonderangebote der Anbieter:innen könnten kaum greller und penetranter sein. Aber wie viel Preisnachlass steckt wirklich dahinter?

Wirklich gute Deals oder nur Fake-Angebote?

Im Kontext des Black Friday, Cyber Monday oder den sogenannten Cyber oder Black Weeks versprechen zahlreiche Unternehmen Rabatte in Höhe von 20, 30, 50 oder sogar 70 Prozent. Aber ist die Ersparnis für Verbraucher:innen an diesem Tagen wirklich auch so enorm? Oder wird hier und da geschummelt?

Laut einer aktuellen Umfrage des Vergleichsportals Idealo lag die durchschnittliche Ersparnis für Produkte am Black Friday im Jahr 2020 jedoch nur bei rund vier Prozent. Pandemiebedingt war sie damit sogar nur halb so hoch wie im Vorjahr 2019 (acht Prozent).

42 Prozent der Befragten gehen der Umfrage zufolge allerdings davon aus, dass sie zwischen elf bis 20 Prozent gespart hätten. Zwar waren im vergangenen Jahr rund 61 Prozent der angebotenen Produkte in dieser Zeit günstiger als im Vormonat. Jedoch suggerieren viele Anbieter:innen Rabatte, die es so im Prinzip gar nicht gibt.

Der Trick mit der UVP

Ein beliebter Trick vieler Händler:innen besteht darin, dass sie (vermeintliche) Sonderpreise und Rabatte ins Verhältnis mit der sogenannten unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) setzen. Allerdings entspricht die UVP oftmals Mondpreisen, die die meisten Unternehmen niemals verlangen.

Vermeintliche Rabatte in Höhe von 50 oder 70 Prozent entpuppen sich dabei letztlich als eine Ersparnis in Höhe von rund zehn bis 20 Prozent. Rein rechtlich gesehen dürfen die Händler:innen dabei eine UVP angeben, da diese in der Regel von den Produktherstellern empfohlen wird.

Allerdings rufen die wenigsten Anbieter:innen diese Preisvorstellung auch tatsächlich auf.

Was ist dein Preis?

Anlässlich der Rabattschlacht rund um den Black Friday und Cyber Monday hat die Verbraucherzentrale Hamburg derweil einen fiktiven Online-Shop ins Leben gerufen. Er soll den Verbraucher:innen einen Überblick über die Preismechanismen beim Online-Shopping liefern und hilfreiche Tipps geben.

Da vor allem zahlreiche Online-Shops regelmäßig ihr Preisangebot ändern, möchte die Verbraucherzentrale die Menschen aufklären, um Produktpreise und Rabatte nachvollziehen zu können.

Vor allem in puncto Online-Shopping hält der Verein dabei einige Empfehlungen bereit:

  • Cookies löschen, um es Versandhändler:innen zu erschweren, Nutzerprofile anhand des Kaufverhaltens zu erstellen.
  • Im Inkognito-Modus surfen, um IP-Adressen zu verbergen und die Datenübermittlung an die Shop-Betreiber zu unterbinden.
  • Frühzeitig bestellen, um einen Preisanstieg in puncto Angebot und Nachfrage zu vermeiden.
  • Offensichtlich übertriebene Rabatte hinterfragen, da dahinter oftmals Fake-Angebote stecken.

Kauf-nix-Tag: Die Gegenbewegung zum Black Friday

Der sogenannte Kauf-nix-Tag geht noch ein Stück weiter. Er stellt eine Gegenbewegung zur Preisschlacht rund um den Black Friday dar. Wie die Konsum-Tage stammt die Idee aus Übersee. Allerdings wirbt der Kauf-nix-Tag vor allem mit mehr Nachhaltigkeit.

Das Ziel der Initiator:innen ist es, den Menschen zu vermitteln, dass sie nur das kaufen, was sie auch wirklich brauchen.

Die Organisation möchte so vor allem Ressourcen, Umwelt und Klima schonen. Allen voran durch Leih- und Kreislaufkonzepte ließen sich zudem Produkte wiederverwerten und Verpackungen reduzieren.

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Über den Autor

Fabian Peters

Schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Studierte Germanistik & Politikwissenschaft and der Universität Kassel (Bachelor), Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master). Hat bereits für die Frankfurter Rundschau sowie die Magazine Pressesprecher und Politik&Kommunikation geschrieben.

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