Twitter, Privatsphäre, Richtlinie, Belästigung

Twitter-User können ungenehmigte Fotos künftig (einfacher) löschen lassen

Marcel
von Marcel
unsplash.com/ Brett Jordan

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter aktualisiert seine Richtlinien. Künftig können Nutzer:innen ungenehmigte  Fotos von sich einfacher löschen lassen. Kritiker:innen befürchten einen Missbrauch der neuen Funktion. Wir erklären die Hintergründe.

Twitter erweitert seine „Richtlinie zu privaten Informationen„. Sie deckt bisher nur persönliche Inhalte zu Personen ab. Künftig ist aber auch das Teilen von Fotos und Videos ohne Erlaubnis grundsätzlich verboten.

Es gibt dennoch Ausnahmen. So reicht es beispielsweise, die Erlaubnis der betroffenen User einzuholen, um ein Foto oder Video von ihnen posten zu dürfen. Auch bei Personen des öffentlichen Lebens drückt die Plattform ein Auge zu.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Viele Ausnahmen bei der neuen Twitter-Richtlinie

So streng sich die neue Twitter-Richtlinie zunächst anhören mag, gibt es jedoch viele Sonderregeln. Wenn ein öffentliches Interesse am geteilten Inhalt besteht oder es sich um öffentlich relevante Personen handelt – wie beispielsweise Politiker:innen – dürfen User Fotos und Videos auch weiterhin ohne Erlaubnis teilen.

Die neue Richtlinie bedeutet also nicht, dass du dir immer die Einwilligung von abgebildeten Personen einholen musst. Das soziale Netzwerk nimmt außerdem grundsätzlich an, dass eine Einwilligung vorhanden ist, bis ein Tweet gemeldet wird.

Mit den neuen Regeln zielt Twitter also auf eine bestimmte Art von Inhalten ab. Die Plattform will vor allem Tweets einschränken, deren einziges Ziel es ist, Personen zu schaden, sie zu belästigen oder bloßzustellen.

So lässt du ungenehmigte Fotos und Videos löschen

Um Inhalte entfernen zu lassen, bedarf es einer direkten Meldung an Twitter. Sie muss direkt durch die betroffene Person oder durch einen Bevollmächtigten erfolgen.

In einem englischsprachigen offiziellen Blogpost beschreibt der Microblogging-Dienst ausführlich, warum er diesen Schritt unternimmt. Die neue Richtlinie sei demnach Teil der laufenden Anpassung der Community-Standards an die Menschenrechte.

Laut Twitter decken die bereits bestehenden Regeln zwar viele weitere Aspekte ab. Die neuen Vorgaben soll Nutzer:innen allerdings noch stärker vor Missbrauch, Belästigung und Bedrohung im Netz schützen.

Kritik der Urheber:innen – Angst vor Zensur

Die neue Twitter-Richtlinie scheint berechtigt. Trotzdem gibt es bereits erste Kritik. In einem Interview mit dem britischen Nachrichtensender BBC äußerte der Londoner Straßen-Fotograf Nick Turpin beispielsweise Bedenken.

Er mache sich unter anderem Sorgen darum, die Öffentlichkeit zu dokumentieren. Denn vor allem in der Straßenfotografie werden Fotos aufgenommen, ohne zuvor die Zustimmung der abgebildeten Personen einzuholen. Turpin bezeichnete die neue Richtlinie zudem als „plötzlich und schockierend“.

Die britische Bürgerrechtsorganisation Big Brother Watch hält die neuen Regeln außerdem für „schlecht verfasst und zu weit gefasst“. Sie würde „unweigerlich“ zu einer Online-Zensur führen und könne „missbraucht“ werden.

Missbrauch durch rechtsextreme Gruppen

Die Washington Post berichtet zudem über den ersten Missbrauch der neuen Regelung. Demnach haben Rechtsradikale und Neonazi-Gruppierungen die Regel kurz nach Inkrafttreten gegen Extremismus-Forscher:innen eingesetzt.

Laut Twitter haben diese Gruppen ihre Follower dazu aufgerufen, Posts von Konten zu melden, die die Teilnehmer:innen von Hassdemos identifizieren wollen.

Twitter-Sprecher Trenton Kennedy nahm diesbezüglich Stellung. Das Team sei demnach von einer „bedeutenden Anzahl“ von falschen Meldungen „überfordert“ gewesen. Bei der Überprüfung und Sperrung einiger Accounts sei es dabei zu Fehlern gekommen.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Auch interessant: 

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Projektmanager Digital / Social Media (w/m/d)...
Heimrich & Hannot GmbH in Köln
Digital Excellence Manager Oncology befristet...
AstraZeneca in Hamburg
Mitarbeiter/in Marketing (m/w/d) – Digital &a...
ABF Unternehmensverbund in Fürth
Grafik-Designer:in / Mediengestalter:in (Prin...
denkmalstadt GmbH in Bremen
Client Solution Management (Online Marketing)...
NOMO Media GmbH in Hamburg
Social-Media-Manager (m/w/d) des Fraktionsvor...
FDP-Landtagsfraktion NRW in Düsseldorf
Werkstudent:in (m/w/d) als Content Creator
STRABAG Rail GmbH in Berlin
Event & Community Manager:in (m/w/d)
HSBA Hamburg School of Business Administr... in Hamburg
Teile diesen Artikel
Marcel hat von Oktober 2021 bis Januar 2022 als freier Autor für BASIC thinking geschrieben.