Social Media Technologie

WhatsApp-Alternativen unter der Lupe: Was kann der Signal Offline-Messenger?

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Unsplash.com / Sten Ritterfeld
geschrieben von Marinela Potor

Die meisten von uns nutzen WhatsApp, um im Alltag im Freundeskreis, mit der Familie und vielleicht auch im Job zu kommunizieren. Aber es gibt auch sichere und bessere Messenger auf dem Markt. Heute stellen wir dir den Signal Offline-Messenger vor. 

Was ist Signal Offline-Messenger?

Das Wichtigste gleich am Anfang: Bei dem Offline-Messenger Signal handelt es sich nicht um die Messenger-App Signal, die unter anderem durch Elon Musks Empfehlung bekannt geworden ist.

Vielmehr nutzt der Signal Offline-Messenger direktes WLAN zwischen Geräten zur Kommunikation und umgeht somit offizielle Infrastrukturen wie Funkmasten oder ein WLAN-Netz.


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Damit gehört die App offiziell zu den „Off-Grid-Messengern“, die sichere und private Kommunikation versprechen. Kann Signal dieses Versprechen halten und taugt der Dienst als WhatsApp-Alternative? Wir haben uns den Messenger genauer angeschaut.

So funktioniert der Signal Offline-Messenger

Wie bereits erwähnt, nutzt der Signal-Messenger eine Technologie namens WiFi Direct (direktes WLAN), um so eine direkte Verbindung zwischen zwei Smartphones herzustellen.

Da die Verbindung ausschließlich zwischen Geräten besteht, wird dies auch Peer-to-Peer (P2P) genannt. Dazu müssen sich die Smartphones in einem Umkreis von maximal 100 Metern befinden.

Um mit einem anderen Gerät zu kommunizieren, sucht Signal das unmittelbare Umfeld ab und zeigt dann verfügbare Geräte in deiner Nähe an. Du kannst dabei sowohl Geräte erkennen, die derzeit online sind, als auch Offline-Geräte. Logischerweise kannst du aber nur mit den Online-Geräten kommunizieren.

Entsprechend ist die Kommunikation per Signal Offline-Messenger nur dann möglich, wenn zwei Geräte sich in Reichweite befinden und zeitgleich verfügbar sind.

Download und Registrierung

Der Signal Offline-Messenger ist derzeit nur für Android-Geräte verfügbar. Sobald du die App heruntergeladen hast, musst du ihr Zugriff auf deine Kamera, Dateien, Mikrofon und – etwas ungewöhnlich – deine Geräte-ID und Telefonnummer geben.

Danach wählst du einen Namen (zwischen sechs und 14 Zeichen). Zudem kannst du ein Stichwort zu dir eingeben. Auch hier gibt es eine Zeichenbeschränkung. Zuletzt kannst du eine Messenger-Farbe wählen. Zur Auswahl stehen rot, pink, grün, lila, blau und orange.

An dieser Stelle sei gesagt: Es kann etwas nervig sein, das Profil zu erstellen, weil der Messenger nur die angegebenen Zeichen akzeptiert und du auch ein Stichwort eingeben musst. In unserem Test hat es gut fünf Minuten gedauert, bis der Messenger alle Angaben akzeptiert hatte.

Keine Authentifizierung notwendig

Übrigens: Wenn du die App installierst und wieder löschst, erkennt sie bei einer Neuinstallation nicht dein altes Profil automatisch wieder. Damit werden auch existierende Kontakte und gespeicherte Chats gelöscht.

Sobald du ein Profil eingerichtet hast, kannst du loslegen. Eine formelle Registrierung per Code-Bestätigung oder Anmeldung per Mail ist nicht erforderlich.

Kommunikation

Du hast zunächst die Wahl, deinen Status auf verfügbar oder offline zu stellen. Wenn du offline bist, kannst du entsprechend keine Nachrichten erhalten. Andere können aber deinen Nutzernamen dennoch sehen.

Bist du verfügbar, kann dich theoretisch jeder ohne eine vorherige Kontaktanfrage anschreiben. Doch zum Glück bietet der Messenger eine praktische Funktion, mit der du User auch blockieren kannst.

Wenn du auf „Available“ (verfügbar) gehst und auf dem Bildschirm herunterscrollst, sucht die App nach anderen verfügbaren Kontakten in deiner Nähe. Sobald du jemanden als Kontakt hinzugefügt hast, kannst du diesen in deiner Kontaktliste sehen.

Sprachnachrichten und Broadcasting im Signal Offline-Messenger

Bislang ist es nicht möglich, Gruppenchats zu starten. Du kannst lediglich etwas im Broadcast-Modus teilen. Damit landet deine Nachricht bei sämtlichen verbundenen Geräten in deiner Umgebung.

Deine Nachrichtenverläufe speichert die App lokal auf dem Gerät.

Was den Signal Offline-Messenger im Vergleich zu anderen Offline-Diensten so interessant macht, ist die Vielfältigkeit der Kommunikation. Du kannst nämlich nicht nur Textnachrichten und Dateien verschicken, sondern ebenfalls Sprachnachrichten. Das ist bei keinem anderen Offline-Messenger direkt in der App möglich.

Signal Offline-Messenger, Chat

Bei Signal kannst du auch Sprachnachrichten verschicken. (Foto: Screenshot / Signal Offine-Messenger)

Insgesamt ist der Signal Offline-Messenger sehr simpel und intuitiv in der Nutzung. Insbesondere die Option für Sprachnachrichten ist lobend zu erwähnen. In unserem Test war die direkte WLAN-Verbindung außerdem sehr stabil, wobei wir uns dabei in einem urbanen Raum befunden haben.

Wofür eignen sich Offline-Messenger?

Es mag auf den ersten Blick nicht offensichtlich erscheinen, warum man jemals einen Offline-Messenger wie etwa Signal brauchen würde. Doch es gibt viele praktische Anwendungsfälle.

So sind Offline-Messenger sehr hilfreich, wenn du an einem Ort mit sehr schwachem oder gar keinem Funksignal bist. Das kann etwa auf Wanderungen der Fall sein oder auch auf Festivals. In solchen Fällen kannst du dann trotzdem mit anderen Personen kommunizieren.

Es kann auch Fälle geben, in denen du zwar theoretisch Zugang zu einem WLAN-Netz hast, dieses aber nicht nutzen möchtest. Das kann etwa bei sehr teurem WLAN auf einem Kreuzfahrtschiff der Fall sein, wenn du im Ausland unterwegs bist und Roaming-Gebühren vermeiden möchtest oder auch, wenn du kein Guthaben mehr hast.

Viele Menschen in Ländern mit autoritären Regimes und eingeschränkter Meinungsfreiheit setzen zudem auf die Kommunikation per Off-Grid-Messenger, um so staatlicher Kontrolle zu entgehen.

Taugt der Signal Offline-Messenger als WhatsApp-Alternative?

Der Signal Offline-Messenger gehört zu den Off-Grid-Diensten mit den vielfältigsten Kommunikationsmöglichkeiten. Insbesondere die Möglichkeit Sprachnachrichten zu verschicken, sticht im Vergleich zu ähnlichen Diensten heraus.

Dennoch ist die Tatsache, dass es den Messenger nur für Android gibt ein großer Nachteil. Allein deshalb taugt Signal vermutlich für viele nicht als Alternative zu WhatsApp.

Darüber hinaus gibt es auch gewisse Einschränkungen bei der Kommunikation. So sind weder Voice-Anrufe noch Video-Calls möglich.

Somit kann der Signal Offline-Messenger andere Online-Messenger wie WhatsApp, Telegram und Co. vermutlich nicht komplett ersetzen. Doch wenn du für Notfälle oder Off-Grid-Situationen einen verlässlichen Kommunikationskanal suchst, ist Signal eine gute Wahl.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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