Technologie Wirtschaft

In-App-Käufe bescheren Apple in den Niederlanden ein Millionen-Bußgeld

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Unsplash.com / jamesyarema
geschrieben von Maria Gramsch

Apple hat sich mal wieder Ärger wegen der umstrittenen Regelungen um In-App-Käufe eingehandelt. Die niederländische Verbraucher- und Marktaufsichtsbehörde hat ein Millionen-Bußgeld verhängt, dass sich nun wöchentlich erhöht.

In-App-Käufe bedeuten für Apple einen wahren Geldregen. Allein im ersten Halbjahr 2021 wurden in Apples App Store rund 41,5 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Im Jahr 2020 belief sich die Zahl allein in Deutschland auf rund 2,3 Milliarden Euro. Ein Großteil dieses Umsatzes stammt aus In-App-Käufen, an denen Apple eine saftigen Prozentsatz verdient.


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Und genau dieser Prozentsatz hat dem iPhone-Konzern bereits ziemlich viel Ärger eingebracht – allen voran im Streit mit Fortnite-Hersteller Epic Games.

Nun hat sich Apple auch in den Niederlanden Ärger um seine App-Store-Praktiken eingehandelt. Die niederländische Verbraucher- und Marktaufsichtsbehörde ACM hat gegen den Tech-Konzern ein Bußgeld in Höhe von 5 Millionen Euro verhängt.

Was steckt hinter dem Bußgeld für Apples In-App-Käufe?

Hintergrund für die Strafe ist eben jene Regelung für In-App-Käufe in Apples App Store. Im vorliegenden Fall geht es um die Verwendung von Zahlungsmethoden von Drittanbietern für solche Käufe in Dating-Apps.

Bereits im August hatte die ACM einen Bußgeldbescheid gegen Apple verhängt. Im Dezember wurde die Anordnung dann nach richterlichem Beschluss veröffentlicht.

Am 15. Januar veröffentlichte der iPhone-Konzern dann ein Statement dazu. Darin erklärt Apple, die „jüngste Anordnung der ACM“ sei nicht „im besten Interesse unserer Nutzer“.

Wir befürchten, dass diese Änderungen das Nutzererlebnis beeinträchtigen und neue Bedrohungen für den Datenschutz und die Datensicherheit schaffen könnten.

Aus diesem Grund habe der Konzern „die Entscheidung der ACM bei einem höheren Gericht angefochten“. In der Zwischenzeit – so heißt es im Apple-Statement – wolle sich der Konzern jedoch an die „vorgeschriebenen Änderungen“ halten.

Hält sich Apple wirklich an die Forderungen?

Die niederländische Verbraucher- und Marktaufsichtsbehörde sieht das jedoch nicht so. Apple halte sich nicht ausreichend an die Anforderungen.

Demnach sei es für die Anbieter von Dating-Apps immer noch nicht möglich, Zahlungssysteme von Drittanbietern für ihre Apps zu nutzen. Zurzeit sei es lediglich möglich, dass „die Anbieter von Dating-Apps ihr ‚Interesse‘ bekunden“.

Die ACM bemängelt außerdem, dass Apple „den Anbietern von Dating-Apps mehrere Hürden für die Nutzung von Zahlungssystemen Dritter auferlegt“ hat. Es bestehe derzeit offenbar der Zwang, dass sich App-Anbieter zwischen einem Zahlungssystem außerhalb der App oder einem alternativen Zahlungssystem entscheiden müssen.

Die Behörde erklärt dazu: „Das ist nicht zulässig.“ Denn Apple müsse es den Anbietern ermöglichen, aus beiden Varianten wählen zu können.

Wie geht es nun für Apple in den Niederlanden weiter?

Das von der ACM verhängte Bußgeld in Höhe 5 Millionen Euro ist für Apple jedoch nicht das Ende der Fahnenstange. Nach Prüfung des Apple-Statements vom 15. Januar wird diese Zahlung nun fällig.

Da Apple „nach wie vor verpflichtet ist, der Anordnung Folge zu leisten“, steigt das Bußgeld nun wöchentlich an. Solange Apple der Anordnung nicht genügend nachkommt, steigt das Bußgeld pro Woche um 5 Millionen Euro bis die maximale Strafe in Höhe von 50 Millionen Euro erreicht ist.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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