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„Champignons League“: UEFA will Pizza-Bäckerei verklagen

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Pexels.com / Eneida Nieves
geschrieben von Maria Gramsch

Die UEFA hat Angst, dass es zwischen einer Pizza und ihrer Königsklasse im Club-Fußball zu Verwechslungen kommen könnte. Grund ist der Name der Pizza „Champignons League“ – nun droht den Machern eine Klage des Fußballverbandes.

Es gibt Ideen, bei denen fragt man sich, wieso da eigentlich nicht schon früher jemand drauf gekommen ist. Zu dieser Kategorie Ideen gehört definitiv auch der Name „Champignons League“ für eine Tiefkühlpizza mit Pilzen.

Nicht so richtig gut findet diese Idee allerdings die UEFA. Der europäische Fußballverband hat juristische Schritte gegen eine Gießener Pizzabäckerei eingeleitet. Der Grund: Es bestehe Verwechslungsgefahr mit der Fußball-Königsklasse „Champions League“.


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Was steckt hinter dem Pizza-Gate um die „Champignons League“?

Doch der Reihe nach. Die Gießener Pizza-Bäckerei Pizza Wolke stellt laut eigenen Angaben die „frischeste original neapolitanische Tiefkühl-PizzaaAH!“ her.

Diese vertreibt das Unternehmen regional über den Lebensmitteleinzelhandel. Zur Auswahl stehen Pizzen mit kreativen Namen wie „Mir doch Wurst – Hauptsache Salami“ oder „Die Königin – Another One Bites The Crust“.

Nun hat eine dieser Pizzen der kleinen Pizza-Bäckerei ordentlich Ärger eingehandelt. Es handelt sich dabei um das Modell „Champignons League – Pilzt du mal ’ne geile PizzaaAH?“.

Bereits am 23. Dezember erhielt das Unternehmen Post von den Anwält:innen der UEFA. Grund ist der geschützte Begriff „Champions League“, an dem die UEFA die Markenrechte hält.

Pizza Wolke lässt sich von der UEFA nicht einschüchtern

In der Abmahnung aus dem Dezember wurde die Pizzabäckerei dazu aufgefordert, die eingetragene Marke „Champignons League“ innerhalb von sieben Tagen zu löschen, wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Sadi Souri, der Inhaber der Pizza Wolke, nahm diese Löschung nicht vor. Er argumentierte, dass es sich um eine Pizza handle und deshalb keine Verwechslungsgefahr mit der „Champions League“ bestehe – schon allein aufgrund der unterschiedlichen Aussprache.

Erneute Pizza-Post von der UEFA

Die UEFA jedoch lässt nicht locker. Mitte Januar erhielt die Pizzabäckerei nun wieder Post von den Anwält:innen der UEFA – diesmal inklusive der Androhung einer Klage.

Diese Androhung enthielt eine neue Frist, die am vergangenen Freitag verstrichen ist. Am 30. Januar entschied sich Pizza Wolke dann, mit der Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu gehen. Auf der Facebook-Seite der Pizzeria heißt es: „Hoch lebe die Pizza CHAMPI(G)NONS LEAGUE!“

In seinem Post schreibt Sadi: „Ich fühle mich geehrt! Als ein Kind des Fußballs! Eine Anzeige von der UEFA? Seriously?😍😏“

Mal schauen wie weit die UEFA kommt!

Der Ausspruch „Das Runde muss ins Eckige“ ist nicht nur im Fußball zutreffend. Denn auch in der Beziehung zwischen Pizza und Ofen kann dieser Merksatz Anwendung finden.

Wie es jedoch zur Verwechslung zwischen einer Pizza und der Königsklasse im europäischen Club-Fußball kommen soll – diesen Zusammenhang kann vermutlich nur die UEFA erläutern.

Update (02.02.2022): Das Spiel ist aus: Die UEFA lenkt ein und hat das Anwaltsschreiben zurückgezogen. Das dürfte nicht zuletzt auch an der enormen medialen Aufmerksamkeit gelegen haben, die der Fall auf sich gezogen hat. 

Der Verband äußerte derweil, dass man sich „glücklich neben dieser köstlich klingenden Pizza“ schätze. Grund für die Irritationen sei ein „übereifriger“ Markenmanager gewesen. Die Pizza „Champignons League“ kann also zurück in die Tiefkühltruhe. 

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

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