Technologie

SPD-Politiker hält Rede von ChatGPT – und keiner merkt’s

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Timo Wölken
geschrieben von Fabian Peters

SPD-Politiker Tiemo Wölken hat eine Rede im Europäischen Parlament gehalten, die die KI-Software ChatGPT geschrieben hat. Über die gesamte Redezeit hat das keiner seiner Kollegen bemerkt. Wölken wollte damit laut eigenen Angaben auf die Risiken von Künstlicher Intelligenz aufmerksam machen. 

Timo Wölken ist Abgeordneter der SPD im Europäischen Parlament. Den Text für seine jüngste Rede hat er sich von der KI-Software ChatGPT schreiben lassen. Anschließend hat er sie im Plenarsaal vorgetragen. Damit wurde vermutlich zum ersten Mal überhaupt eine Rede von einer Künstlichen Intelligenz im Europäischen Parlament vorgetragen.

ChatGPT: SPD-Politiker lässt sich Rede von Künstlicher Intelligenz schreiben

Über die gesamte Redezeit von Wölken hat derweil keiner im Saal bemerkt, dass eine KI seine Rede geschrieben hat. Erst am Ende löste der SPD-Politiker auf: „Danke an ChatGPT“. Inhaltlich handelt der Text wiederum von Meinungsfreiheit und der Regulierung politischer Werbung.

In einem Video auf Twitter spricht Timo Wölken sogar von einer historischen Rede. Sein Ziel: Auf die Risiken Künstlicher Intelligenz aufmerksam machen. Dazu schrieb der Politiker: „Denn gerade, dass man kaum merkt, dass meine Rede von einer KI geschrieben wurde, ist problematisch“.

Was sind die Risiken von Künstliche Intelligenz?

Laut Wölken sei ChatGPT dabei „quasi unsichtbar“, würde aber dennoch Fehler machen. Denn die Künstliche Intelligenz aus dem Hause OpenAI sei wie andere KI-Software von den Datensätzen abhängig, mit denen sie trainiert wird. „Die sind aber häufig fehlerbehaftet“, so der Europaabgeordnete.


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Die Filter von ChatGPT ließen sich außerdem leicht umgehen. Beispielsweise bekäme man die KI dazu, „männliche schwarze Kinder“ als entbehrlich zu bewerten. SPD-Politiker Wölken dazu: „Das ist inakzeptabel!“ Die EU diskutiert derzeit zwar den sogenannten AI Act, mit dem sich solche Risiken begegnen ließen.

Allerdings würden ChatGPT und Co. nach aktuellem Stand durch das Raster fallen. Die Technologie hat das Gesetz laut Wölken dabei bereits vor der Verabschiedung überholt. Sein Alternativvorschlag deshalb: „Für jedes KI-System sollten Prinzipien wie #Diskriminierungsfreiheit und #Transparenz vorgeschrieben sein!“

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).