Das US-amerikanische Start-up Zanskar hat ein System entwickelt, um Geothermie-Energiequellen mithilfe von KI aufzuspüren.
Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, unser Energieproblem zu lösen, indem sie bisher verborgene geothermische Energiequellen aufdeckt. Denn diese Art der Energie verspricht eine konstante, nachhaltige und fast emissionsfreie Stromquelle.
Doch während manche geothermische Hotspots leicht an der Oberfläche durch Geysire oder heiße Quellen sichtbar sind, liegen andere Tausende Meter unter der Erde verborgen.
Das US-amerikanische Start-up Zanskar nutzt deshalb KI und andere fortschrittliche Berechnungsmethoden, um diese sogenannten blinden geothermischen Systeme zu entdecken. Der Ansatz könnte künftig neue Vorkommen erschließen, für die es an der Oberfläche keine Anzeichen gibt.
KI findet verborgene Geothermie-Hotspots
Historisch gesehen ist die Suche nach neuen Geothermie-Standorten ein aufwendiger Prozess, bei dem Unternehmen viel Zeit und Geld in tiefe Bohrungen investierten, um geeignete Orte für ein Kraftwerk zu finden. Zanskar verfolgt einen präziseren Ansatz. Die KI-Modelle des Unternehmens werden zunächst auf bekannten Hotspots und eigens erstellten Simulationen trainiert.
Anschließend speist das Team geologische Daten, Satellitendaten und Informationen über Verwerfungslinien in die Modelle ein. Darauf basierend können sie mögliche Hotspots vorhersagen. Laut Zanskar-Mitbegründer Carl Hoiland liegt die Stärke der KI darin, die immense Komplexität dieser Informationen zu bewältigen und komplizierte Phänomene im Inneren der Erde zu erlernen, die für Menschen schwer verständlich sind.
Erster kommerzieller Erfolg nach 30 Jahren
Zanskar gab bekannt, mit KI ein blindes geothermisches System in der westlichen Wüste von Nevada entdeckt zu haben. Das Unternehmen behauptet, dies sei das erste blinde System seit über 30 Jahren, das identifiziert und als kommerzieller potenzieller Standort bestätigt wurde.
Das Reservoir, das das Unternehmen „Big Blind“ nennt, erreicht eine Temperatur von etwa 121 Grad Celsius. Es ist etwa 823 Meter tief. Zanskar hat seine Technologie bereits erfolgreich bei anderen Explorationsprojekten eingesetzt – unter anderem für die Wiederbelebung eines Geothermie-Kraftwerks in New Mexico.
Außerdem gelang eine Entdeckung an einem zuvor zwar erkundeten, aber noch nicht entwickelten Standort. Nach Angaben des Mitbegründers und CTO Joel Edwards steht das Unternehmen am Anfang der Erkundung einer „Welle“ neuer, natürlich vorkommender Geothermiesysteme, die genug Wärme für zukünftige Kraftwerke bieten.
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