Solaranlagen Pigment Algen

Algen können Solaranlagen langlebiger und effizienter machen

Felix Baumann
Bild: Mit Gemini generiert (KI)

Forscher haben herausgefunden, dass ein spezielles Pigment Meeresalgen unter Wasser vor zu starker Sonneneinstrahlung schützt, um eine optimale Photosynthese zu ermöglichen. Diese Erkenntnis könnte dabei helfen, effizientere und langlebigere Solaranlagen zu entwickeln.


Meeresalgen haben einen Weg gefunden, um sich vor zu intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen und gleichzeitig lebensnotwendige Energie zu gewinnen. Forscher der Osaka Metropolitan University entdeckten ein verborgenes Pigment namens Siphonein, das Zellschäden verhindert. Diese Erkenntnisse könnten als technischer Bauplan für widerstandsfähigere Solarmodule dienen.

Der Hintergrund: Photosynthetische Organismen nutzen empfindliche Strukturen, die als Lichtsammlerkomplexe (LHCs) bekannt sind, um das Sonnenlicht effizient zu absorbieren. Unter normalen Bedingungen fängt Chlorophyll das Licht ein und leitet diese Energie effizient an Reaktionszentren weiter.

Bei extrem hohen Lichtmengen geht das Chlorophyll jedoch oft in einen schädlichen Triplett-Zustand über, der aggressive Sauerstoffverbindungen erzeugt. Um diese Gefahr abzuwenden, setzen Organismen sogenannte Carotinoide ein, die die überschüssige Energie kontrolliert und schnell wieder ableiten.

Smarter als dein Feed

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

Mehrere PDFs Mockup

Gratis zur Anmeldung:
Zugriff auf alle PDF-Guides

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Siphonein: Wie die Alge den Hitzetod verhindert

Die Forscher untersuchten die Meeresgrünalge Codium fragile, die über ungewöhnliche Pigmente wie Siphonein und Siphonaxanthin verfügt. Diese Algenart schützt sich vor Strahlungsschäden und oxidativer Beschädigung der Zellen. Die speziellen Carotinoide ermöglichen es, das vorherrschende blau-grüne Licht optimal zur Energiegewinnung zu nutzen.

In Versuchen verschwanden schädliche Signale bei der Alge im Gegensatz zu Landpflanzen wie Spinat vollständig, was die hohe Schutzwirkung belegt. Mithilfe von speziellen Verfahren wie der Elektronenspinresonanz-Spektroskopie (EPR) und Quanten-Simulationen identifizierten die Wissenschaftler Siphonein als das entscheidende Schutzpigment.

Es sitzt an der sogenannten L1-Stelle innerhalb des Lichtsammler-Komplexes LHCII und bindet dort unmittelbar an einen Cluster aus Chlorophyll-Molekülen (Chl a610-a612). Dort deaktiviert es überschüssige Energie mittels Triplet-Triplet-Energietransfer (TTET) hocheffizient, bevor diese die empfindlichen Zellen zerstören kann.

Algen als Bauplan für effiziente Solaranlagen

Die Ergebnisse liefern eine Blaupause für künstliche Pigmente, die Lichtsammler in technischen Systemen optimieren können, so die Forscher in ihrer Studie, die am 1. Oktober 2025 im Fachjournal Cell Reports Physical Science erschien. Die Analyse verdeutlicht, wie die elektronische Struktur des Pigments die Energieableitung hocheffizient reguliert.

Langlebigere und effizientere Systeme für erneuerbare Energien rücken durch diese biologischen Entdeckungen in greifbare Nähe. Das könnte auch künftige Solaranlage vor dem Hitzetod bewahren und ihre Lebensdauer deutlich verlängern.

Mit dem vertieften Wissen über molekulare Strukturmerkmale entwerfen Forscher nun Pigmente, die die Effizienz technischer Lichtsammler-Antennen gezielt steigern sollen. Letztlich soll ein molekulare Design dazu beitragen, die Lichtausbeute in künstlichen Systemen dauerhaft zu optimieren.

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,43 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

Auch interessant:

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
Duales Studium Betriebswirtschaftslehre (B.A....
IU Internationale Hochschule in Leonberg
Head of Digital Marketing (m/w/d)
cbs Corporate Business Solutions ... in Heidelberg, ...
Social Media Content Creator (m/w/d)
Hacienda San Nicolàs GmbH in Hamburg
Robotics AI Expert / Technical Product Owner ...
Bosch Gruppe in Renningen
(Junior) Social Media Manager (m/w/d)
Eduard Gerlach GmbH in Lübbecke
Manager Influencer Marketing (Aldiana) &#8211...
DERTOUR Hotels & Resorts GmbH in Frankfurt am Main
Social Media Manager B2B (m/w/d)
Hays – Interne Karriere bei Uns in Mannheim (68163),...
Social Media & Content Marketing Manager:...
SCS Sophisticated Computertomograph... in Aschaffenburg
Teile diesen Artikel
Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.