Großmotor Wasserstoff Erneuerbare Energien Energiewende Energie

Erster Wasserstoff-Großmotor speist Strom ins spanische Netz ein

Maria Gramsch
Bild: Wärtsilä Corporation

Ein neu entwickelter Großmotor wurde in Spanien erstmals vollständig mit Wasserstoff betrieben und konnte erfolgreich Strom ins Netz einspeisen. Der Test gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu klimaneutralen Kraftwerkslösungen für die Industrie. Die Anlage wurde entwickelt, um künftig auch in großem Maßstab flexible, emissionsfreie Energie zu erzeugen.

Die Europäische Union hat sich mit dem Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 einen tiefgreifenden Umbau des Energiesystems vorgenommen. Für die Erreichung dieser Vorgaben muss der Ausbau erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren massiv beschleunigt werden.

Gleichzeitig stellt diese Transformation das Energiesystem vor erhebliche Herausforderungen. Denn die Einspeisung aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind kann abhängig von Wetter und Jahreszeit stark schwanken.

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Genau für diese Flauten braucht es flexible und jederzeit abrufbare Backup-Kapazitäten, die kurzfristige Schwankungen im Stromangebot ausgleichen können. Dazu zählen neben modernen Speichertechnologien auch steuerbare Kraftwerke, die mit klimaneutralen Energieträgern wie Wasserstoff betrieben werden können.

In Spanien ist eine solche Technologie nun an den Start gegangen. Im Wärtsilä-Labor in Bermeo wurde erstmals ein Großmotor in Betrieb genommen, der zu 100 Prozent mit Wasserstoff betrieben wird und Strom in das spanische Netz einspeisen kann.

Wasserstoff-Großmotor ist weltweit erste seiner Art

Grundlage für den Test im spanischen Bermeo bildet ein Rekordmotor aus der Schifffahrt. Der Wärtsilä 31 wurde 2015 als Schiffsmotor herausgebracht und ging direkt als weltweit effizientester Viertakt-Dieselmotor ins Guinness-Buch der Rekorde ein.

„Während Länder den Ausbau von Wind- und Solarenergie rasch vorantreiben, besteht eine der größten Herausforderungen der Energiewende darin, die zuverlässige Stromversorgung auch in Zeiten geringer Erzeugung aus erneuerbaren Quellen oder bei Nachfragespitzen nachhaltig zu gewährleisten“, erklärt Rasmus Teir, Director of Technology Strategy & Decarbonisation bei Wärtsilä. „Unser Wasserstoffmotor Wärtsilä 31H2 läuft heute mit 100 Prozent Wasserstoff und speist Strom in das spanische nationale Netz ein.“

Das Unternehmen beweise damit, dass Wasserstoff-Großmotoren flexible, nachhaltige Energie auf Abruf liefern können, was für künftige Systeme auf Basis erneuerbarer Energien erforderlich sei. Das Kraftwerk, in dem der Motor Wärtsilä 31H2 verbaut ist, ist laut dem Hersteller darauf ausgelegt, schnell wachsende sowie energieintensive Branchen zu versorgen.

Dazu gehören unter anderem Rechenzentren, Fertigungsbetriebe sowie die Industrie. Standorte können mithilfe eines Kraftwerks auf Basis von Wasserstoff-Großmotoren netzunabhängig und flexibel mit nachhaltigem Strom versorgt werden.

Warum der Wasserstoff-Strom noch nicht wirklich grün ist

Bereits seit 2020 arbeitet das Forschungs- und Entwicklungslabor von Wärtsilä in Bermeo an dieser Entwicklung. Zunächst wurden dafür Gemische hergestellt, denen nach und nach mehr Wasserstoff beigemischt wurde.

Nun konnte das Labor den Motor komplett mit reinem Wasserstoff unter Volllast betreiben. Komplett grün ist die Anlage damit aber leider noch nicht.

Denn wie José Ramón Isasi, Leiter des Zentrums in Bermeo, gegenüber der spanischen Zeitung El Economista sagte, handelt es sich derzeit „nicht um grünen Wasserstoff“. Denn der verwendete Wasserstoff wird „durch einen elektrolytischen Prozess mit Strom erzeugt, der nicht aus Solarenergie stammt“.

Damit ist vorerst nur die Verbrennung des Wasserstoffs selbst CO2-frei. Dennoch entstehen bei der sehr heißen Verbrennung Stickoxide, die nachbehandelt werden müssen, um Emissionen zu reduzieren. Eine klimaneutrale Produktion wird für die Zukunft zwar angestrebt, ist aktuell jedoch noch nicht umgesetzt.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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