Google: 20% Regel

Robert Basic

Ein interessanter Aspekt bzgl. Innovationskraft, Vertrauen und Produktivität, den Marissa Meyer aufzeigt. Hab den entsprechenden Part aus dem Videofile rausgeschnitten und als Audio abgespeichert:

20%? Ja, angeblich soll man bei Google 1 Tag in der Woche Zeit haben, um Ideen zu verwirklichen, denen man im Rahmen seiner normalen Arbeitszeit nicht in Ruhe nachgehen kann . In Deutschland wäre das undenkbar, da die Mitarbeiter eher die Köpfe zusammenstecken und nachdenken würden, ob man die Chefs tranchieren, rösten oder gleich lynchen soll. Bei Google schaffen die Mitarbeiter tatsächlich was. Marissa meint: 50% der von Google im letzten HJ 2005 lancierten Produkte (und wie jeder weiss, waren das verdammt viele) stammten aus ebendieser 20%-Arbeitszeit, in der man herumspinnen darf.

Ob das in der Tat mit dem Vertrauensbeweis zu tun hat und der daraus herrühernden, inneren Motivation, die wiederum zu den Amateur-Effekten führt, die Paul Graham so wunderbar im Artikel What Business can learn from Open Source beschrieben hat? Ist das der berühmte Kick, sind das die 120%, die man sonst ohne Spirit in einer Firma nie hinbekommen würde? Ich denke, man muss auch die Gesamtumgebung bei Google sehen. Einerseits ist man bei Google, hey… andererseits arbeiten da talentierte Leute, die zumeist ihren Job nicht der Kohle wegen ausüben, sondern einer Arbeit nachgehen, die sie lieben und dafür auch noch bezahlt werden. Und Google hat mittlerweile einen Status erreicht, bei dem man auch mal mit mittelmäßigeren Produkten noch durchkommt, wo andere mit ihren „Innovationen“ schon längst keinen interessiert hätten. Man merkt das ja auch an dem Einfluss von Google auf die Webworker. Vor nicht allzu langer Zeit waren DHTML-Anwendungen out, mittlerweile spricht jeder nur noch von AJAX. Dank Google-Mail. Sooo innovativ wars nun auch wieder nicht. Aber ist doch wunderbar, wenn sich das Fremdbild dem Eigenwunschbild langsam anpasst ;-)) Anyway, wir wollen ja jetzt die 20% Regel nicht ad absurdum führen.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.