Adobes neuer Photoshop: Kickt störende Objekte auf Knopfdruck aus dem Bild

Ich möchte als Einleitung ein klitzekleines Anekdötchen erzählen: Als ich vor vielen Jahren mal Urlaub in Istanbul gemacht habe, bin ich vor wundervoller Motiv-Vielfalt fast nicht mehr mit dem Fotografieren hinterhergekommen. Ich nahm damals auch ein besonders stimmungsvolles Foto auf, auf dem zwei ältere Herren mit langen weißen Bärten - gestützt auf ihre Krückstöcke – auf einer Bank vor einer Moschee saßen und sich unterhielten. Sie wussten nicht, dass sie fotografiert wurden, daher wirkte alles sehr natürlich. Sehr ärgerlich war dann aber, dass just im Moment des Knipsens eine junge Frau von rechts ins Bild lief. Foto versaut, Wiederholung ausgeschlossen. Ende vom Lied war, dass ich die Dame für viel Geld von Profis aus dem Bild habe entfernen lassen.
Heute, im Zeitalter der Digitalkameras und Bildbearbeitungssoftware, kann dies jeder in Eigenregie bewerkstelligen. Es erfordert aber mitunter sehr viel Zeit und häufig auch mindestens semi-professionelle Kentnisse der Software. Am 12. April dieses Jahres könnte es damit aber vorbei sein und der vorhin geschilderte Eingriff zum Kinderspiel werden. Dann wird Adobe der Öffentlichkeit nämlich seine neue Creative Suite 5 präsentieren (einen Monat später wird der offizielle Verkausstart erwartet). Und die wird die neue Version des bekannten Bildbearbeitungstools Photoshop enthalten, das mit einem Feature aufwartet, welches es wirklich in sich hat.
Es nennt sich “Content-Aware Fill” und erlaubt es dem User mit wenigen Klicks ungewollte Objekte aus seinen Digitalfotos zu entfernen. Und wenn ich vorhin von Kinderspiel gesprochen habe, dann meine ich das auch so. Denn die störenden Elemente müssen vom Fotofreund weder eigenhändig ausgeschnitten werden (die Software erkennt die Umrandung automatisch und kickt das Objekt raus), noch muss das dadurch entstandende Loch im Foto vom User wieder mit Leben gefüllt werden.
Denn auch diese Arbeit übernimmt Photoshop. Das Programm berechnet selbsständig die Farben und Formen, mit denen sie die entstandenen Lücke im Bild füllen muss, um es so aussehen zu lassen, als hätte sich an dieser Stelle niemals etwas befunden (Im Teaserbild befand sich in der oberen linke Ecke zuvor noch ein Baum). Wenn ich aber hier schon über Bilder spreche, sollte ich auch Bilder sprechen lassen. Nachfolgend daher also ein kurzer Einblick in das, was Fotoliebhaber im April zu erwarten haben. Ein Tipp noch für die Ungeduldigen unter euch: Da das Filmchen etwa knapp fünf Minuten dauert, spult einfach für die wirklich beeindruckenden Demos vor bis Minute 2.50.
Natürlich öffnet dieses Feature eher dubiosen Zeitgenossen Tür und Tor, damit ihren Schabernack zu treiben. Aber über die negativen Möglichkeiten möchte ich mir jetzt keinen Kopf machen. Dafür bin ich momentan zu begeistert von den Optionen, die es den Hobbyfotografen und durchschnittlichen begabten Photoshop-Usern bietet. Denn natürlich ist all das, was in dem Video zu sehen ist, auch heute schon machbar. Aber eben mit viel höherem Zeitaufwand, Softwarewissen und letztlich auch höherem Preis verbunden.
Apropos Preis: Über den ist mir noch nicht bekannt, werde ihn an dieser Stelle aber nachreichen, sobald ich ihn erfahre. Und auch über weitere Features, ob etwa auch ein “Reparieren” von Fotos (einfacher) möglich sein wird, weiß ich leider noch nichts.
(Marek Hoffmann)
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… Zum Glück ist Photoshop und die passenden Fähigkeiten kostenlos im Netz erhältlich – dachte schon, mann müsste dafür ähnlich viel Geld ausgeben und möglicherweise auch noch was lernen. :-)
@NewsShit: Nope. Hatte damals aber eine analoge Kamera und mein Wissen hätte ausgereicht, die Frau mit einer Schere aus dem Bild zu entfernen. ;-)
Für Gimp gibt es ein Plugin, dass mehr oder weniger das gleiche tut: http://o3.tumblr.com/post/4706.....believable
Das Plugin (und ich vermute auch das Photoshop-CAF) baut auf dieser PhD-Thesis auf: http://www.logarithmic.net/pfh/thesis
@NewsShit!
wer lesen kann ist klar im Vorteil … in der nächste Zeile steht nämlich: “Heute, im Zeitalter der Digitalkameras und Bildbearbeitungssoftware, kann dies jeder in Eigenregie bewerkstelligen.”
Das Problem bei solchen Automatismen ist allerdings, dass sie meistens ein wenig verschmierte Ergebnisse liefern. Bevor wir die Resultate nicht in voller Auflösung sehen, sollten wir den Algorithmus also nicht nicht in den Himmel loben…
@Malte: Öhm…ist dann wohl meiner Aufmerksamkeit entgangen. :-( Wo kann man die Videos denn finden?
@Lars
Danke für den Tipp, denn eine neue Photoshop Lizenz kann ich mir sowieso nicht leisten.
Photoshop wird noch einige weitere Interessante Feautures haben, z.B. realleres malen (“echtes” schmierverhalten von Ölfarben, bessere Digital Arts Werkzeuge, usw.)
@ Lars
danke, werd’ ich gleich mal ausprobieren :)
Ab 4 Min 50 wirds krank O:
mehr weiß wo ich es damals gelesen habe aber z.B. Hier wird darüber berichtet: http://www.golem.de/0910/70611.html
Das ist echt nicht schlecht mit der Straße und dem Panorama D:
Einfach Wow. Sicher das dies kein Fake ist? Der erste April ist nah.
Ach ja, hoffentlich ist das ein wenig effizienter. Irgendwann gibts eh die Software, wo man via einem Klick das Bild stimmig gemacht hat und die Algorhytmen sogar JPG-Artefakte rausrechnen… ohne Verlust. ;D
Ach, was laber ich hier eigentlich? Find ich toll! Wow!
Vielen Dank für die Aufnahme.
Danke für den Link!
Habe es gerade mal ausprobiert. Bei dem ersten CS-Beispiel wird auch der Baum (und das “Original”) schön entfernt.
Beim Versuch, die Straße zu entfernen, kommt bei mir aber so was raus:
http://i40.tinypic.com/11hq8pj.jpg
Bei ähnlichen Bildern siehts ähnlich krude aus.
Gibt’s irgendwo eine Anleitung, wie man richtig mit dem Plugin umgeht?
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Basic Thinking, Dennis Schäffer, Dominik Gubi, christiane klein, Adobe PR Germany und anderen erwähnt. Adobe PR Germany sagte: RT @basicthinking: Adobes neuer Photoshop: Kickt störende Objekte auf Knopfdruck aus dem Bild – http://goo.gl/D65D (mho) [...]
Photoshop CS 5 “Content-Aware Fill”…
Wow! Klick auf ein Objekt, und weg ist es, perfekte Hintergrundrekonstruktion. http://www.youtube.com... gefunden bei http://www.basicthinking.de…...
Der Nachteil: Man braucht zwei Bilder. Vorteil: Dann wird nicht mit brechneten Pixeln, sondern mit reellem Bild gefüllt.
Und zwei Mal auslösen sollte ja kein Problem sein…
Und endlich kann auch jeder andere dieses sensationelle feature benutzen. ich hab mich immer gefragt, wie das funktioniert!
Wenn cs5 draussen ist, werde ich es mir auf jeden Fall zulegen! meine jetztige Version von photoshop 7 bzw 8 ist schon etwas veraltet :-)
Schade, dass der Typ im Video nicht die einzelnen Schritte erklaert.
Gruß Jaro!
Vielen Dank für den Hinweis auf das Gimp-Plugin. Da ich nur unter Linux arbeite, is Photoshop für mich keine Alternative.
Sowas hab ich schon immer mal gesucht, ziemlich krass, wie z.T. perfekt das funktioniert. (Wie gesagt, die oben angepriesene Photoshop-Methode kann ich nicht nutzen)
[...] 12. April erscheint die neue Adobe CS 5: und hier und hier und hier gehts um den neuen [...]
tolles Feature, dadurch kann ich alle meine Fotos in kürzester Zeit bearbeiten
[...] Adobe Photoshop ist – darüber dürfte wohl weitestgehend Konsens herrschen – ein sehr patentes Bildbearbeitungstool. Zumindest für die monetär begünstigten Hobby-Fotografen unter uns. Es hat nur einen winzigen, ich nenne es mal “Schönheitsfehler”. Die Palette an Features ist so breit, dass man sich wirklich erst eingehend mit dem Programm beschäftigen muss, bis die knackigsten Funktionen bekannt sind. Und weil das manchmal eine sehr trockene Angelegenheit sein kann, freue ich mich sehr darüber, euch nachfolgend den Photoshop Tutorial Rap präsentieren zu können. [...]