Guttenberg tritt zurück: Stürzte das Web den Minister?

Nach dem heute angekündigten Rücktritt von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, stellt sich die Frage, ob das Web ihn gestürzt hat. Spiegel Online und Carta interpretieren das zum Beispiel so. Selbst die “Bild”-Zeitung habe dem Copy-and-Paste-Minister nicht mehr helfen können, schreibt SpOn. Möglich gemacht habe den Rücktritt erst das Wiki GuttenPlag, das die Arbeit übernahm, Guttenbergs Doktorarbeit crowdgesourcet nach Plagiaten durchsuchen zu lassen. Die Suche dort läuft. Carta schreibt dazu:
Gutenplag Wiki sticht Bild: Karl-Theodor zu Guttenberg ist der erste Minister, der vor allem auch aufgrund der im Internet ausgestellten Beweislast zurücktreten musste.
Die Plagiatwächter wollen nach dem Erfolg mit anderen wissenschaftlichen Arbeiten Prominenter weitermachen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben sie auf gut zwei Dritteln der Seiten der Arbeit Guttenbergs Plagiate enttarnt.
Zum Rücktritt des Ministers schreiben sie:
Wir bedauern, dass Herr Freiherr zu Guttenberg bei der Ankündigung seines Rücktritts keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden hat. Der Rücktritt des Bundesministers der Verteidigung war nicht Ziel dieses Projekts. Ziel ist die detaillierte Aufklärung der Umstände, unter denen die Dissertation entstanden ist.
Dass er trotzdem zurückgetreten ist, dürften die GuttenPlagger zumindest nicht mit großer Trauer erfüllen. Sie wollen die Suche nach Plagiaten fortsetzen und haben außerdem noch für heute einen weiteren Zwischenbericht zur Plagiatssuche in Guttenbergs Arbeit angekündigt.
Stimmt das denn? Hat das Web Guttenberg gestürzt? Es dürfte zumindest einen großen Teil dazu beigetragen haben. Wenn vom “Web” die Rede ist, dann dürfte eine nicht unerhebliche Rolle auch Spiegel Online gespielt haben. Die Titelgeschichte über die “Bild” im Schwesterblatt “Spiegel” war von Medienjournalisten mit wenig Begeisterung aufgenommen worden, passt aber ins Gesamtkonzept. Es ging darum, den Minister zum Rücktritt zu bewegen. Und hier hat SpOn gerade in den vergangenen Tagen viel dafür getan, dass das auch passiert. Und zwar zu einem Zeitpunkt, als sich viele andere schon damit abgefunden hatten, dass Guttenberg wohl im Amt bleiben würde.
SpOn ließ erboste Wissenschaftler zu Wort kommen, berichtete von Ende der Unterstützung des Ministers durch seinen eigenen Doktorvater, berichtete von einer Demo gegen den Minister, ließ Unions-Parteigenossen gegen Guttenberg schießen und brachte eigene Kommentatoren gegen ihn in Stellung. Ich sehe also bei beiden Initiatoren einen großen Anteil am Rücktritt Guttenbergs. Das GuttenPlag machte die Handarbeit, Spiegel Online übernahm das Marketing.
Letztlich dürfte aber vor allem der massive Druck aus der Wissenschaft auf Kanzlerin Merkel und ihr dadurch schwindender Rückhalt an Guttenberg den Ausschlag gegeben haben. Die Kanzlerin musste sich die Frage stellen, was sie lieber wollte: einen Minister “opfern” oder die Wissenschaft im Land der Dichter und Denker diskreditieren. Letztere Wahl dürfte langfristig keine Option gewesen sein. Die Redakteure von Spiegel Online und die GuttenPlagger jedenfalls dürften heute mit einem breiten Grinsen auf den Lippen schlafen gehen.
(Jürgen Vielmeier, Grafik: GuttenPlag)
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http://www.konsumer.info/?p=15528
Theo bekommt ne fett Pension, da wäre ich auch gegangen – 7000 Euro !?!?! bekommt er wohl. Das sollte ausreichen zum (über)leben.
auch heuchler müssen sterben (und ich meine damit nicht guttenberg …)
Im schlimmsten Fall verkauft er halt Tastaturen bei ebay:
http://www.guttengate.de/?p=51
505€ pro Stück ist doch ordentlich ;-)
ich bin ehrlichgesagt dafür, dass der sogenannte “Doktorvater” der die arbeit mit 1 bewertet hat seinen uni.prof abgibt … wer angeblich in vielen sitzungen mit guttenberg über das thema gesprochen hat, mit ihm die arbeit öfters durchgegangen ist und dann ein (gemäß den medien) so krasses plagiat mit 1 bewertet, kann seinen job nicht gemacht haben!
Die Gesellschaft muß sich jetzt über die Konsequenzen dieser Möglichkeiten klar werden. Möglicherweise endet dies in einer neuen Gauckbehörde für politisch aktive Promovierte.
Gestürzt hat er sich im prinzip Selbst , aber Twitter, Facebook und Blogs haben schon eine bedeutende Rolle dabei gespielt.
Die Meinungsmacht des Volkes durch das Internet macht nicht nur arabischen Herschern das Leben schwerer auch in Europa wird sich die Poltik dadurch Ändern.
Es wird spannend wie die Politiker darauf reagieren werden?
Denn was sie bei ihren Gegnern als Sieg des freien Netzes feiern könnte auch nun auch ihnen zuzehmend Angst bereiten..
http://www.duckhome.de/tb/arch.....reten.html
Der Rücktritt Guttenbergs ist vor allem ein Erfolg der Netzgemeinschaft. Die Leute vom GuttenPlag Wiki haben durch ihre systematische Arbeit nachgewiesen das Guttenberg ein jämmerlicher Plagiator und Betrüger ist. Des weiteren hat die Netzgemeinde in Hunderten von Blogs immer wieder auf sein Fehlverhalten und seine Lügen hingewiesen.
Das Web scheint stärker als die Bild – gut so.
Jetzt bin ich gespannt, wann sein Doktorvater zurücktritt um Schaden von der Uni abzuwenden. Mal sehen, ob er dabei auch so großspurig ist
@#5: Als ob es Guttenberg auf die Rente ankommt. Der hat schon heute zig Millionen, seiner Faqmilie gehört einer der großen Klinikskonzerne mehrheitlich – daneben noch viele andere Firmen(-beteiligungen).
Dann den Vorfall mit Oberst Klein, wo er meinte, dass der Angriff auf die gestohlenen Tanklaster richtig wären und dann plötzlich gemerkt habe, dass die Mehrheit diesen Angriff nicht gut fanden und dann plötzlich das Ruder umgerissen hat mit der Begründung er hätte nicht genug Informationen gehabt.
Ich bezweifle aber auch dass sein Nachfolger so ein Sympathieträger wird wie er.
Selbstverständlich – Es erschuf, stützte und stürzte ihn! ;-)
Warum soll sich Guttenberg entschuldigen, dass er seine Doktorarbeit zusammenkopiert hat?
Er ist doch unschuldig. Sein Ghostwriter war es :-)
Wärend Twitter eher vom aufgeklärten Bildungsbürgertum dominiert wid , entwickelt sich Facebook immer mehr zum “Unterschichten” Medium.
Ich denke jeder hat mal geschummelt, ob nun bei einer wichtigen Klausur oder halt bei einer Doktorarbeit. Deshalb jetzt daraus so ein Drama zu machen finde ich Unverhältnismäßig.
Aber ich finde, jetzt da schon etwas Zeit verstrichen ist, dass er noch ein paar Monate, wenn nicht sogar Jahre im Verborgenen hätte bleiben sollen. Er ist meiner Meinung nach viel zu früh wieder ins Rampenlicht gerückt. Naja ich hoffe zumindest, dass er in den nächsten Jahren wieder in der Deutschen Politik mitredet.
[...] anderen Weg geht das Wiki WulffPlag, das die Mitschrift nach Vorbild des GuttenPlags aus mehreren Quellen rekonstruiert hat. Darin erklärt Wulff, er wolle Strafantrag gegen [...]