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Das THX-Soundlogo: 2.000 Zeilen Code, die das Fürchten lehren

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Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein, stellen Sie den Sitz gerade und klappen Sie die Tabletts hoch: Wir spielen jetzt den THX-Logo-Sound (mp3). Ich bin gerade bei Metafilter über einen kleinen Info-Eintrag zum Thema gestolpert und dachte, ich teile das Wissen mit euch, damit ihr beim nächsten Klugscheißen nicht den Kürzeren zieht.

Also: Das Qualitätssiegel THX gibt es seit der Premiere von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ im Jahr 1983. Was viele verwechseln: Bei THX handelt es sich um kein Tonsystem (wie meinetwegen Dolby Surround), sondern vielmehr um die Definition eines bestimmten Raumklangs in Kinosälen – die Technik ist da erst einmal zweitrangig. Übrigens ist auch die Herkunft des Kürzels „THX“ nicht ganz gewiss: einige sagen, es stammt von „THX 1138„, dem ersten (ziemlich durchgedrehten) Spielfilm von George Lucas. Es könnte aber auch für „Tomlinson Holman’s Experiences“ stehen. Tomlinson Holman war maßgeblich an der Entwicklung des THX-Normensystems für den Sound beteiligt.

Um den Zuschauern zu zeigen, dass betreffende Kinos den Sound auch tatsächlich so abbilden können, wie es vom Regisseur beabsichtigt ist, wurde die bis heute bekannte Audio-Marke für den Filmvorspann entwickelt: ihr eigentlicher Name lautet „Deep Note„. „Das THX-Logothema besteht aus 30 Stimmen über sieben Takte, die in einem niedrigen Bereich von 200 bis 400 Hertz beginnen, und langsam auf vordefinierte Höhen über drei Oktaven ansteigen“, heißt es unter anderem in der damaligen Schrift für das Patentamt. Komponiert wurde der Sound übrigens von James A. Moorer, der später über sein Werk sagte: „Ich würde gerne behaupten, dass der THX-Sound das bekannteste Stück der computergenerierten Musik der Welt ist. Das kann stimmen – oder nicht, doch es klingt cool.“ Moorer benötigte etwa 2.000 Zeilen Code, um den Zuschauern die Haare zu Berge stehen zu lassen.

Ich wette, dass vielen von euch nicht aufgefallen ist, dass THX in Deutschland mittlerweile zu einer aussterbenden Kindheitserinnerung gehört. Immer häufiger sparen sich Kinos die teuren Lizenzgebühren: Waren im Jahr 2006 noch 44 Kinos THX-zertifiziert, so sind es heute nur noch 19 – Tendenz weiter abnehmend.

Deshalb würde ich euch gerne bitten: Es gibt eine Reihe individualisierter THX-Intros – durch die Studios angepasst an einzelne Filme – wie hier bei den Simpsons und Tiny Toons oder solche, die ihr in dieser Kurz-Doku findet. Wenn euch noch weitere einfallen – bitte postet entsprechende Links in den Kommentaren.

Via: Metafilter

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

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