Sonstiges

Xing integriert Amiando: Das Leben wird eine (kostenpflichtige) Veranstaltung

Das ganze Leben ist eine Show, und künftig lässt sich damit auch noch Geld verdienen. Xing hat den im Dezember übernommenen Eventorganisator Amiando in seine Plattform integriert. Die bestehende Möglichkeit, Geschäftskontakte zu Veranstaltungen einzuladen, wird ab morgen um die Möglichkeit erweitert, damit Geld zu verdienen. 180.000 Veranstaltungen wurden im vergangenen Jahr auf Xing organisiert. rund 70.000 davon seien kostenpflichtig gewesen, schreibt Xing dazu in der offiziellen Pressemeldung. Die Organisatoren haben diese Veranstaltungen bislang über ein externes System abrechnen müssen. Das wird nun also nicht mehr notwendig sein: Einfach eine Veranstaltung auf Xing ankündigen, Bekannte einladen, den Rest erledigt die Plattform mit Hilfe von Amiando.

Social Networks, Event-Management und Abrechnungssystem wachsen also zusammen. Was bedeutet das für das Web? Dass sich jetzt niemand mehr die Hände schmutzig machen muss, wenn er mit Veranstaltungen Geld verdienen will. Man muss dafür nicht mehr zwingend mit verschiedenen Systemen arbeiten oder die Dienste eines Eventmanagements in Anspruch nehmen, sondern kann das selbst übernehmen. Eventmanager werden für kleine und mittelgroße Veranstaltungen kaum noch notwendig. Xing eignet sich dank seines Business-Charakters für diese Möglichkeit ungleich besser als etwa Facebook oder die VZ-Netzwerke. Aber lange wird es jetzt wohl nicht mehr dauern, bis auch jeder auf Facebook seine wöchentliche Goldfisch-Fütterung als Event deklarieren und dafür 100 Euro Eintritt direkt kassieren kann.

Diesmal einen Schritt schneller als LinkedIn

Xing jedenfalls ist auf dem richtigen Weg, was die Integration von Apps angeht. Die Möglichkeit, Events zu buchen, ist bereits seit längerem möglich. Eine To-Do-Funktion kam im vergangenen Herbst dazu. Nun also das Ticketing-System von Amiando. Vor zwei Wochen erst hatte Xing auch die Arbeitgeber-Bewertung Kununu in seine Plattform integriert.

Mit der Möglichkeit, ganze Events zu hosten und abzurechnen, ist Xing hier für den Moment Vorreiter. Der größere Konkurrent LinkedIn bietet noch keine Möglichkeit an, Events abzurechnen. Xing allerdings hat sich selbst klein gemacht und von vielen Märkten wie dem chinesischen zurückgezogen. Aktuell ist Xing mit seinen gut 10 Millionen Mitgliedern nur in Deutschland, Spanien und der Türkei relevant. LinkedIn brüstet sich derweil damit, mit seinen 90 Millionen Mitgliedern weltweit aktiv zu sein. Mit Amiando an Bord wäre Xing jetzt eigentlich stark genug, um es noch einmal mit dem Konkurrenten aufzunehmen. Zeit, sich noch einmal nach draußen zu trauen!

(Jürgen Vielmeier)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

7 Kommentare

  • … und wenn FACEBOOK mal dahinter kommen würde, Funktionalitäten wie bei XING oder LINKED IN einfach einzubauen ( z.B. durch die Möglichkeit das man zwei Profile einstellen kann und festlegen kann, wer das „private“ und wer das „berufliche“ sehen kann ) dann wären XING, LINKED IN, StudiVZ, Wer Kennt Wen, Stayfriends und wie sie alle heissen, schnell weg vom Markt.

  • @#2:
    Bei Facebook kann man zwar nicht „zwei“ Profile machen, aber genau wie bei XING ein (nicht ganz so differenziert, aber dennoch teilweise) eingeschränktes. Einfach Freunde in Gruppen organisieren und für die Info-Seite, Pinnwandeinträge und Bilder festlegen, wer es sehen darf.

  • @#3:

    Oah, mutig ^^
    Es mag Situationen geben in denen man nicht zu 100%
    zurechnungsfähig ist und dann will man sicher nicht
    berufliche und private Kontakte in einem FB-Account haben.
    Soll passieren, dass man die Gruppen mal verwechselt.
    Mal ganz abgesehen davon, dass FB sowieso alle Nase
    lang die Priv-Einstellungen ändert.

  • Ich finde die ganzen SocialNetzwerke echt praktisch, sinnvoll und informativ. Allerdings nervt es mich langsam, dass es bei allen nur noch darum geht möglichst viel Geld zu verdienen. Das war doch eigentlich nicht die Ursprungsidee solcher Netzwerke.
    Aber wie das nun mal so ist will natürlich jeder möglichst viel Gewinn machen und nutzt dafür eben auch die SocialNetworks.

  • Warum denke ich bei allen Domains/Firmennamen mit einem „ando“, „ango“ oder „ungo“ an Dotcom Blähquirl?

Kommentieren