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Der nächste bitte: Amazon will angeblich übernehmen, was von Palm noch übrig ist

War jetzt jeder mal dran in der Interessentenliste? Samsung wollte WebOS nicht kaufen. Von HTC über LG und Sony-Ericsson bis hin zu Facebook und Google war danach eigentlich fast jeder im Gespräch, wenn es darum ging mal zu überlegen, zu wem WebOS denn eigentlich passen könnte. Wir haben uns eifrig am Gerüchtekochen beteiligt. Und jetzt soll Amazon angeblich daran interessiert sein, das von HP zu übernehmen, was noch von Palm übrig ist.

Das meldet VentureBeat und schreibt gleich dazu, dass es perfekt passen würde, zumal der ehemalige Palm-Chef Jon Rubinstein seit Dezember letzten Jahres bei Amazon im Vorstand sitzt. Ob das deswegen passen würde? Amazon scheint um keine Investition verlegen, was den Einstieg in den Tablet-Markt angeht. Analysten rechneten vor, dass der Online-Händler für jedes Tablet Kindle Fire wohl 50 Dollar drauf zahlen wird, wenn es für 199 US-Dollar über die Ladentheke geht. Aber Palm und WebOS wären noch eine ganz andere Hausnummer.

Trotzdem nicht ausgeschlossen

Das Projekt WebOS hat sich bislang weder für Palm selbst noch für den PC-Riesen HP gerechnet, der das Unternehmen im April 2010 übernommen hatte, es kürzlich aufsplittete und jetzt verkaufen will. Und das, wo das 7-Zoll-Tablet Kindle Fire ein Android-Gerät ist. Dass Amazon um die Jahreswende noch ein 10,1-Zoll-Fire mit Android vorstellen will, ist wahrscheinlich. Was ebenfalls gegen WebOS spricht: Amazons Appstore für Android, den man mit großem Aufwand betreibt.

Ist es deswegen ausgeschlossen, dass Amazon Palm übernimmt? Das nun auch wieder nicht. Immerhin hat WebOS dank HPs Firesales an Verbreitung mächtig zugelegt. Das System wird benutzt, selbst HP will es angeblich weiter entwickeln. Amazon könnte sich damit noch weiter von Google abgrenzen, als man das mit dem eigenen Appstore schon tut. Also nicht ausgeschlossen. Wünschenswert wäre jetzt ein Käufer, der das durchaus beliebte System WebOS aktiv betreibt und weiter entwickelt. Ob das nun Amazon wird oder sonst ein Elektronikriese, ist mir dabei mittlerweile fast egal.

(Jürgen Vielmeier, Logo: Amazon)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

7 Kommentare

  • Was bringen solche Gerüchte?
    Amazon ist kein Softwareentwickler. Dass die ein Tablet herausbringen, hat nur einen Grund: sie wollen eine Plattform, mit der sie Kunden an sich binden und ihnen mehr Produkte verkaufen können.
    Und dazu werden sie ein einfach zu strickendes System wie Android nehmen. Ein eigenes OS entwickeln wäre völliges neuland für Amazon und ein unberechenbares Risiko.

    Sich an solchen Spekulationen zu beteiligen ist wirklich Zeitverschwendung.

  • Sehe das eigentlich genauso wie Phaidros aber wenn Amazon das wirklich sauber durchzieht dann hat Joaquin recht, der Schritt wäre begrüßenswert!

    Ich will Apple am Boden kriechen sehen. Entweder sorgt Amazon dafür oder Google tut es irgendwann. Microsoft hab ich abgeschrieben 😀

  • 4 Phaidros schrieb
    …. Amazon ist kein Softwareentwickler…

    Die große Frage ist wer heute eigentlich noch was ist?
    Jeder wildert in den Geschäftsfeldern des „Anderen“ und die Strategien oder Geschäftsfelder der großen „Software – Konzerne“ gleichen sich eigentlich immer mehr an.
    Es würde kaum noch Verwundern wenn auch demnächst Facebook oder andere ihre eigene Hardware herrausbringen und an WebOS interessiert wären?

  • dass amazon beim kindle fire draufzahlt ist nicht wirklich relevant. wenn man anschließend dutzende apps, ebooks oder massenweise musi verkauft, dann kann man bei der hardware ruhig ein wenig im minus landen. um was sich amazon eher sorgen machen sollte, ist die verbreitung des systems, denn das ist letztenendes der ausschlaggebende punkt, ob das system überlebt, oder sich als rohrkrepierer herausstellt.

    amazon ist bereits so einer der größten content anbieter überhaupt. denen würde ich daher am ehesten zutrauen, webos erfolgreich zu vermarkten. in dem fall wäre es aber tatsächlich suboptimal, zuerst mit android loszulegen. andererseits dürfte es nicht allzu problematisch sein, webos apps auf android zum laufen zu bringen.

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