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MyTaxi stellt elegante Mobile-Payment-Lösung vor

Über die deutsche Taxi-App MyTaxi haben wir in der Vergangenheit ja schon öfter geschrieben. Und es gibt immer mal wieder ein paar Neuerungen und Verbesserungen. Dass man über die App jetzt auch direkt seine Taxifahrt bezahlen kann, ist eine ganz nette Sache.

Interessant wird es aber vor allem dadurch, dass MyTaxi dabei auf jeden neumodischen Schnickschnack verzichtet, der von den Herstellern als die Zukunft des Bezahlens gefeiert wird, aber so nutzerfreundlich am Ende gar nicht ist. NFC, ein Aufstecker (Dongle), QR-Codes oder Kreditkarten über die Frontkamera einlesen. Bei der neuen MyTaxi-App für iOS alles nicht der Fall. Es reicht, im Kundenkonto einmalig die Daten der Kreditkarte oder des PayPal-Accounts einzugeben. Als Sicherheit wird zusätzlich ein PIN-Code hinterlegt, den man beim Bezahlvorgang eingeben muss. Alles andere erledigt man mit ein paar Wischgesten in der App.

Zusätzliche Transaktionsgebühr

Direkt in die Funktion eingebaut ist die Möglichkeit, dem Taxifahrer ein Trinkgeld in Höhe von 5, 10 oder 15 Prozent zu spendieren. Fahrer und Kunde erhalten später eine Abrechnung per Mail. Während der Service für Fahrgäste kostenlos ist, müssen die Fahrer für die bargeldlose Zahlung einen Obolus entrichten: Zusätzlich zu den 79 Cent (netto), die jede vermittelte Fahrt kostet, zahlt der Fahrer 21 Cent plus 3,9 Prozent der Fahrpreises.

Das erscheint mir, ehrlich gesagt, nicht unbedingt wenig. Die Transaktionsgebühr ist auch das, was Taxifahrer an MyTaxi am ehesten kritisieren. In einem längeren Beitrag im Mai über MyTaxi und den Krieg mit den Taxizentralen habe ich bei der allgemein umjubelten App auch einige Kritikpunkte gefunden. Dass sich das Hamburger Startup, ebenso wie die Taxizentralen, nicht an den Verhandlungstisch setzen will, sorgt im Taxigewerbe für einen Unmut, der eigentlich nicht zwingend notwendig wäre. MyTaxi trägt daran in meinen Augen zumindest eine Mitschuld.

Dass die App innovativ ist, daran habe ich derweil kaum Zweifel. Der Service funktioniert gut, die neue Bezahlfunktion ist clever. Die Expansion im In- und Ausland schreitet voran. Aber was jetzt dieses Werbevideo mit dem nackten Mann soll – sagt ihr es mir:

(Jürgen Vielmeier, Screenshot: MyTaxi)

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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

14 Kommentare

  • Also mit der Buttonlösung, die am 01.08. in Kraft tritt, geht das aber so nicht mehr. Die Bewertungssterne sind ja in der gleichen Farbe wie der Bezahlen slider. Außerdem muss da Kaufen stehen und nicht Bezahlen. Auch das Trinkgeld , erscheint mir eher grenzwertig.

  • > „Es reicht, im Kundenkonto einmalig die Daten der Kreditkarte oder des PayPal-Accounts einzugeben. Als Sicherheit wird zusätzlich ein PIN-Code hinterlegt, den man beim Bezahlvorgang eingeben muss. Alles andere erledigt man mit ein paar Wischgesten in der App.“

    Und eine simple PIN soll sicher sein , hier wurde nur Bequemlichkeit gegen Sicherheit getauscht und man kann nur hoffen das dem App Besitzer nicht sein Smartphone abhanden kommt.

  • Nun ja der Sinn des Spots erschließt sich mir auch nicht. Ich denke eine so tolle Lösung ist das Ganze nicht. Mir stört bspw. die Auswahl des Trinkgeldes – dies sollte jeden selbst überlassen werden und nicht in Prozent als Vorschlag gemacht werden…

  • Danke für den informativen Beitrag. Ich bin sehr gespannt, wohin das mit MyTaxi im speziellen und mit den Apps im Bezahlkontext im Allgemeinen noch hinführt. Da sind meines Erachtens ganze Branchen vor einer riesigen Umwälzung.

  • Die App ist denke ich ne gute Lösung. Wobei ich das mit dem trinkgeldern auch nicht so prickelnd finde. Ich bezweifle jedoch das sich die app für das Cliente nach Kneipenbesuchen durchsetzen wird ^^

  • @8 seba
    „Warum soll das bare geld mit aller gewalt abgeschaff werden? check ich nicht?“

    Dann kann jede Transaktion und Ausgabe nachgeprüft und Überwacht werden , die Politik verspricht sich davon:
    – weniger Kriminalität
    – keine Steuerhinterziehung mehr
    – keine „Schwarzarbeit“ , Schwarzgeld mehr
    – Geld könnte nicht mehr dem Staat durch Verstecken vorenthalten werden

    Die Wirtschaft kann den Verbraucher noch besser Analysieren und spart die Kosten für den Bargeldverkehr.

    Das Problem dabei es werden andere Waren zum Bargeldersatz werden wie Edelmetalle , Edelsteine ect.
    Zumindest würde sich für die Bürger ohne Bargeld vieles Ändern und das nicht nur zum Positiven.

  • Ich bin geplättet. In der iPhone App. Das ist die einzige iphone App, die ich kenne, bei der alternative Zahlungsmittel erlaubt sind. Ich dachte alle in-App Zahlungen müssten über Apple abgewickelt werden. Kann mir hierzu jmd. mehr Auskunft geben.

  • Find ich absolut klasse, hier maulen die Taxifahrer schon, wenn man mit nem 20er zahlen will und mit nem 50er hat man das Gefühl, man müsste sich gaaanz doll schuldig fühlen, dass man zahlen möchte.

  • Ist der Sinn des Videospots wirklich so schwer zu verstehen? Der nackige Bub hat keine Taschen, in denen er Geldbeutel oder Bargeld verstauen könnte. Deshalb muss er via Handy zahlen. Geht nirgends – außer, oh Wunder, bei mytaxi.

    Abgesehen davon, dass ich die Vorstellung, auf nem Autositz zu sitzen, den vorher einer mit seinem nackten Hintern beehrt hat, nicht besonders prickelnd finde, eigentlich doch ne ganz nette Low-Budget-Marketing Idee, oder nich? 😉

    Grüße aus Stuttgart!
    Michael

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