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D11-Konferenz in New York: Tim Cook plaudert aus dem Nähkästchen

apple

Gestern fing die D11 Konferenz in New York an und Apple-CEO Tim Cook hat wie häufig viel erzählt ohne viel zu sagen. Ein interessantes und zugleich langweiliges Interview, das Apple dazu verpflichtet, bei der Apple-Konferenz in gut zehn Tagen alles zu geben.

iOS 7 und Mac OS X werden am 10. Juni vorgestellt

Die wohl deutlichsten Hinweise gab Cook zu iOS 7 und Mac OS X, deren Zukunft auf der Apple-Konferenz WWDC am 10. Juni vorgestellt würde. Ohne Details zu nennen, betonte der Nachfolger von Steve Jobs, wie wichtig Jony Ive, der Chef-Designer von Apple sei, der sich bei iOS7 wohl um die designtechnische Verschmelzung von Hard- und Software gekümmert hat.

Die wohl schwammigsten Hinweise gab es zu „mehreren Produkten“, die Apple gerne von der Leine lassen würden – worum es sich handelt, bleibt in guter alter Apple-Manier unklar. Natürlich geistert immer wieder die Idee eines Apple-Fernsehers durch den Raum und wie immer beklagt sich Cook, dass die Benutzerfreundlichkeit an der großen Glotze zu wünschen übrig lasse und dass man in diesem Bereich großes Potential sehe.

13 Millionen verkaufte Apple TVs – und wo bleibt der Fernseher?

Das hat man schon gefühlte hundert Mal gehört – so langsam müsste Apple mal ankündigen, wie man dieses Potential ausnutzen wolle. In knapp 10 Tagen hat man ja Gelegenheit dazu; doch da ein Apple-Fernseher schon seit längerem erwartet wird, ist es in der Gerüchteküche diesbezüglich eher lauwarm.

Stattdessen freut sich Cook zu berichten, dass man inzwischen 13 Millionen Apple TVs verkauft habe – die Hälfte davon im letzten Jahr. Das ist nicht schlecht, aber gemessen an den iPhone- und iPad-Verkaufszahlen und dem Potential des Marktes, das Apple stets predigt, auch nicht wirklich beeindruckend.

Keine Angst vor Google Glass und Android

Weiter geht’s im Themenlabyrinth: Von Google Glass ist der Apple-Chef nur mäßig beeindruckt. Nichtsdestotrotz ist der Bereich der „Wearable Computers“ natürlich auch für Apple durchaus interessant. Ob man sich dort engagieren werde? Vielleicht. Klarheit sieht anders aus, aber das macht Apple ja auch ein Stück weit aus.

Wie sieht es mit einem günstigeren iPhone und der Dominanz von Android aus? Über beides mache sich der Apple-CEO keine großartigen Gedanken. Es ginge dem Konzern gar nicht darum, die meisten Geräte zu verkaufen, sondern die besten. Wenn man lange genug sucht, wird Steve Jobs auch schon einmal so etwas Ähnliches gesagt haben.

„Wir verkaufen nicht die meisten, aber die besten Geräte“

Apple verkaufe nicht die meisten Laptops, sondern die besten. Nicht die meisten Tablets, sondern die besten. Nicht die meisten MP3-Player, sondern die besten. Beim letzten Punkt darf man sich zwar fragen, wer die Dominanz des iPod in den Schatten stellen solle, aber ansonsten ist es Apples übliche Selbstlobpreisung.

Gleiches gelte beim iPhone: Die Statistiken würden belegen, dass die User das iPhone mehr benutzen würden als andere Geräte und Apple in sämtlichen Kundenzufriedenheits-Rankings vorne liege. Daher habe man bislang auch kein günstigeres iPhone vorgestellt.

Kein günstigeres iPhone – vielleicht aber in der Zukunft

Im Gegensatz zum iPod, der von Nano bis Classic unterschiedliche Nutzerbedürfnisse anspreche, sehe man dieses Potential beim iPhone noch nicht. Und da man sich bei einem Smartphone um mehr Details von Hardware bis Software kümmern müsse, wolle man lieber eine Sache richtig machen, als viele Sachen nur halbherzig. Aber für die Zukunft schließe man auch nichts aus.

Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass Tim Cook einen guten Politiker abgeben könnte: Eine gute Stunde hat der Chef geredet und die Zuhörer wissen ungefähr genauso viel wie vorher. Die Verkaufszahlen des Apple TV sind vielleicht neu, aber eigentlich auch nicht der Rede wert.

Am 10. Juni muss Apple liefern

Nun ist es bei Apple nichts Neues, dass man sich geheimnisvoll gibt und sich alle Optionen offenhält. Aber irgendwann muss man auch liefern. Auf der WWDC am 10. Juni wird es also Zeit, dass Apple ein paar seiner neuen „game-changing“ Produkte vorstellt – mit Mac OS X und iOS7 allein wird vermutlich kein Blumenkranz zu gewinnen sein.

Bild: Flickr / deerkoski (CC BY-2.0)


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

8 Kommentare

  • „Es ginge dem Konzern gar nicht darum, die meisten Geräte zu verkaufen, sondern die besten….“

    Das erinnert mich irgendwie an den Mythos „in Schönheit zu sterben“ und damit an Apples Philosophie der späten 1980ziger und frühen 90ziger Jahre.
    Irgendwie hängt Apple immer noch dieser Hardware Komponente hinterher statt der Plattform Marktanteile Philosophie von früher einem Windows oder heutigen Google Android.
    Das führte schon einmal in die Nischen Sackgasse….
    Daher benötigt Apple ständig neue Geräteklassen und damit neue Märkte also die Steve Jobs Lösung vom iPod bis zum iPad mit iTunes zum App Store, aber genau macht ihnen nun Google , Amazon oder gar Facebook zunehmend Konkurrenz.
    Es wird also „Enger“ für Apple.

  • Ich bin extrem gespannt, was Apple als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Ob es eine Uhr gibt, ein neues Apple TV oder was auch immer – es wird sicher toll. Ich glaube, das Apple-Fan-Lager ist einfach genauso wie Bayernfans oder Dortmundfans oder oder oder. Entweder liebt man die Apple-Produkte oder man hasst sie 🙂

  • @Mika B.
    …sehe ich überhaupt nicht so.

    Die Gewinnzahlen von Apple sprechen da eine komplett andere Sprache.

    Im Gegenteil, ich sehe eher Firmen wie Microsoft in einer Nische. Pc’s werden im Home Bereich keinerlei Rolle mehr spielen. Es wird sich alles zum Tablet hinbewegen. Beispiel Lenovo – der Gewinn eines ganzen Quartals entspricht dem Apple-Gewinn eines Tages! Da redest du von in Schönheit sterben …

    Mehr noch, die Halbherzigkeit mit der die Konkurrenz ihre zum Teil kopierten bzw. gebastelt aussehenden Produkte auf den Markt schmeisst, bringt ihnen doch nur klägliche Gewinne/Margen ein. Nenne mir ein ernstzunehmendes Produkt der Konkurrenz welches sich innovativ an Apple messen lässt. Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, das iPad hat der PC Industrie den Todesstoss versetzt. Wohlgemerkt für den Home-Bereich. In den Betrieben mag es noch anders aussehen, doch da gehört meiner Meinung nach Microsoft auch hin.

    Viele haben es immer noch nicht begriffen, Apple baut Produkte die einfach Spass machen und somit kommt die Kohle automatisch. Diese scheinbare Leichtigkeit macht die Konkurrenz einfach wahnsinnig. Sie denken: „Aha, loss das bauen wir jetzt auch. Wenn das Apple macht, muss es gut sein.“ Ist es auch. Aber als Kopie, wil ich es nicht haben. Oder möchtest du einen nachgebauten Porsche aus Pakistan?

    In Schönheit sterben? Nein mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil, so lange die Konkurrenz keine wirklich innovativen Produkte bringt – siehe Goole Glasses (wird mit Sicherheit im Consumer Markt ein Flop) – so lange wird das Feld eher breiter statt enger.

    Vor lauter Ideenlosigkeit und dem hinterher Rennen nach dem schnödem Mammon, werden noch viele vor die Hunde gehen!

  • @Tom
    Die Frage ist wie Apple den Gewinn steigert, denn die Marktanteile sinken, die Zahl der verkauften Geräte steigt zwar noch weil der Markt insgesamt Wächst, doch ein Ende ist irgendwann absehbar.

    Zahlen von Mai 2013:
    „Der Marktanteil sank in dem Segment Smartphone-Markt im ersten Quartal von 22,5 auf 18,5 Prozent.
    ….kamen die verschiedenen iPad-Modelle im ersten Quartal auf einen Marktanteil von 39,6 Prozent. Vor einem Jahr dominierte Apple den jungen Markt noch mit gut 58 Prozent, zum Jahresende 2012 war der Anteil auf 43,6 Prozent gesunken.“

    Die Gewinnzahlen von Apple sind selbst nach Börsenmeinung „geschönt“ durch Steuervermeidungs Tricks , überteuerte Produkte und billig Produktion aller Foxconn.
    Daher spricht der Börsenkurs auch eine ganz Andere Sprache, wäre das Unternehmen wirklich Gesund wäre dieser zumindest Stabil.

  • @Mika B.
    Och Mika, das ist doch jetzt ne Kindernummer …

    „Die Frage ist wie Apple den Gewinn steigert … “
    Ich glaube du solltest dich eher um die Konkurrenz von Apple sorgen, wie die in der nächsten Zeit so klarkommen wollen. Das Beispiel von Lenovo hatte ich ja bereits erwähnt.

    „… sind nach Börsenmeinung geschönt“
    Was soll ich denn mit diesem globalem, nichtssagendem, unkonkretem Satz? Haben sie dir das an der Börse erzählt oder hat dir das eine Fee im Traum geflüstert oder stands im Manager-Magazin? 😉

    „.. Steuervermeidungstricks “
    Das ist ja der Oberknaller. Ich weiss nicht, ob du die Anhörung von Apple vor den Senat verfolgt hast. Nur soviel, Apple begeht absolut nichts ungesetzliches und wenn Apple seine Steuerzahlungen nicht so händeln würde wie sie es jetzt tun – Die Aktionäre würden sie zereissen!
    Denn alles was legal ist, ist eraubt, oder? Es ist das weltweite Steuersystem was erneuert werden muss. Einzelne Firmen an den Pranger zu stellen, bringt rein gar nichts.

    „… überteuerte Produkte…“
    Mit welchen Produkten vergleichst du das denn? Ich bekomme bei Apple Hard,- und Software in einem FUNKTIONIERENDEM Paket. Eingepreist ist hier: 1. Hardware 2. Software 3. Innovation. KEIN anderes Produkt am Markt kann mir das bieten. Eine in sich FUNKTIONIERENDE Produktlinie, bei der ich mich nicht sorgen muss und keine Lebenszeit verschwende mit Kompatibilitätsproblemen der übelsten Sorte.

    „… Foxconn ….“
    Weist du eigentlich für wen Foxconn alles Produkte herstellt? Informiere dich mal. Die (Terry Gou) sind Herr über mehr als 1 Million Arbeiter. Ich glaube 18 haben davon Suizid begangen. Keine schöne Sache, wohl war. Foxconn reagierte hier nur sehr langsam. Ist das Schuld von Apple? Im Gegenteil, Apple hat nach neusten Angaben neben Foxconn einem weiteren Zulieferer – der Firma Pegatron – ein erhebliches Produktionsvolumen zugebilligt. Das zwingt Foxconn zum Umdenken. Bisher waren sie der Krösus und konnten sich demzufolge solche Dinge leisten. Jetzt bewegt sich was in Asia, doch davon berichtet ja wieder keiner. Besser ist doch man hat ein klares Feindbild mit dem „schwarzen Peter“ in der Hand.

    Mika, das Leben ist Ying und Yang und die Sonne geht IMMER im Osten auf. 🙂
    Denk mal drüber nach.

  • Nunja du hast natürlich das Recht Apple zu Verteidigen , nur Warum?
    Wenn der Kurs und die Marktanteile zurückgehen werden die Anleger nervös und Apple muss liefern, denn sie machen sich weniger um den Heutigen Gewinn Sorgen sondern um den Morgigen.

    „Ich bekomme bei Apple Hard,- und Software in einem FUNKTIONIERENDEM Paket“
    Ich kenne kein Smartphone oder Tablet wo ich das OS extra Zahlen müsste?

    „1. Hardware 2. Software 3. Innovation. KEIN anderes Produkt am Markt kann mir das bieten.“

    Komisch das nur die dummen Käufer das nicht Merken und immer mehr zur Konkurrenz greifen.
    Apple hatte schon einmal die Philosophie, was scheren uns Marktanteile, da unsere Produkte die Besten sind und wer das nicht Erkennt ist „Dumm“, nur das diesmal Steve Jobs nicht mehr lebt um sie wieder Retten zu können.

  • Interessant wird sein, wie sehr sich die neue Oberfläche und Bedienung von den derzeitigen iPhones unterscheiden wird und wie schnell die Konkurrenz dies wiederum kopieren wird. Denn eines muss man Apple lassen, sie haben diese Gestensteuerung zuerst auf solchen Geräten zum breiten Einsatz gebracht und die anderen sind mehr oder weniger gute Kopien davon.

  • @Mika B.
    Hey, du hast ja Puls, deswegen schmeisst soviel durcheinander … 🙂

    Was hat „Funktionierend“ mit „bezahlen“ zu tun?

    Ich wollte Apple auch nicht „verteidigen“, sondern nur deine Fehleinschätzung richtig stellen 😉

    Zitat: „Komisch das nur die dummen Käufer das nicht Merken und immer mehr zur Konkurrenz greifen.“

    Das ist jetzt aber wirklich Kindergarten …

    Zum Thema Marktanteile gibt’s ein Spruch vom guten Steve: „Qualität ist wichtiger als Quantität und ist obendrein finanziell die bessere Entscheidung. Ein Home Run ist viel besser als zwei Doppel.“

    Und um das Thema Börse und Anleger zu beenden, gefällt mir der Spruch ganz gut:

    Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie ihr Geld anderen Leuten ohne ausreichende Kontrolle anvertrauen; frech, weil sie Dividenden fordern, also für ihre Dummheit auch noch belohnt werden wollen.

    In diesem Sinne …

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