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Google Glass kann einpacken: Augmented Reality mit Raspberry Pi und Baseball-Cap für 60 Euro

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geschrieben von Sven Wernicke

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Obwohl Google Glass noch nicht flächendeckend erhältlich und vor allem bezahlbar ist, scheint das Interesse an der Hightech-Brille groß zu sein. Augmented Reality im Alltag – das ist reizvoll und motivierte offenbar auch den Tüftler Arvind Sanjeev. Der baute seine eigene Variante aus alltäglichen Gegenständen, darunter einem Baseball-Cap und einem Raspberry-Pi-Minicomputer.

Eigenen Aussagen zufolge kostet seine Google Glass-Alternative keine 80 US-Dollar – kein Vergleich zum Original, das bei rund 1500 US-Dollar liegt. Dafür sieht seine Konstruktion nicht ganz so hübsch aus: Arvind nutzte eine typisches Basecap als Basis für seine Vision einer Augmented-Reality- / Virtual-Reality-Brille. An der Front montierte der Bastler einen 2,5 Zoll kleinen LCD vor dem linken Auge. An diesem wurde zugleich eine USB-Kamera montiert, um bei Nichtgebrauch eine vollständige Sicht auf den Alltag zu gewährleisten. Das eigentliche Herzstück ist wiederum ein Raspberry Pi. Der Linux-basierte Minicomputer empfängt die Signale und stellt beispielsweise fiktive Objektive in der realen Umgebung auf dem Bildschirm dar. Sogar ein Mikrofon für Spracheingabe ist mit dabei.

Wieso nicht selbst eine bauen?

Sicherlich sieht das sogenannte Smart Cap alles andere als schick aus. Und ob man hier wirklich von einem praktischen Mehrwert sprechen kann? Immerhin spricht Arvind Sanjeev über die Möglichkeit, Videos aus der Ich-Perspektive aufnehmen zu können und simple Sprachbefehle auszuführen. Dadurch müssen Nutzer keine Knöpfe am Gestell oder an der Mütze drücken, um Funktionen zu aktivieren – das ist in jedem Fall ein guter Ansatz.

Andererseits: Träger dieser Erfindung dürften in der nächsten Einkaufspassage mit Gewissheit auffallen. Und wenn sie dann noch laut „Nimm Video auf“ sprechen, wird das vermutlich einigen Passanten nicht gefallen. Mich erinnert das etwas an Roland Emmerichs „Universal Soldier“, in dem Jean-Claude van Damme als Halb-Mensch-Halb-Roboter-Ding etwas ähnliches vor dem Auge trug. Nur in den 1980ern war das noch futuristisch und cool, jetzt dagegen…

Trotzdem: Das Werk des jungen Mannes zeigt, was heutzutage mit einfachen Mitteln möglich ist. Sämtliche Komponenten können in einem gut sortierten Elektromarkt erworben werden, das Basecap gibt’s in jedem Klamottenladen. Die größte Hürde ist vermutlich, das gesamte System zu programmieren und die Spracherkennung zu verwenden. Und auch das ist eigentlich keine echte Herausforderung mehr, stellte Arvind doch eine komplette Bauanleitung mitsamt Downloads der nötigen Dateien für den Raspberry Pi gratis ins Netz. Na, wer möchte es selbst mit seiner eigenen AR/VR-Mütze probieren?

Bild: hackaday

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Über den Autor

Sven Wernicke

Sven liebt Gadgets. Vor allem verspielte, verrückte, aber auch lustige, unkonventionelle und praktische. Er hat 2014 ein paar Beiträge zu BASIC thinking beigesteuert.

1 Kommentar

  • Der größte Mehrwert besteht erstmal darin, das in diesem Modell offensichtlich auch IR-Dioden verbaut sind, die mittels der (mutmaßlich ohne IR-Filter verbauten) Kamera eine Nachtsicht erlauben.

    Ausserdem dürften die Materialkosten für dieses Modell nicht viel mehr als 100€ betragen, was dann als Argument doch schon ganz deutlich ins Gewicht fällt. Das Design lässt sich sicher noch etwas überarbeiten, und ich könnte mir gut vorstellen das andere Bastler genau hier aufspringen.

    Im Einkaufszentrum wird man auch mit Google Glass auf dem Kopf angemacht. Mit diesem Teil hier hat man vielleicht sogar noch bessere Karten, weil es einfach sympatischer herkommt, wenn die Kamera nicht so klein und unschuldig dezent vor sich hinblinkt.

    Werd den Sinn auch nie ganz verstehen. Wenn ich am Strand filme beklagt sich auch keiner, obwohl ich gerade dort wenigstens im Ansatz den Grund nachvollziehen könnte. Menschen und Logik.

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