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„Grünes Monster“ floppte auf eBay: Kinderwagen brachte zeitweise bis zu 208.000 Euro, stürzte am Ende aber massiv ab

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Beinahe wäre ein frustrierter Vater, der einen einfachen Kinderwagen versteigerte, dank eBay ein reicher Mann geworden. Neben viel Aufmerksamkeit bekam er aber nur die harte Realität von Fake-Bietern zu spüren.

Kuriose Auktionen

Auch wenn eBay selbst weg vom Trödel-Image will, so stellt es für die meisten Menschen noch immer das dar, was es schon immer war: Eine gute Plattform, um seinen alten Kram loszuwerden.

Und für uns Journalisten ist eBay auch klasse: Angefangen vom Glückrad aus der gleichnamigen TV-Show über einen Friedhofsplatz neben Marilyn Monroe und Schumis F1-Rennwagen bis hin zum Verkauf von BASIC thinking – immer wieder ist die Plattform ein gefundenes Fressen, um über kuriose und interessante Versteigerungen zu berichten.

So wie jetzt gerade.

Verhasster Buggy

Im Januar sorgte eine Kinderwagen-Auktion für Aufsehen. Ein Brite stellte bei eBay einen Kinderwagen ein. Nichts Besonderes. Doch sein Beschreibungstext war humorvoll und erschreckend ehrlich zugleich.

Hier schrieb er, dass er „ein grünes Monster“ zu verkaufen hätte, das vom Hersteller Phil and Teds stamme. Der Kinderwagen wurde gegen den Willen des Verkäufers von seiner Frau gekauft, die den Wunsch hegte, Kinder zu bekommen, was er (übersetzt) so beschreibt:

Wir haben viel darüber gestritten und dieser Buggy steht für alles, was mein sorgloses, günstiges, kinderfreies Leben beendete.

Desweiteren fielen Sätze wie „Wie auch immer – ich hasse diesen Buggy“ und „Mein Leben ist vorbei und dieser grüne Albtraum soll jetzt einen anderen armen Idioten quälen.“

Der lange Auktionstext wird mit folgender Aussage beendet:

Das Geld, das diese Auktion einbringen wird, wird dafür ausgegeben, dass ich mich von meinen Kindern erholen kann (wozu wahrscheinlich Alkohol und Drogen gehören werden).
Also seid großzügig, es ist für einen guten Zweck …

Hoch geflogen, tief gefallen

Steckt dahinter wahre Verzweiflung? Britischer Humor? Oder beides?

Wie auch immer: Viele hatten mit dem Familienvater Mitleid und trieben den Preis nach oben. Nachdem die Auktion mit 9,90 britischen Pfund startete, ging sie auf über 156.000 Pfund (umgerechnet rund 208.000 Euro) hoch.

Wow, mit dieser Summe hätte man dem gefrusteten Vater wirklich viel an „Schadensersatz“ zugesprochen. Doch leider endete die Story ganz anders: Anstatt einer Rekordsumme endete die Versteigerung mit einer heftigen Ernüchterung.

Ebay hat’s nicht im Griff

Wie zu vermuten war, kamen die extrem hohen Preise durch unseriöse Bieter zustande. Ebay musste deswegen viele Angebote streichen.

Am Ende erreichte der gehasste, grüne Buggy nur noch 325 britische Pfund, also 430 Euro. Besser als nichts. Das Geld reicht auf jeden Fall, um dem gefrusteten Verkäufer mit dem Pseudonym „ukjoel25“ den einen oder anderen guten Drink zu bescheren.

Abseits des Fun-Faktor der Story zeigt sie leider eine Sache deutlich: Selbst bei einer etablierten Plattform wie eBay ist man nicht sicher vor Fake-Bietern. Schade, dass das Großunternehmen das nicht besser im Griff hat.

Bild: Screenshot / eBay


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

7 Kommentare

  • Bei Ebay gibt es immer wieder diese Geschichten. Leider gibt es zahlreiche Spaßbieter. Ebay versucht schon sein bestes, doch bekommt das irgendwie nicht in den Griff. Mir kommt das derzeit sowieso so vor als ob Ebay nicht mehr der Renner ist.

  • Bin auch der Meinung, dass Ebay mehr und mehr zur Spaßplatform wird. Eigentlich schade, das Bietsystem hat viel Potential. Jetzt wird direkt amazon in die Adressleiste eingegeben.

  • Tatori schrieb am 3. Februar 2015 / 11:11 Uhr

    Und was ist euer Vorschlag (@BT), Spaßbieter zu verhindern?

    _____

    …ich denke, man sollte so eine Auktion erst mal ernst nehmen seitens ebay und dem Verkäufer mal demonstrativ in so einem grenzwertigen Fall einen Rechtsbeistand zur Verfügung stellen, der das Geld im Zweifel auch eintreibt.

    So würde ein Gewinner einer Auktion, auch ein Gewinner bleiben und ebay würde sich Nachahmer in Punkto „Spaßbieten“ so allmählich vom Halse halten…^^
    (wobei es ja rein rechtlich gesehen keinen Spaßbieter gibt)

  • Da kann ich Tatori nur zustimmen. Wenn einmal so ein Hirnloser richtig zahlen darf dann überlegen es sich die anderen bestimmt zweimal .

    Hoffentlich macht Ebay das mal .

  • @Tatori Ideen gibt es viele (zum Beispiel, dass man für jedes Gebot eine kleine Summe bezahlen muss). Die Sache ist aber, dass verschiedene Kontrollmechanismen alles umständlicher machen würde – was eBay an Attraktivität kostet.

    Deswegen denke ich, dass sich eBay in Zukunft weiterhin für die beste User Experience – also das schnellstmögliche Bieten – entscheiden wird.

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