Candy Crush, Mobile Games, Game, Gaming, Social Gaming

WeChat Mini Games: Social Gaming als Geschäftsmodell

Christian Erxleben
Mobile Games stellen ein spannendes Geschäftsmodell für soziale Netzwerke dar. (Foto: Pixabay.com / Pexels)

WeChat gilt in vielerlei Hinsicht als Vorreiter unter den sozialen Netzwerken. Ein besonders spannender Zweig sind die Mini Games der chinesischen Plattform. Denn WeChat ist es gelungen, mit Social Gaming Geld zu verdienen. Eine Analyse.

Ob es nun eine Bezahlfunktion in Gruppenchats, ein paar Spiele für den Messenger oder die Kaufberatung per Chat-Bot ist: Die Neuerungen, die Facebook in den letzten Monaten und Jahren auf den Markt gebracht hat, erscheinen in unseren Augen revolutionär.

Das App-Ökosystem, das Facebook kontinuierlich ausbaut, greift immer tiefer in den Alltag des Menschen ein. Zudem werden andere Geschäftsmodelle oder Branchen durch die Facebook-Integration – Stichwort Überweisung – austauschbar.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Vorbild für Facebook

Der Vorreiter im Bereich der Plattform-Ökonomie ist jedoch nicht Facebook, sondern WeChat. Die chinesische Plattform (Ingo Kamps hat sie ausführlich analysiert) bietet schon seit geraumer Zeit all die kleinen Services. Diese Mini-Programme werden direkt über die Schnittstelle an WeChat angedockt.

Die mehr als eine Milliarde Nutzer von WeChat brauchen sich also keine Apps mehr herunterladen. Alles, was sie brauchen, finden sie bei WeChat.

Social Gaming und der chinesische Spielemarkt

Auf einer beinahe voll umfassenden Plattform wie WeChat dürfen selbstverständlich auch keine Spiele fehlen. Diese tragen offiziell den Namen WeChat Mini Games. Dahinter stecken kleine Anwendungen, die du vielleicht auch aus dem Facebook Messenger kennst.

Der Ansatz des Social Gaming ist keinesfalls neu. Schon seit Anbeginn sozialer Netzwerke investieren Nutzer gerne einige Minuten in kleine Spiele. Wir erinnern uns alle noch an die virtuellen Kühe, die wir bei Farmville hatten.

Besonders hingegen ist die Optimierung der WeChat Mini Games auf die komplett mobile Nutzung. Die Spiele haben eine maximale Größe von vier Megabyte. Dadurch ist die Lade- und Öffnungszeit sehr gering.

Der chinesische Gaming-Markt beläuft sich auf rund 583 Millionen Menschen. Das Mini Game „Tiao Yi Tiao“ auf WeChat hat alleine 390 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Diese sind zum Großteil jedoch keine klassischen Gamer, sondern Nutzer des Netzwerks. Während im normalen chinesischen Spielemarkt der Frauenanteil bei rund 30 Prozent liegt, ist das Verhältnis auf WeChat ausgeglichen. Hinzu kommt, dass 22 Prozent der Spieler nie zuvor auf einer anderen Plattform aktiv Spiele gespielt haben.

Mobile Games als Geschäftsmodell

Doch die Mini Games von WeChat ziehen nicht nur eine neue Zielgruppe an. Sie sind außerdem ein Geschäftsmodell. Alleine im März 2018 erzielten zwei der insgesamt über 500 Mini Games einen Umsatz von mehr als 1,58 Millionen US-Dollar.

Die Einnahmen entstehen durch In-App-Käufe (60 Prozent gehen an den Entwickler) und Werbung (30 Prozent gehen an Werbungtreibende).

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

WeChat zeigt eindrucksvoll, wie sich durch Social Gaming ein Geschäftsmodell aufbauen lässt. Zu den zusätzlichen Einnahmen kommt, dass sowohl die Mobile-Gaming-Industrie als auch die App Stores von Google, Apple und Co. geschwächt werden. Eine Win-Win-Situation.

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Manager Media Master Data (m/w/d) – Stammdate...
Publicis Media GmbH in Düsseldorf
Online Marketing Manager (m/w/d) – befr...
Babtec Informationssysteme GmbH in Wuppertal
Mitarbeiter Marketingkommunikation (m/w/d) Me...
Weller Tools GmbH in Besigheim
Junior Manager Media Application Consulting (...
Publicis Media GmbH in Düsseldorf
Manager Media Application Consulting (m/w/d)
Publicis Media GmbH in Düsseldorf
Junior Video & Technical Content Creator ...
ZESTRON in Baar-Ebenhausen
(Junior) Social Media Manager (m/w/d)
dammannworks GmbH in Hamburg
Online Marketing Manager (gn)
Handelsblatt GmbH in Düsseldorf
Teile diesen Artikel
Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.