Social Media

Interaktionsraten im Sinkflug: Instagram-Influencer verlieren immer mehr an Bedeutung

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Große Instagram-Influencer müssen um die Aufmerksamkeit ihrer Follower kämpfen. (Foto: Pixabay.com / expresswriters)
geschrieben von Vivien Stellmach

Es sieht nicht gut aus für Instagram-Influencer: Eine Studie hat gezeigt, dass die Like-Zahlen bei großen Accounts drastisch zurückgehen. Befindet sich Influencer Marketing schon wieder auf dem absteigenden Ast? Eine neue Strategie muss her.

Eigentlich ist das Influencer Marketing auf Instagram noch gar nicht erwachsen geworden. 2016 kam das Modell erstmalig so richtig ins Rollen. Seitdem kämpfen Unternehmen um die beliebtesten Instagrammer, damit sie ihre Produkte möglichst authentisch und zeitgemäß vermarkten können.

Bis jetzt waren Instagram-Influencer auch enorm wichtig. Das konnte man daran ablesen, dass ihre abgesetzten Posts verhältnismäßig viele Likes generierten. Sie konnten eine große Anzahl an Leuten beeinflussen.

Denn Fans interagierten mit den Influencern und kamen so viel mehr in Kontakt mit den Produkten, die die Top-Instagrammer für verschiedene Firmen vermarkteten.

Instagram-Influencer: Interaktionsrate liegt bei nur noch 1,9 Prozent

Jetzt hat das Marketing-Unternehmen Influencer DB aus Münster allerdings analysiert, wie viele Instagram-User bei den Postings der Influencer einen Like hinterlassen.

Das Ergebnis dürfte großen Accounts schon Sorgen bereiten: Im ersten Quartal 2019 lag die Interaktionsrate für nicht gesponserte Beiträge nämlich nur bei 1,9 Prozent. Dabei wird die Zahl der Likes mit der Zahl der Follower ins Verhältnis gesetzt.

Bei bezahlten Postings lag die Interaktionsrate immerhin bei 2,4 Prozent. Das bedeutet, dass gesponserte Beiträge mittlerweile besser bei den Followern ankommen.

Influencer üben weniger Einfluss auf ihre Follower aus

Zum Vergleich: Vor drei Jahren lag der Wert für nicht gesponserte Beiträge noch bei 4,5 Prozent – er war also mehr als doppelt so hoch. Bezahlte Beiträge kamen 2016 auf eine Interaktionsrate von immerhin vier Prozent.

Laut der Studie seien Instagram-Influencer aus allen Bereichen betroffen. Dass Fans und Follower nicht mehr so gerne mit ihnen interagieren, soll vor allem an der unglaublichen Fülle an Fotos von Videos auf der Plattform liegen. Zudem seien Nutzer genervt von den zunehmend gesponserten Beiträgen.

Die Autoren der Studie meinen nämlich, dass Nutzer einfach immer mehr über neue Beitrage hinweg scrollen, weil sie nicht interessant genug seien. Dieses Verhalten könnte aus ihrer extrem kurzen Aufmerksamkeitsspanne resultieren.

Kleine Accounts sind beliebter als großer

Große Instagram-Influencer kämpfen demnach immer mehr um die Aufmerksamkeit ihrer Follower. Dafür kommen kleine Accounts vergleichsweise besser weg: Influencer, die zwischen 1.000 und 5.000 Follower haben, erreichen eine Interaktionsrate von 8,8 Prozent.

Das soll daran liegen, dass kleinere Accounts meist noch eine persönlichere Bindung zu ihren Fans haben. Sie interagieren mehr mit ihren Followern, indem sie beispielsweise Direktnachrichten beantworten und auf Kommentare eingehen.

Je mehr Follower ein Influencer jedoch hat, desto kleiner fällt die Interaktionsrate mittlerweile aus.

Instagram-Influencer und Unternehmen brauchen eine neue Strategie

Für Unternehmen, die eng mit Influencern zusammenarbeiten, ist das Ergebnis der Studie beunruhigend. Wenn Instagram weiterhin auf öffentliche Likes setzt, müssen sie ihre Strategie vermutlich überdenken.

Denn viele Firmen orientieren sich zwar an der Zahl der Follower, die ein Influencer vorweisen kann. Aber laut Finn Clausen, der unter anderem einige Fußball-Nationalspielerinnen im Bereich Social Media betreut, ist das Engagement viel wichtiger.

Er sagte im Interview mit BASIC thinking, dass die organische Reichweite immer weiter sinkt und viele Fans die Beiträge der Influencer gar nicht mehr angezeigt bekommen.

Allerdings waren auch schon mögliche Pläne für ein Instagram ohne Likes ins Internet gesickert. Wenn man bedenkt, dass die ohnehin schon niedrige Interaktionsrate auch weiter zurückfallen könnte, dürften nicht öffentliche Kennzahlen für Instagram-Influencer so etwas wie ein Segen sein.

Aber auch in diesem Fall müssten Influencer und Unternehmen eine neue Vorgehensweise entwickeln, um Follower wieder stärker an sich zu binden und neue Fans zu gewinnen.

Außerdem würde sich die Frage stellen, woran man den persönlichen Erfolg auf der Plattform dann messen will. Schließlich würde man nur seine eigenen Likes kennen, nicht aber die der Konkurrenz.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

5 Kommentare

  • Es ist schon irgendwie witzig: Von dieser Influencer-Masche hätten Einige recht gut leben können. Aber es wurde drastisch überzogen. Wie Werbung. Früher war das mal eine Methode, potentielle Kunden zu informieren. Heute ist Werbung lästiger als ein Schwarm Mücken.

  • Ich weiß gar nicht, ob das Verhältnis zwischen Likes und Followerzahl die richtigen Rückschlüsse zulässt. Ggf. wäre das Verhältnis zwischen Likes und Reichweite eine bessere Kennzahl. Zum einen sieht man dann wie viele Konten tatsächlich das Bild angezeigt bekommen und zum anderen müssen die Liker nicht immer Follower sein, sondern können auch von Leuten kommen, die den Beitrag via Hashtag gefunden haben. Gerade bei Unternehmensaccounts sind die Likes, die nicht von Followern kommen, nicht unterheblich. Bei Influencern dürfte das aber anders sein.
    Es hängt sicherlich auch von der Intensität mit der Hashtags genutzt werden ab. Influencer nutzen weniger als kleine und mittlere Accounts.

    In jedem Fall sind die aktuellen Entwicklungen spannend.

    Viele Grüße

    Myriam

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