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Ein Jahr Disney Plus: Wie schlägt sich der Streaming-Dienst?

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Disney Plus hat schon im ersten Jahr die eigenen Unternehmensziele übertroffen. (Foto: Unsplash.com / zhenhappy)
geschrieben von Vivien Stellmach

Ein Jahr Disney Plus: Der Streaming-Dienst feiert Jubiläum – und hat allen Grund dazu. In den ersten Monaten hat Disney Plus alle Erwartungen übertroffen. Doch wie schlägt sich der Anbieter jetzt? Wir werfen einen Blick auf den Stand der Dinge.

Disney Plus ist am 12. November 2019 in den Vereinigten Staaten und in Kanada gestartet. Und seit dem 24. März 2020 sind unter anderem Deutschland, Österreich, Spanien, Italien und andere europäische Länder mit dabei.

Doch erinnerst du dich überhaupt noch an den erfolgreichen Start? Daran, dass der Streaming-Dienst schon vor dem Rollout im Februar 2020 knapp 28 Millionen Abonnenten unter Vertrag hatte, was selbst die optimistischsten Prognosen übertraf? Lass uns einen Rückblick auf ein Jahr Disney Plus werfen.


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Ein Jahr Disney Plus: Der Streaming-Dienst übertrifft alle Erwartungen

Vor ziemlich genau einem Jahr prognostizierten mehrere große Analysten, dass der Streaming-Dienst bis Ende 2020 nicht einmal 20 Millionen Abonnenten für sich gewinnen würde.

Auch nach den starken Februar-Zahlen sagten viele Skeptiker voraus, dass Disney Plus zum ersten Jahresabschluss mit etwas Glück vielleicht die 40-Millionen-Marke knacken würde.

Doch stattdessen meldete das Unternehmen nach dem Start in Deutschland und Co. schon über 50 Millionen Nutzer. Im August 2020 waren es dann mehr als 60 Millionen zahlende Kunden – einschließlich der internationalen Märkte.

Damit übertraf der Medienkonzern nicht nur fremde, sondern auch die eigenen Erwartungen. Ursprünglich teilten Manager noch vor dem offiziellen Start in den USA mit, dass das Fünf-Jahres-Ziel zwischen 60 und 90 Millionen zahlenden Nutzern liegt – und das weltweit.

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Muss Disney Plus jetzt mit rückläufigen Nutzerzahlen rechnen?

Nun hat Unternehmen sein erstes großes Ziel schon nach wenigen Monaten erreicht. Aber wie geht es nach dem Raketenstart jetzt weiter? Im November 2020 macht Disney Plus die nächsten Zahlen öffentlich. In der Theorie kann es sein, dass sie nach dem explosionsartigen Erfolg der ersten Zeit nun zurückgehen.

Der Analyst Rich Greenfield erklärte gegenüber dem Medien-Portal Fierce Video, dass ein Abonnenten-Abgang – in der Branche „Churn“ genannt – nach der ersten Hochzeit zum Problem für den Dienst werden könnte.

Laut Greenfield sei es heute für Kunden zu einfach, von einem Dienst zum anderen zu wechseln. „Disney wird seinen Kunden Argumente liefern müssen, damit sie nicht zu einem anderen Anbieter wechseln“, sagt er.

„Ich glaube nicht, dass acht bis neun Monate alte Filme, die schon im Kino und Heimkino liefen, als Katalysator dafür ausreichen werden.“

Greenfield sei auch nicht sonderlich beeindruckt von den wenigen Filmen, die das Unternehmen aufgrund der Corona-Krise aus dem Kino sofort auf den Streaming-Dienst gebracht hat.

Unter anderem hatte der Konzern Anfang September 2020 die Neuverfilmung des Zeichentrick-Märchens „Mulan“ auf Disney Plus gelauncht, die ursprünglich im März 2020 im Kino anlaufen sollte.

Ein Jahr Disney Plus: Mulan und Co. sind bislang nicht das Erfolgsgeheimnis

Greenfield mag vielleicht Recht damit haben, dass neue, exklusive Inhalte für Nutzer natürlich sehr spannend sind und sie dementsprechend auch langfristig binden können.

Doch bis zu einem gewissen Punkt widerlegt Disney Plus seine Behauptung, dass bekannte Serien und Filme nicht auch für ein Nutzerwachstum sorgen können.

Denn abgesehen von „The Mandalorian“ und einer Hand voll anderer Inhalte, die der Streaming-Anbieter in den ersten Wochen veröffentlicht hat, gab es nur sehr wenige speziell für den Dienst produzierte Serien und Filme.

Unter dem Strich hat Disney Plus Millionen von Abonnenten vor allem durch seine zeitlosen Klassiker gewonnen. Denn der Konzern bedient eine Nische, die eigentlich keine Nische ist: Familienunterhaltung.

Wie steht Disney Plus neben Netflix und Co. da?

All das heißt natürlich nicht, dass Netflix und Co. mit exklusiv produzierten Inhalten einen weniger erfolgreichen Weg gehen. Disney hat schlichtweg den Vorteil etlicher nostalgischer und zeitloser Klassiker.

Trotzdem dominiert Netflix den Streaming-Markt mit fast 200 Millionen zahlenden Abonnenten weltweit in fast allen Ländern – vor allem, weil der Dienst über die niedrigste Kündigungsrate verfügt.

Sie bewegt sich seit Jahren konstant zwischen zwei und drei Prozent – und daran reichen auch die größten Konkurrenten Amazon Prime Video mit rund 100 Millionen Prime-Kunden und Disney Plus nicht heran.

Im Durchschnitt liegt die Kündigungsrate nämlich bei fünf bis acht Prozent.

Ein Jahr Disney Plus: Wie sieht die Zukunft aus?

Das Unternehmen darf nun beweisen, wie erfolgreich seine bisherige Strategie langfristig wirkt. Vielleicht lassen sich die Macher aber auch etwas Neues einfallen, um bestehende Kunden zu binden und neue zu gewinnen.

Ab sofort startet die zweite Staffel der beliebten Serie „The Mandalorian“ auf dem Streaming-Dienst. Und für 2021 plant Disney, seinen Katalog um weitere Marvel- und Star-Wars-bezogene Projekte zu erweitern.

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Abgesehen von den neuen Inhalte dürften sich einige Eltern aber auch fragen, ob Disney Plus wirklich für ihre Kinder geeignet ist. Der Unterhaltungskonzern stand zuletzt in der Kritik, weil er rassistische Klassiker nicht von der Plattform löscht, sondern nur mit einem Hinweis versieht.

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Über den Autor

Vivien Stellmach

Vivien Stellmach ist seit Mai 2019 Redakteurin bei BASIC thinking. Nebenbei schreibt sie als freie Autorin über alternative Musik für das VISIONS Magazin. Sie liebt Fußball, steht seit ihrem siebten Lebensjahr selbst auf dem Rasen und hält zum SV Werder Bremen.

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